Halszysten

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Informationen zum Bereich Halszysten

Was sind Halszysten?

Bei Halszysten handelt es sich um angeborene, flüssigkeitsgefüllte Hohlräume im Halsbereich. Diese entstehen aus einer unvollständigen Rückbildung von embryonalen Strukturen und treten meist nach der Lokalisation im Kindesalter oder jungen Erwachsenenalter auf. Man unterscheidet hier zwischen medianen und lateralen Zysten. 

Das Hauptsymptom ist eine sicht- und tastbare, langsam wachsende Schwellung im Halsbereich. Die Zysten sind an sich schmerzlos, können sich aber entzünden und schmerzhaft werden. Die Therapie besteht in der Regel aus der operativen Entfernung der Zysten, um rezidivierende Infektionen und weitere Komplikationen zu vermeiden.

Welche Arten von Halszysten gibt es?

Halszysten werden nach ihrer Lokalisation und embryonalen Ursprung unterteilt in mediane und laterale Halszysten. Der Begriff „medial“ beschreibt eine Lage nahe der Mittellinie des Körpers, während „lateral“ eine weiter außen gelegene Lage beschreibt. Beide Formen sind grundsätzlich gutartig und lassen sich gut behandeln.

Die medianen Halszysten treten deutlich häufiger auf als die lateralen Halszysten und bilden sich meistens im Bereich des Zungenbeines. Sie werden aufgrund ihres embryonalen Ursprungs auch Thyreoglossuszysten genannt. Sie treten vor allem bei Kindern unter 5 Jahren auf.

Die andere, seltenere Gruppe sind die lateralen Halszysten. Diese treten im seitlichen Halsbereich auf und stammen aus den Kiemenbogenanlagen. Sie treten häufiger im 2. Oder 3. Jahrzehnt auf. Aufgrund von einem hohen Risiko von rezidivierenden Infektionen und Fistelbildungen wird stets eine operative Entfernung empfohlen.

Ursachen und Entstehung von Halszysten

Halszysten sind in der Regel angeboren und entstehen bereits vor der Geburt, während der embryonalen Entwicklung. In der Entwicklung vom Kopf-Hals-Bereich bilden sich vorübergehend Kanäle, aus denen wichtige Strukturen hervorgehen, die sich im Normalfall wieder zurückbilden. Wenn das nicht der Fall ist, können sich solche Reste zu kleinen, gutartigen Zysten entwickeln.

Die medianen Halszysten entstehen aus den Überresten des Ductus thyreoglossus. Dabei handelt es sich um einen embryonalen Kanal, durch welchen die Schilddrüse während der Entwicklung an ihren richtigen Ort wandert. Wenn sich die Überreste nicht vollständig zurückbilden, so entsteht im mittleren Halsbereich eine mediane Halszyste.

Die Ursache der lateralen Halszysten ist nicht vollständig geklärt, aber man geht von einer ähnlichen Hypothese wie bei den medianen Halszysten aus. Es wird vermutet, dass sich Reste der embryonalen Kiemenbogenanlagen nicht vollständig zurückbilden und so Hohlräume hinterlassen, die sich später mit Flüssigkeit füllen und zu Zysten werden. 

Typische Symptome und Beschwerden

Halszysten können lange Zeit unbemerkt bleiben, da sie zunächst schmerzfrei sind, insbesondere wenn sie noch klein sind. Sie treten als eine sicht- und tastbare Schwellung am Hals auf, die entweder zentral (mediane Halszyste) oder seitlich (laterale Halszyste) liegt. Oft werden diese Zysten mit der Zeit größer.

Grundsätzlich sind Halszysten schmerzlos, jedoch weisen sie eine Tendenz auf, sich zu entzünden. Insbesondere bei oberen Atemwegsinfektionen können Bakterien in die Zysten gelangen. Dies führt dann zu einer schmerzhaften und geröteten Zyste. Bei rezidivierenden Entzündungen kann es, vor allem bei den lateralen Halszysten, zu einer Fistelbildung kommen. Eine Fistel ist ein kleiner Gang, der eine Verbindung zwischen der Zyste und der Haut oder dem Rachen schafft. Über den Fistelgang kann die Flüssigkeit oder eitriges Sekret nach außen oder in den Rachen abfließen.

Besonders große Halszysten können Druck auf umliegende Strukturen ausüben und sogar Schluckbeschwerden verursachen. Außerdem tragen Halszysten, auch wenn extrem selten, ein Entartungsrisiko. Das bedeutet, dass sich in Ausnahmefällen eine gutartige Halszyste in einen malignen Tumor entwickeln kann. Daher empfiehlt es sich immer gutartige Halszysten frühzeitig zu entfernen.

Wie werden Halszysten diagnostiziert?

Die Diagnose der Halszysten stellt in der Regel der Kinderarzt oder Hausarzt. Der Termin beginnt stets mit einer ausführlichen Anamnese bezüglich der Beschwerden und wie lange die Zyste schon besteht. Wichtige Information sind auch frühere Entzündungen der Zyste und die Geschwindigkeit des Wachstums. Danach folgt eine gründliche körperliche Untersuchung, worauf der Arzt die Lage, Größe und Schmerzhaftigkeit der Zyste beurteilt und sie in eine mediane oder laterale Halszyste einteilt.

Im Anschluss führt der Arzt eine Ultraschalluntersuchung durch, da sich Zysten gut darstellen lassen. Bei unklaren Befunden kann es notwendig sein, weitere bildgebende Verfahren durchzuführen, wie Computertomographie oder Magnetresonanztomographie. Da Zysten bei Erwachsenen häufiger mit bösartigen Veränderungen verbunden sind als bei Kindern, kann zusätzlich eine Feinnadelaspiration durchgeführt werden, um solche auszuschließen. 

Behandlungsmöglichkeiten bei Halszysten und ihre Prognose

Grundsätzlich empfiehlt sich bei jeder Halszyste eine operative Entfernung. Das liegt daran, dass sich solche Zysten nicht zurückbilden und zu wiederholten Entzündungen und Fistelbildungen führen können. Bei akuten Entzündungen der Halszysten, sollte diese erst konservativ mit Antibiotika behandelt werden. Akute Entzündungen erhöhen das Risiko von operativen Eingriffen, daher werden Halszysten vorzugsweise in einem entzündungsfreien Zustand operiert.

Ziel der Operation ist es alle Anteile der Zyste zu entfernen, inklusive möglicher Fistelgänge, um Rezidive zu vermeiden. Solche Operationen heißen Exstirpation. Bei medianen Halszysten wird häufig das Zungenbein mitentfernt. Die Prognose nach einer vollständigen Exstirpation ist grundsätzlich sehr gut, mit niedrigen Rezidivraten. Bei Kindern werden diese Operationen immer stationär durchgeführt, bei Erwachsenen können sie sogar ambulant gemacht werden. 

Welche Ärzte & Kliniken sind Spezialisten für Halszysten?

Die erste Anlaufstelle für Halszysten sind meistens Kinder- oder Hausärzte. Aufgrund der operativen Therapie überweisen diese jedoch zu Fachärzten der Hals-Nasen-Ohren (HNO) Heilkunde. Sie verfügen über besondere Erfahrung mit allen Erkrankungen des Halsbereiches und können die operative Exstirpation von Halszysten durchführen.

Je nach Ausmaß und Komplexität der Halszysten können auch Kinderchirurgen sowie Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgen (MKG) in die Behandlung mit einbezogen werden. Daher ist es nicht unüblich, dass die Planung und operative Versorgung interdisziplinär erfolgt. 

Wir möchten Ihnen dabei helfen, für Sie oder Ihr Kind, den passenden Spezialisten oder die richtige Klinik zu finden. Alle hier gelisteten Ärzte und Kliniken zeichnen sich durch ihre umfangreiche Erfahrung in der Diagnose und Behandlung von Halszysten aus. Profitieren Sie von ihrer Expertise und kontaktieren Sie spezialisierte Fachärzte für Halszysten. 

Quellen: