Kokainsucht

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Informationen zum Bereich Kokainsucht

Was ist Kokainsucht und wie entsteht eine Abhängigkeit?

Entwickeln Menschen eine Abhängigkeit von Kokain, dann spricht man von einer Kokainsucht. Die Betroffenen haben dann ein starkes Verlangen nach der Substanz und entwickeln körperliche und psychische Symptome, wenn sie über einen längeren Zeitraum auf Kokain verzichten. 

Kokain wird aus den Blättern des Kokastrauchs gewonnen. Es kann zu weißem Pulver oder Tabletten verarbeitet werden. So kann es entweder über die Schleimhäute aufgenommen („geschnupft“), geschluckt oder auch als Lösung über eine Vene aufgenommen werden. Crack ist eine Mischung aus Kokain und einer Natronlösung, es kann ebenfalls geraucht oder über die Vene gespritzt werden.  

Kokain und Crack können eine stark euphorisierende Wirkung haben und daher schnell zu einer Abhängigkeit führen. In den meisten Fällen führen mehrere Faktoren zur Entstehung einer Kokainsucht. Dabei spielen unter anderem die Verfügbarkeit der Substanz sowie das soziale Umfeld eine wichtige Rolle.

Dabei ist zu beachten, dass Menschen aller sozialer Gruppen von einer Kokainabhängigkeit betroffen sein können. Bei jedem Konsumenten von Kokain oder Crack besteht auch grundsätzlich immer die Gefahr, eine Sucht zu entwickeln.   

Woran erkennt man eine Kokainsucht?

Menschen, die unter einer Kokainsucht leiden, erfüllen die allgemeinen Kriterien einer Abhängigkeitserkrankung. Um die Diagnose eines Abhängigkeitssyndroms stellen zu können, müssen mindestens drei der folgenden Symptome vorliegen: 

  • starkes Verlangen nach der Substanz, sogenanntes Craving
  • Schwierigkeiten, den Konsum zu kontrollieren
  • körperliche Symptome beim Verzicht auf die Substanz (Entzugssymptome)
  • Toleranzentwicklung - es muss eine immer größere Menge konsumiert werden, um die gleiche Wirkung zu erzielen
  • Vernachlässigung anderer Aktivitäten oder Interessen zugunsten des Konsums
  • Fortführung des Konsums, obwohl negative Folgen nachgewiesen wurden 

Für Außenstehende kann es teilweise sehr schwierig sein, eine Abhängigkeit von Kokain zu erkennen, wenn der Konsum von den Betroffenen verborgen wird. In einigen Fällen können eine veränderte oder labile Stimmung die einzigen von außen sichtbaren Symptome sein. Bei einem langjährigen Konsum können auch eine allgemeine körperliche Schwäche, Gewichtsverlust oder dauerhafte Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen auffällig sein.

Welche körperlichen und psychischen Folgen hat Kokainsucht?

Eine Kokainsucht kann weitreichende körperliche und psychische Folgen haben. Zu welchem Zeitpunkt und in welchem Ausmaß diese auftreten, hängt unter anderem von der Konsummenge, der Art des Konsums sowie individuellen Faktoren ab. Vor allem der Konsum von Crack und die Injektion des Stoffes über die Vene bergen ein besonders großes Suchtpotenzial und können somit schnell zu einer Abhängigkeit führen. 

Zu den wichtigsten psychischen Langzeitfolgen einer Kokainsucht gehören chronische Störungen des Gedächtnisses und der Aufmerksamkeit. Zudem wird die Entstehung verschiedener psychiatrischer Erkrankungen begünstigt. Dazu gehören beispielsweise Depressionen, Manien oder Psychosen. Unter einer Psychose versteht man eine Störung, bei der die Betroffenen sich und die Umwelt verändert wahrnehmen. Dabei kann es beispielsweise zu Wahnvorstellungen kommen. 

