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Informationen zum Bereich Schnarchen

Schnarchen ist heute ein in der Öffentlichkeit immer wieder gern thematisiertes Phänomen. Aufgrund der Häufigkeit und der zum Teil erheblichen Belastung für Betroffene und vor allem deren Bettpartner ist eine fundierte Beratung, Diagnostik und falls nötig auch Therapie wichtig. Wie häufig Schnarchen tatsächlich ist, ist nur schwer zu erfassen. Denn die Betroffenen selbst merken von diesen Schlafgeräuschen meist nichts und auch die Empfindlichkeit des Schlafes der Bettpartner kann stark schwanken. Je nachdem wer befragt wird (Betroffener oder Partner) und je nachdem wie häufig das Schnarchen auftreten soll, findet man in der Literatur Zahlen von 2-86% Betroffenen in der Bevölkerung. So schnarchen viele Betroffene z. B. nur wenn sie etwas mehr Alkohol getrunken haben. Erwiesen ist aber die Tatsache, dass Männer im Allgemeinen etwas häufiger von Schnarchen betroffen sind und das Auftrittsmaximum etwa im mittleren Lebensabschnitt (45-55 Jahre) liegt. Im Alter von 45-55 Jahren schnarchen etwa 62% der Männer und 45% der Frauen.

Wie entsteht das Phänomen „Schnarchen“?

Schnarchen, auch „Rhonchopathie“ genannt, entsteht im Schlaf durch das Vibrieren von Weichteilstrukturen an Engstellen der oberen Atemwege. Während des Schlafs kommt es zur Abnahme der Muskelspannung, sodass sich die Vibrationsbereitschaft des Gewebes erhöht und die Luftwege sich zusätzlich weiter verengen. Damit erhöht sich die Geschwindigkeit des Atemflusses und das Schnarchgeräusch kann entstehen. Häufig finden sich bei den Betroffenen typische anatomische Verhältnisse wie Schleimhautüberschuss am weichen Gaumen oder Vermehrung von Weichteilgewebe im Rachen. Der Ursprung des Schnarchgeräuschs ist oft der weiche Gaumen mit dem anhängenden Zäpfchen. Die Geräusche können aber grundsätzlich im gesamten Rachenraum oder seltener im Kehlkopf entstehen. Risikofaktoren für die Entwicklung dieser Schlafgeräusche sind v. a. männliches Geschlecht, erhöhtes Körpergewicht, zunehmendes Alter (bis etwa 65), Alkoholkonsum und Rauchen.

Ist Schnarchen gefährlich?

Schnarchen kann als eigenständiges Phänomen auftreten oder auch Leitsymptom für eine obstruktive Schlafapnoe (OSA = Atmungsstörung während des Schlafs) sein. Bei regelmäßigen Schnarchern ist die Häufigkeit für OSA auf ein Fünffaches erhöht. Die Schlafapnoe führt bei den Patienten zu Atemstillständen während des Schlafs. Die Betroffenen leiden meist unter ausgeprägter Tagesmüdigkeit und verminderter Leistungsfähigkeit. Die Abgrenzung von alleinigem Schnarchen zur obstruktiven Schlafapnoe ist dabei nicht immer möglich, da die Übergänge fließend sind und Schnarchen auch an der Entwicklung einer Schlafapnoe mitbeteiligt ist. Aktuell ist noch unklar, ob eine frühzeitige Therapie des Schnarchens eine OSA-Entstehung verhindern kann. Es werden Zusammenhänge zwischen der Ausbildung von Bluthochdruck (Hypertonie), Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) und erhöhten Blutfettwerten (Hypercholesterinämie) und Schnarchen vermutet.

Beim eigenständigen Phänomen „Schnarchen“ leiden die Betroffenen primär aufgrund der sozial störenden Schlafgeräusche. So ist die Ausprägung der Störung vor allem abhängig von der Wahrnehmung des Bettpartners. Partner von Schnarchern klagen häufiger über Schlafstörungen, morgendliche Kopfschmerzen oder Tagesmüdigkeit. 55% fühlen sich fast jede Nacht durch Schnarchen gestört, 40% schlafen mindestens 1x pro Woche in einem anderen Zimmer, 26% verwenden Schlafmittel oder Ohrenstöpsel und 35% berichten über zeitweise Beziehungsprobleme wegen des Schnarchens.

Schnarchen ist aus medizinischer Sicht ein harmloses, nicht therapiebedürftiges Phänomen, aber aufgrund der sozialen Folgen und der eventuellen Einschränkung der Lebensqualität dadurch sollten bei Bedarf medizinische Hilfen angeboten werden.

Wie kann Schnarchen diagnostiziert werden?

Bei der Diagnose der Rhonchopathie ist eine genaue Befragung (Anamnese) des Betroffenen und idealerweise auch seines Bettpartners richtungsweisend. Dabei wird das Schnarchen genauer evaluiert bezüglich der Auslöser (z.B. Alkoholkonsum, Rückenlage) und Häufigkeit der Schlafgeräusche. Ergänzend können hierbei Fragebögen hilfreich sein. Die körperliche Untersuchung des Patienten sollte Veränderungen der oberen Luftwege erfassen. Dabei werden, eventuell auch endoskopisch, der komplette Rachenraum, die Nase, der Gesichtsschädel und die Mundhöhle auf anatomische Veränderungen (z.B. Schleimhautüberschuss) untersucht. Wichtig ist bei der Krankheitserfassung ein Ausschluss obstruktiver schlafbezogener Atmungsstörungen, sodass eine zusätzliche schlafmedizinische Untersuchung im Schlaflabor nötig sein kann.

Kann man Schnarchen behandeln?

Da Schnarchen nach aktuellem Wissensstand keine Erkrankung ist von der eine Gefährdung ausgeht, besteht keine medizinische Notwendigkeit zur Therapie. Aber wenn von Seiten des Betroffenen ein Therapiewunsch besteht, vor allem bei starker sozialer Belastung, sollten die Behandlungsmöglichkeiten mit diesem besprochen werden.

Es existieren viele, z. T. sehr fragwürdige, Therapieansätze. Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis über die Wirksamkeit von Schnarchsprays, Schnarchkissen oder ähnlichem. Bei der Methodenauswahl ist stets der Nutzen und parallel das Langzeitrisiko der Therapie abzuwägen. So bewirken beispielsweise abschwellende Nasensprays kurzzeitige Besserung des Schnarchphänomens, eine chronische Einnahme kann jedoch schwere Schleimhautschäden verursachen. Grundsätzlich können alle Verfahren isoliert oder kombiniert angewandt werden.

Eine Reduktion des Körpergewichts ist bei allen übergewichtigen Betroffenen anzuraten. Auch eine Vermeidung von Schlafmitteln und abendlicher Alkoholeinnahme, Nikotinkarenz und ein stabiler Schlaf-Wach-Rhythmus können das Schnarchen verbessern und sind natürlich generell aus gesundheitlicher Sicht zu empfehlen. Bei geeigneten Fällen kann durch eine „Unterkiefer-Protrusionsschiene“ eine Besserung erwartet werden. Durch diese Bissschiene wird der Unterkiefer vorverlagert und der Rachenraum dadurch beim Schlafen erweitert. Bei Anwendung sind aber regelmäßige Kontrollen nötig, um gegebenenfalls auftretende Veränderungen des Zahnapparates frühzeitig zu erkennen. Falls das Schnarchen nur in Rückenlage auftritt, was recht selten ist, kann eine Verhinderung der Rückenlage durch Hilfsmittel die Schlafgeräusche mindern. Jedoch ist diese Methode von den Patienten oft schlecht akzeptiert.

Operative, meist minimal-invasive, Eingriffe sind bei geeigneten anatomischen Verhältnissen eine Therapiemöglichkeit. Bei den chirurgischen Eingriffen zur Besserung des Schnarchens sind wenig Langzeitergebnisse bekannt, was mit den Betroffenen diskutiert werden muss. Mit zunehmendem Body-Mass-Index (BMI) nimmt die Wirksamkeit der Eingriffe ab, sodass operative Methoden v. a. bei übergewichtigen Patienten zurückhaltend Verwendung finden sollten. In den 1990er Jahren waren die Operationen am Weichgaumen noch sehr radikal, heute ist die Chirurgie hier wesentlich zurückhaltender. Es gibt am weichen Gaumen z. B. die Möglichkeit einer Gaumensegelstraffung und Gaumenzäpfchenumformung („Uvulopalatopharyngoplastik“ = UPPP) oder einer Mandelentfernung („Tonsillektomie“). Zur Reduktion des Weichteilüberschusses finden heute Laser-chirurgische (LAUP) oder elektrochirurgische Verfahren (Radiofrequenzchirurgie) sowie Weichgaumenimplantate Anwendung. Die Verfahrensauswahl hängt v.a. vom anatomischen, sehr individuellen Befund ab.

Zuletzt sei gesagt, aktuell sind zum Therapieerfolg nur sehr wenige Daten vorhanden und die Erfolge sind auch nur schwer messbar, was dem Betroffenen vor einem Eingriff bewusst gemacht werden sollte.

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich gerne an Ihren Spezialisten für Schlafmedizin.

 

Quellen

S2k-Leitlinie „Diagnostik und Therapie des Schnarchens des Erwachsenen“, Arbeitsgemeinschaft Schlafmedizin der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.

Patientenratgeber „Schnarchen des Erwachsenen“ der deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM), AG Chirurgische Therapieverfahren in der Schlafmedizin

 


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