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Was ist Drogensucht?
Die Drogensucht ist ein komplexes psychiatrisches Krankheitsbild, das sehr häufig vorkommt und in vielen Fällen eine stationäre Behandlung notwendig macht.
Als Droge wird laut der Definition der Weltgesundheitsorganisation WHO ein Stoff bezeichnet, der als Rauschmittel primär zur Erzeugung eines Rauschzustandes oder zur Entstehung eines Abhängigkeitssyndroms führt. Man unterscheidet zwischen legalen Drogen wie Alkohol oder Zigaretten und illegalen Drogen. Zu diesen gehören beispielsweise Substanzen wie Kokain, Heroin oder Amphetamine.
Unter dem Begriff Sucht versteht man einen wiederkehrenden oder dauerhaft bestehenden Vergiftungszustand durch die Einnahme einer Substanz, der schädliche Auswirkungen auf den Einzelnen und/ oder die Gesellschaft hat. So äußert sich eine Drogensucht beispielsweise durch ein starkes Verlangen nach einer bestimmten Substanz. Durch den Konsum dieser Substanz wird ein Rauschzustand hervorgerufen, der vielfältige negative Auswirkungen hat.
Wie entsteht eine Abhängigkeit von Drogen?
Die Entstehung einer Drogensucht ist meist ein komplizierter Prozess, bei dem mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Man geht davon aus, dass sowohl genetische als auch Umweltfaktoren dabei Einfluss nehmen. Beim Drogenkonsum ist zudem auch die Ausschüttung bestimmter Stoffe im Gehirn am Entstehungsprozess einer Sucht beteiligt.
Genetische Einflussfaktoren scheinen bei allen Süchten eine gewisse Rolle zu spielen, in der Regel sind daran mehrere Gene beteiligt. So kann es dazu kommen, dass bestimmte Menschen eher zur Entwicklung einer Sucht neigen als andere. Man bezeichnet dies auch als Veranlagung oder Prädisposition.
Viele Drogen bewirken im Gehirn die Ausschüttung bestimmter Botenstoffe, beispielsweise von Dopamin. Dieses spielt eine wichtige Rolle beim hirneigenen Belohnungssystem. Auch Lernprozesse nehmen dabei wichtigen Einfluss. Die Vorgänge sind sehr komplex und unterschiedlich bei verschiedenen Substanzen. Letztlich wird hierdurch aber das Verlangen nach einem bestimmten Stoff begünstigt.
Schließlich spielen auch Umweltfaktoren wie das soziale Umfeld eine wichtige Rolle bei der Entstehung einer Drogenabhängigkeit. Faktoren wie ein instabiles Umfeld, Drogenkonsum im Freundeskreis, finanzielle Probleme oder traumatische Ereignisse begünstigen die Suchtentstehung. Eine gute soziale Einbindung, ein gesundes Selbstbewusstsein oder ein drogenfreies Umfeld wirken wiederum als Schutzfaktoren.
Letztlich ist die Entstehung einer Drogenabhängigkeit immer ein komplexer Prozess, bei dem viele verschiedene Faktoren eine Rolle spielen können.
Woran erkennt man Drogensucht? Symptome und Anzeichen
Das Leitsymptom der Drogensucht ist ein starkes Verlangen nach der entsprechenden Substanz, sodass der entsprechende Stoff regelmäßig konsumiert werden muss. Bei nicht-Einnahme kommt es zu Entzugssymptomen, die sowohl körperlich als auch psychisch sein können.
Mögliche Anzeichen einer Drogensucht sind:
- starkes Verlangen nach der Substanz
- ständige gedankliche Beschäftigung mit der Droge bzw. dem Konsum
- Kontrollverlust bezüglich der Einnahme der Substanz
- Vernachlässigung anderer Aktivitäten zugunsten des Drogenkonsums
- instabile psychische Verfassung mit Stimmungsschwankungen
- körperliche Symptome durch den Drogenkonsum, z.B. Gewichtsverlust, Schwäche
- Symptome bei nicht-Einnahme der Droge (Entzugssymptome) wie beispielsweise Gereiztheit, Unruhe, Schwitzen, Zittern oder Verwirrtheit
Welche Folgen kann Drogensucht für Körper und Psyche haben?
Eine Drogensucht kann weitreichende körperliche und psychische Folgen haben. Das Ausmaß dieser Folgeschäden hängt dabei nicht nur von der konsumierten Substanz, sondern auch von der Dauer des Konsums sowie der individuellen körperlichen und psychischen Verfassung ab.
Häufige körperliche Folgen eines Drogenkonsums sind eine allgemeine Abnahme der Leistungsfähigkeit oder Gewichtsverlust. Je nach konsumierter Droge sind weitere Symptome möglich. Im Falle eines Alkoholkonsums kann es beispielsweise zu einer Leberschädigung oder Erkrankungen des Gehirns kommen. Auch die Entstehung bestimmter Krebserkrankungen wird durch einen langfristigen Alkoholkonsum begünstigt. Herzerkrankungen können ebenso die Folgeerscheinung einer Drogensucht sein.
Mögliche psychische Folgen einer Drogenabhängigkeit sind:
- Depressionen
- Halluzinationen
- Wahnvorstellungen
- lebensmüde Gedanken (Suizidalität)
Wie wird Drogensucht diagnostiziert?
Um eine Drogensucht diagnostizieren zu können, sollte immer eine vertrauensvolle Arzt-Patienten-Beziehung aufgebaut werden. In einem wertschätzenden Gespräch kann dann das Thema Drogen angesprochen werden, um einen eventuell bestehenden schädigenden Konsum erkennen zu können.
Um die Diagnose eines Abhängigkeitssyndroms zu stellen, müssen mindestens drei der folgenden Kriterien innerhalb eines Jahres erfüllt sein:
- starker Wunsch oder Zwang, die Substanz zu konsumieren
- verminderte Kontrollfähigkeit über Menge, Beginn und Beendigung des Drogenkonsums
- körperliche Entzugserscheinungen bei vermindertem oder ausbleibendem Konsum
- Toleranzentwicklung und Dosissteigerung (um den gleichen berauschenden Effekt zu erzielen, muss eine immer größere Menge der Substanz eingenommen werden)
- Vernachlässigung anderer Tätigkeiten zugunsten des Drogenkonsums
- Fortführung des Drogenkonsums, obwohl nachweislich schädliche Folgen bestehen
Auf die Anamneseerhebung sollte immer eine vollständige körperliche Untersuchung erfolgen. So können ggf. bereits begleitende Erkrankungen oder bestehende Folgeschäden des Drogenkonsums aufgedeckt werden.
Ergänzend werden häufig eine Blut- und Urinuntersuchung durchgeführt. Hier kann zum einen die Substanz selbst nachgewiesen werden, zum anderen aber auch Folgen des Konsums wie zum Beispiel eine Blutarmut, Vitaminmangel oder Leberfunktionsstörungen.
Je nach Art und Dauer des Drogenkonsums können noch weitere diagnostische Untersuchungen wie beispielsweise bildgebende Verfahren notwendig sein.
Wie wird Drogensucht behandelt?
Obwohl es sich bei der Drogensucht um ein vornehmlich psychiatrisches Krankheitsbild handelt, müssen in der Therapie sowohl die psychischen als auch die körperlichen Aspekte der Erkrankung berücksichtigt werden. Häufig ist daher eine stationäre Behandlung erforderlich. Diese bietet zudem den Vorteil, dass die Betroffenen für eine gewisse Zeit von ihrem möglicherweise schädlichen sozialen Umfeld isoliert sind.
Wichtigste Grundlage für die Behandlung einer Drogensucht ist der Wunsch des Patienten, die Sucht zu beenden. Eine Motivation durch das behandelnde Team, die Suchtbehandlung sowohl zu beginnen als auch bis zum Ende durchzuhalten, ist daher essenziell.
Typischerweise kann die Behandlung dann in mehreren Phasen erfolgen:
- Entgiftung (Entzug)
- Entwöhnung
- Nachsorge
Die Entgiftungsphase muss in aller Regel stationär erfolgen. Dabei wird die Substanz entweder abrupt oder schrittweise abgesetzt. Die Patienten werden dabei engmaschig überwacht, um sowohl die körperlichen als auch die psychischen Entzugssymptome behandeln zu können. Das Ziel der Therapie ist die vollständige Abstinenz, d.h. der komplette Verzicht auf die Droge.
In der Entwöhnungsphase steht vor allem die Behandlung der psychischen Faktoren der Sucht im Fokus. Die Psychotherapie ist dabei die wichtigste Komponente. Die Entwöhnung kann sowohl ambulant als auch stationär durchgeführt werden und umfasst in der Regel einen längeren Zeitraum von mehreren Wochen bis Monaten.
Um Patienten dabei zu unterstützen, auch langfristig abstinent zu bleiben, ist die meist mehrjährige Nachsorgephase besonders wichtig. Hier können neben der Psychotherapie beispielsweise auch Selbsthilfegruppen eine wichtige stabilisierende Funktion übernehmen.
Welche Ärzte, Kliniken und Spezialisten helfen bei Drogensucht?
Um eine Drogensucht zu überwinden, ist ein kompetentes Team zur Unterstützung der Betroffenen essenziell. Spezialisierte Zentren bieten den Vorteil, dass hier verschiedene Kompetenzen gebündelt werden und der Patient ein interdisziplinäres Behandlungskonzept erhält.
Spezialisiert auf die Behandlung einer Drogensucht sind beispielsweise Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie. Zu den wichtigsten nicht-ärztlichen Spezialisten gehören neben psychologischen Psychotherapeuten auch Ergotherapeuten oder Sozialarbeiter.
Wir haben sämtliche hier gelisteten Spezialisten sorgfältig überprüft und hinsichtlich ihrer Erfahrung in der Behandlung einer Drogensucht ausgewählt. Sie alle sind Experten ihres jeweiligen Fachgebietes und begleiten ihre Patienten während des gesamten Behandlungsprozesses. Überzeugen Sie sich gerne persönlich von der Kompetenz unserer Behandler und vereinbaren Sie direkt ein erstes Beratungsgespräch.
Quellen:
- Holzhüter, Fabian: BASICS Psychiatrie. 2023, Elsevier GmbH. ISBN 978-3-437-41084-0.
- Amboss, Nachschlagewerk für Mediziner. next.amboss.com/de/article/KP0UfT [zuletzt aufgerufen am 13.04.2026]
- Bundeszentrale für politische Bildung www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/das-junge-politik-lexikon/320130/drogen/ [zuletzt aufgerufen am 13.04.2026]