Auch körperlich kann eine Kokainsucht zu starken Einschränkungen führen. Folgende Symptome können in Folge einer Kokainabhängigkeit auftreten: 

  • geschwächtes Immunsystem
  • Gewichtsverlust
  • Leberfunktionsstörungen
  • bei nasaler Anwendung: Schleimhautschäden an der Nase oder vermindertes Riechvermögen
  • bei Injektion über eine Vene: Infektionen und Abszesse an der Einstichstelle, Übertragung von Infektionskrankheiten wie Hepatitis

Wie wird Kokainsucht behandelt?

Eine Kokainabhängigkeit sollte in jedem Fall einer Behandlung zugeführt werden. Eine Entzugs- und Entwöhnungsbehandlung wird allen Betroffenen empfohlen. Zur Durchführung existieren verschiedene Konzepte, die alle eine langfristige Abstinenz von der Substanz zum Ziel haben. 

Ein Kokainentzug kann grundsätzlich sowohl stationär als auch teilstationär oder ambulant durchgeführt werden. Für ein nicht-stationäres Konzept sind ein stabiles soziales Umfeld sowie ein strukturierter Tagesablauf essenziell. Welches Behandlungssetting das jeweils geeignetste ist, sollte daher immer individuell entschieden werden. 

Zu Beginn der Behandlung steht die körperliche Entgiftung von der Substanz. Die dabei auftretenden Entzugssymptome können für die Betroffenen sehr belastend sein, sodass hier Maßnahmen wie Entspannungsübungen, Bewegungstherapie und unterstützende Gespräche angeboten werden. Die Entgiftung zielt darauf ab, eine vollständige Abstinenz vom Kokain zu erreichen. 

In der anschließenden Entwöhnungsbehandlung werden die vielfältigen Faktoren beleuchtet und behandelt, die zur Entstehung und Aufrechterhaltung der Kokainsucht beigetragen haben. Die Therapie soll die Betroffenen dabei unterstützen, auch langfristig auf den Konsum von Kokain zu verzichten. Für die langfristige Rückfallprophylaxe stellen häufig auch Suchtberatungsstellen und Selbsthilfegruppen eine wichtige Unterstützung dar.   

Was können Angehörige bei Kokainsucht tun?

Für Angehörige kann eine Kokainsucht beinahe genauso belastend sein wie für die Betroffenen selbst. Der wichtigste Schritt in Richtung langfristiger Drogenabstinenz besteht darin, die Süchtigen zum Beginn einer Entzugsbehandlung zu motivieren. Hierbei ist es in der Regel nicht hilfreich, abhängige Menschen zum Entzug zu überreden, sondern sie in ihrem Wunsch zu bestärken, den Konsum zu beenden. Jegliche Bestrebung in diese Richtung sollte unterstützt werden. 

Häufig besteht die wichtigste Maßnahme Angehöriger darin, für Betroffene da zu sein, ohne sie zu verurteilen. Es kann von enormer Bedeutung sein, gesprächsbereit und wertschätzend zu sein. Dies gilt für die Zeit vor und während eines Entzuges und ist auch bei eventuellen Rückfällen sehr wichtig.   

Suchtberatungsstellen und Selbsthilfegruppen können dabei nicht nur für Abhängige, sondern auch für deren Angehörige eine wichtige Stütze darstellen. 

Welche Ärzte & Kliniken sind Spezialisten für die Behandlung von Kokainsucht?

Spezialisiert auf die Behandlung einer Kokainsucht sind Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie. In die Betreuung der Patienten sind in der Regel aber viele verschiedene Fachdisziplinen eingebunden, sodass beispielsweise auch psychologische Psychotherapeuten, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten und Sozialarbeiter wichtige Ansprechpartner sind. 

Eine Kokainsucht zu überwinden, kann Betroffene vor eine große Herausforderung stellen und viel Disziplin abfordern. Eine kompetente und fachkundige Betreuung ist daher essenziell für den Therapieerfolg. Bei uns finden Sie daher ausschließlich Fachärzte und Kliniken, die sich auf die Behandlung einer Kokainabhängigkeit spezialisiert haben. Sie alle wurden sorgfältig überprüft und nach strengen Kriterien ausgewählt. Überzeugen Sie sich gerne persönlich von der Kompetenz unserer Experten und vereinbaren Sie direkt ein erstes persönliches Beratungsgespräch. 

Quellen: