Harninkontinenz bei Kindern

Sie suchen einen erfahrenen Facharzt für den medizinischen Bereich Harninkontinenz bei Kindern? Bei PRIMO MEDICO finden Sie ausschließlich Spezialisten, Kliniken und Zentren in Ihrem Fachgebiet in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

SPEZIALIST FINDEN

Spezialisten für Harninkontinenz bei Kindern

1  Spezialist gefunden

PD Dr. med. Carlos A. Reck-Burneo

Kinderchirurgie und Kinderurologie

Brandenburg an der Havel

Informationen zum Bereich Harninkontinenz bei Kindern

Was versteht man unter Harninkontinenz im Kindesalter?

Der Begriff Harninkontinenz beschreibt einen unwillkürlichen Verlust von Urin. Da dies bei sehr kleinen Kindern ganz normal ist, spricht man erst ab einem Alter von fünf Jahren von einer Harninkontinenz. 

Die allermeisten Kinder können etwa ab dem Alter von drei Jahren tagsüber und mit etwa fünf Jahren auch nachts den Urinabgang kontrollieren. Bei etwa 5-10% der Kinder kommt es jedoch auch darüber hinaus zum Einnässen. 

Die Harninkontinenz im Kindesalter kann verschiedene Ursachen haben. In der Regel wird eine nicht-invasive Diagnostik angestrebt. Je nach Ursache kommen dann unterschiedliche therapeutische Maßnahmen zum Einsatz. 

Ursachen & Formen: Warum Kinder den Urin nicht halten können

Grob gesagt unterscheidet man bei der kindlichen Harninkontinenz zwei verschiedene Formen: die organische und die nicht-organische, funktionelle Harninkontinenz. Des Weiteren kann man verschiedene Unterformen unterscheiden. 

Organische Harninkontinenz 

Der organischen Harninkontinenz im Kindesalter liegt eine krankhafte körperliche Veränderung zugrunde. Ursächlich können dabei Fehlbildungen im Bereich der Nieren, der Harnwege oder der Blase vorliegen. Zu den möglichen Erkrankungen gehören beispielsweise Harnröhrenklappen oder eine Fehlmündung der Harnleiter in die Blase. 

Weiterhin kann auch eine neurologische Erkrankung zur Harninkontinenz führen. Die Ansteuerung der für den Harnweg wichtigen Organe durch die entsprechenden Nerven ist dabei gestört, sodass der Urinabgang entweder erschwert wird oder auch unkontrolliert erfolgt. 

Nicht-organische Harninkontinenz

Liegt keine organische Ursache für eine Harninkontinenz im Kindesalter vor, dann handelt es sich um eine sogenannte funktionelle Störung. Insgesamt tritt diese Form der Erkrankung deutlich häufiger auf. Man unterteilt sie weiterhin in eine Harninkontinenz im Wachzustand und die sogenannte Enuresis nocturna, die nur nachts auftritt. 

Das Einnässen im Wachzustand kann verschiedene Ursachen haben. Bei einer sogenannten Dranginkontinenz tritt der Harndrang meist sehr plötzlich auf und es kommt auf dem Weg zur Toilette zum unwillkürlichen Urinverlust. Diesem kann beispielsweise eine Hyperaktivität der Blasenmuskulatur oder eine übermäßige Sensibilität der Blase zugrunde liegen. Auch ein bewusstes Vermeiden des Toilettengangs durch das Kind kann eine Inkontinenz im Wachzustand hervorrufen. Dies kann beispielsweise darauf zurückzuführen sein, dass das Kind sehr stark in das Spielen vertieft ist und durch den Toilettengang „nichts verpassen möchte“. Weiterhin kann aber auch ein schmerzhaftes Wasserlassen vermieden werden, beispielsweise weil eine Harnwegsinfektion vorliegt.

Dies Enuresis nocturna bezeichnet das Einnässen im Schlaf bei Kindern über 5 Jahren, das über mind. drei Monate besteht und mind. einmal pro Monat auftritt. Zudem müssen organische Ursachen ausgeschlossen werden, um die Diagnose stellen zu können. Sie tritt oft familiär gehäuft und häufiger bei Jungen auf. 

Der sogenannten primären Form, bei der zu keinem Zeitpunkt eine Kontinenz bestanden hat, liegt eine genetisch bedingte Reifungsstörung derjenigen Hirnareale vor, die für die Steuerung der Harnausscheidung verantwortlich sind. Die nächtliche Kontinenz wird somit erst später erreicht. 

Bei sekundären Formen der Harninkontinenz bestand in der Vergangenheit bereits eine Phase von mindestens sechs Monaten, in der die Kinder „trocken“ waren. Ursächlich sind meist emotionale Belastungen wie beispielsweise die Trennung der Eltern, Konflikte oder traumatische Ereignisse.        

Symptome der kindlichen Inkontinenz

Hauptsymptom der kindlichen Inkontinenz ist ein unwillkürlicher Verlust von Urin. Je nach zugrundeliegender Ursache können begleitend weitere Symptome auftreten. So können beispielsweise bei der organischen Form des Einnässens zusätzlich wiederkehrende Harnwegsinfektionen oder eine erschwerte Urinausscheidung vorliegen. 

Diagnostik: Wie wird Harninkontinenz bei Kindern abgeklärt?

Die Diagnostik sollte bei Störungen der Urinausscheidung im Kindesalter möglichst auf invasive Untersuchungen verzichten. Die wichtigsten Maßnahmen sind daher die Erhebung einer ausführlichen Anamnese sowie die körperliche Untersuchung. Diese kann ergänzt werden durch eine Urinuntersuchung sowie ein Ultraschall der Nieren und ableitenden Harnwege. Symptomtagebücher sowie Protokolle über das Trinkverhalten und die Harnausscheidung können dabei helfen, die Ursache der Beschwerden weiter einzugrenzen. 

Eine nur zeitweise bestehende Inkontinenz weist meist auf eine nicht-organische Ursache hin, bestehen die Symptome jedoch dauerhaft, sollte eine organische Ursache in Erwägung gezogen werden. Dann sollten weiterführende diagnostische Schritte eingeleitet werden. Dazu gehören spezielle urologische Untersuchungen, die beispielsweise den Harnfluss, die Dauer des Harnabgangs oder die Urinmenge genauer untersuchen. 

Behandlungsmöglichkeiten für Kinder mit Blasenfunktionsstörung

Die Therapie einer Erkrankung sollte sich möglichst immer an der zugrundeliegenden Ursache orientieren. So kommen bei der Behandlung einer Harninkontinenz bei Kindern viele verschiedene Therapieoptionen in Frage; Fehlbildungen der harnableitenden Organe sollten beispielsweise korrigiert oder psychische Belastungen therapeutisch behandelt werden. Oberstes Ziel der Therapie ist stets die Kontrolle des Urinabgangs sowie eine Verbesserung der Lebensqualität von Kindern und Eltern. 

Die häufige funktionelle Harninkontinenz hat eine hohe Spontanheilungsrate. Meist wird zunächst die sogenannte Standard-Urotherapie eingeleitet. Sie beinhaltet unter anderem eine Aufklärung über das Krankheitsbild und das Führen eines Einnässkalenders, in dem Toilettengänge sowie Nächte mit und ohne Einnässen dokumentiert werden. Die Kinder werden dabei zu regelmäßigen Toilettengängen sowie einer verbesserten Wahrnehmung von Harn- und Stuhldrang angeleitet. 

Hat die Standard-Urotherapie über einen Zeitraum von mindestens vier Wochen keinen ausreichenden Erfolg, dann müssen speziellere Maßnahmen eingeleitet werden. Ein sogenanntes Klingelgerät kann Kindern beispielsweise dabei helfen, einen nächtlichen Harnverlust zu bemerken und entsprechend die Toilette aufzusuchen. Ein Feuchtigkeitssensor in der Unterwäsche gibt dabei beim Harnabgang einen Alarmton oder ein Vibrieren von sich, durch das die Kinder geweckt werden. Weiterhin können in einigen Fällen auch Medikamente zur Behandlung der Harninkontinenz eingesetzt werden.  

Verlauf & Prognose: Wann bessert sich Inkontinenz bei Kindern?

Die Prognose der kindlichen Harninkontinenz hängt maßgeblich von der zugrundeliegenden Ursache ab. Sie ist jedoch insgesamt gut. 

Die Enuresis nocturna hat eine Spontanheilungsrate von etwa 15% pro Jahr, die Standard-Urotherapie führt in etwa 60% der Fälle innerhalb eines Jahres zur Heilung. 

Welche Ärzte & Kliniken sind Spezialisten für Harninkontinenz bei Kindern?

Die erste Anlaufstelle für Betroffene einer kindlichen Harninkontinenz ist meist der Kinderarzt. Dieser kann eine erste Einschätzung tätigen und eine weitere fachärztliche Behandlung einleiten. Spezialisiert auf die Behandlung dieses Beschwerdebildes sind Fachärzte für Urologie mit einem Schwerpunkt im Bereich Kinderurologie. Je nach zugrundeliegender Ursache können auch Fachärzte für Kinderchirurgie in die Behandlung mit eingebunden sein. 

Wir haben sämtliche hier gelisteten Fachärzte und Kliniken sorgfältig überprüft und hinsichtlich ihrer Erfahrung in der Behandlung einer Harninkontinenz bei Kindern ausgewählt. Sie alle sind spezialisiert auf die Diagnostik und begleiten sowohl betroffene Kinder als auch ihre Eltern während des gesamten Behandlungsprozesses. Überzeugen Sie sich gerne selbst von der Expertise unserer Ärzte und vereinbaren Sie direkt ein erstes persönliches Beratungsgespräch. 

Quellen: