Spezialisten für Fokale Therapie bei Prostatakrebs
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Informationen zum Bereich Fokale Therapie bei Prostatakrebs
Was ist eine fokale Therapie bei Prostatakrebs?
Die fokale Therapie bei Prostatakrebs beinhaltet verschiedene Behandlungsmethoden, die im Gegensatz zu den Standardverfahren nur lokal den Teil der Prostata behandeln, in dem der Tumor sitzt. Es handelt sich dabei um sogenannte minimal-invasive Verfahren. Das Ziel der Behandlung ist grundsätzlich die Heilung des Patienten.
Prostatakrebs, auch als Prostatakarzinom bezeichnet, gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen des Mannes. Je nach Ausbreitung des Tumors kommen unterschiedliche Behandlungsmaßnahmen in Frage. Die wichtigsten Verfahren sind dabei die operative Entfernung der gesamten Prostata sowie die Strahlentherapie. Daneben können auch ein abwartendes Verhalten unter regelmäßiger Kontrolle oder eine Hormontherapie indiziert sein. Eine Kombination der Verfahren ist ebenso möglich.
Die fokale Therapie stellt eine wichtige Ergänzung dieser Standardverfahren dar.
Für wen kommt die Behandlung infrage?
Die fokale Therapie kann aktuell Patienten mit einem Prostatakarzinom angeboten werden, das auf eine Seite der Prostata beschränkt und lokal begrenzt ist. Lokal begrenzt bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Tumor nur an einer und nicht an mehreren Stellen in der Prostata wächst. Zudem kommen die Verfahren nur in Frage, wenn der Tumor die Kriterien für ein „niedriges Risiko“ erfüllt. Hierzu gehört beispielsweise ein PSA-Wert unter 10ng/ml.
Die Standardverfahren stellen aktuell weiterhin die primären Therapieoptionen bei allen Formen des Prostatakrebses dar. Bei Patienten, die diese Verfahren ablehnen und die genannten Kriterien erfüllen, kann die fokale Therapie aber eine Alternative darstellen.
Welche Methoden kommen zum Einsatz?
Im Folgenden sollen die wichtigsten Methoden der fokalen Therapie bei Prostatakrebs kurz erläutert werden.
Vaskuläre, gezielte photodynamische Therapie (VTP)
Photodynamische Therapieverfahren basieren darauf, den Patienten einen speziellen Stoff zu verabreichen, der sich im zu behandelnden Gewebe anreichert und anschließend mit Hilfe von Licht einer bestimmten Wellenlänge aktiviert wird. Durch die Aktivierung entstehen bestimmte Stoffe, die zur Zerstörung des jeweiligen Gewebes führen.
Im Falle von Prostatakrebs kann den Patienten ein Stoff namens Padeliporfin über die Vene verabreicht werden. Er reichert sich im Prostatagewebe an und kann ultraschall-gesteuert durch Licht aktiviert werden. Hierfür ist eine kurze Narkose notwendig.
Hochintensive fokussierte Ultraschalltherapie (HIFU)
Die HIFU beruht auf dem Einsatz von Druck und Hitze, die zur Zerstörung des erkrankten Prostatagewebes führen. Dazu wird unter Sedierung oder Narkose eine spezielle Ultraschallsonde in den Enddarm eingeführt. Da die Prostata direkt an diesen angrenzt, ist sie hierüber gut erreichbar. Die Sonde gibt dann die Schallwellen an das Gewebe ab, wodurch in der Prostata Druck und Hitze entstehen, um die Krebszellen zu zerstören.
Kältetherapie (lokale Kryotherapie)
Bei der sogenannten Kryotherapie wird das Gewebe gezielt starker Kälte ausgesetzt. Unter Ultraschallkontrolle werden dazu Hohlnadeln in die Prostata eingeführt, die spezielle Gase freisetzen. So werden Temperaturen von etwa -40°C erzeugt und das Gewebe anschließend wieder erwärmt. Durch diese starken Temperaturschwankungen soll ein Absterben des Tumorgewebes bewirkt werden.
Irreversible Elektroporation (IRE)
Bei diesem noch relativ neuen Verfahren wird in der Prostata lokal Strom erzeugt, der zum Untergang des Tumorgewebes führen soll. Dazu werden zwei kleine Elektroden in die Prostata eingeführt, zwischen denen ein Stromfluss erzeugt wird. Dieser führt zum Absterben des Gewebes im entsprechenden Bereich.
Wie wird die Eignung im Vorfeld geprüft?
Bevor ein Therapieverfahren eingeleitet wird, muss die genaue Ausdehnung des Tumors durch verschiedene Verfahren ermittelt werden. Die Krebserkrankung wird dabei einem bestimmten Tumorstadium zugeordnet. Dazu gehören unter anderem eine PSA-Wert Bestimmung im Blut, eine Tastuntersuchung des Rektums, eine MRT-Untersuchung sowie die Entnahme einer Gewebeprobe.
In einem zweiten Schritt erfolgt die Einteilung in Risikogruppen. Dabei werden die Ergebnisse der zuvor durchgeführten Untersuchungen berücksichtigt.
Patienten, für die eine fokale Therapie prinzipiell in Frage kommt, sollten neben einer systematischen Entnahme mehrerer Gewebeproben (Biopsie) auch eine spezielle MRT-Untersuchung sowie eine sogenannte Fusionsbiopsie erhalten. Dabei werden MRT-Bilder mit Ultraschallbildern kombiniert, um so eine gezielte Gewebeprobe aus tumorverdächtigen Bereichen entnehmen zu können.
Wie läuft die Behandlung ab?
Der genaue Ablauf der Behandlung hängt davon ab, welches Verfahren der fokalen Therapie gewählt wurde. In der Regel ist eine tiefe Sedierung oder eine kurze Narkose notwendig. Zudem wird oft ein kurzer stationärer Krankenhausaufenthalt empfohlen.
Wie genau das jeweilige Verfahren abläuft, wird aber in jedem Fall vor der Therapie durch das Behandlungsteam ausführlich erläutert.
Welche Chancen und Risiken gibt es?
Die Vorteile fokaler Therapieverfahren ergeben sich aus der lokal begrenzten Ausdehnung der Behandlung. So soll das Tumorgewebe zielgerichtet zerstört und umliegendes Gewebe bestmöglich geschützt werden. Das Risiko für Nebenwirkungen vieler Standardbehandlungen wie beispielsweise Inkontinenz oder Impotenz soll so reduziert werden. Die Verfahren sind somit oft schonender für die Patienten.
Allerdings ist die fokale Therapie bei Prostatakrebs noch ein relativ neues Konzept, sodass die Studienlage derzeit noch unzureichend ist. Daher bilden die Standardverfahren weiterhin die Therapieoption erster Wahl. Mit zunehmendem Einsatz der fokalen Therapie und Fortführung der medizinischen Forschung in diesem Bereich kann jedoch in Zukunft vermutlich auch der langfristige Nutzen der Behandlung beurteilt werden.
Was ist nach der Behandlung wichtig?
Nach einer fokalen Therapie sowie nach jeder anderen Krebsbehandlung erfolgen in jedem Fall regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen. Diese zielen zum einen darauf ab, mögliche Folgeerscheinungen der Behandlung zu erkennen und gegebenenfalls zu behandeln, zum anderen soll ein Wiederauftreten der Krebserkrankung möglichst früh entdeckt werden.
Im Falle von Prostatakrebs gehört zu diesen Untersuchungen beispielsweise die regelmäßige Kontrolle des PSA-Wertes.
Bei Patienten nach fokaler Therapie sollte zudem 6 bis zwölf Monate nach der Behandlung eine erneute systematische Entnahme von Gewebeproben aus der Prostata erfolgen, um den Therapieerfolg zu kontrollieren.
Welche Ärzte & Kliniken sind Spezialisten für die fokale Therapie bei Prostatakrebs?
Fachärzte für Urologie sind spezialisiert auf die Behandlung von Prostatakrebs. Sie sind somit auch die kompetentesten Absprechpartner bezüglich der verschiedenen Behandlungsoptionen inklusive der fokalen Therapie.
Wer an Prostatakrebs erkrankt ist, möchte selbstverständlich durch ein kompetentes und hocherfahrenes Team behandelt werden. Die Suche nach einem passenden Spezialisten kann die Betroffenen dabei vor eine große Herausforderung stellen. Daher haben wir sämtliche hier gelisteten Fachärzte und Kliniken sorgfältig überprüft und hinsichtlich ihrer Kompetenz auf dem Gebiet der fokalen Therapie bei Prostatakrebs ausgewählt. Sie alle verfügen über weitreichende Erfahrung und erwarten bereits Ihre Behandlungsanfrage.
Quellen:
- S3-Leitlinie Prostatakarzinom. Version 8.1 – August 2025. AWMF-Registernummer: 043-022OL. Link: register.awmf.org/assets/guidelines/043-022OLl_S3_Prostatakarzinom_2025-08.pdf [zuletzt aufgerufen am 09.07.2026]
- Deutsches Krebsforschungszentrum Krebsinformationsdienst: www.krebsinformationsdienst.de/prostatakrebs/fokale-therapie [zuletzt aufgerufen am 09.07.2026]
