Drogenentzug

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Informationen zum Bereich Drogenentzug

Was ist ein Drogenentzug? 

Unter dem Begriff Drogenentzug versteht man im Allgemeinen Behandlungsmaßnahmen, die zur Bewältigung einer Drogenabhängigkeit eingesetzt werden. Im engeren Sinne bedeutet Drogenentzug jedoch nur den freiwilligen oder unfreiwilligen Verzicht auf die Droge, häufig werden hierdurch nur die körperlichen Aspekte der Abhängigkeit behandelt. 

Der Entzug ist somit Teil eines komplexen Behandlungsprogrammes, um Betroffenen mit einer Substanzabhängigkeit auch langfristig zu helfen. Dieses beinhaltet neben dem reinen Verzicht auf die Droge weitere Aspekte wie beispielsweise die Rückfallprophylaxe. 

Wann ist ein Drogenentzug notwendig? 

Ein Drogenentzug kann bei jeglichen Formen der Drogenabhängigkeit indiziert sein. Viele verschiedene Substanzen können eine Droge darstellen und bei den Betroffenen eine psychische und/oder körperliche Abhängigkeit hervorrufen. Man unterscheidet grob zwischen legalen Drogen wie Alkohol, Nikotin oder einige Medikamenten und illegalen Drogen. Zu diesen gehören beispielsweise Kokain, Heroin oder Ecstasy. 

Ein Abhängigkeitssyndrom, das einen Drogenentzug notwendig machen kann, zeichnet sich vor allem durch ein starkes Verlangen nach der Substanz aus. Weitere mögliche Symptome sind: 

  • eingeschränkte Kontrolle bezüglich des Beginns oder der Beendigung des Drogenkonsums
  • Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten des Drogenkonsums
  • körperliche Entzugserscheinungen bei nicht-Einnahme der Droge
  • Notwendigkeit, immer mehr von der Droge einnehmen zu müssen, um einen gleichbleibenden Effekt zu erzielen (sog. Toleranzentwicklung)
  • Fortführung des Konsums trotz des Nachweises von schädlichen Folgen 

Wie läuft ein Drogenentzug ab? 

Je nach konsumierter Substanz unterscheiden sich auch die verschiedenen Therapiekonzepte der Entzugsbehandlung. In den allermeisten Fällen handelt es sich um eine Kombination aus stationären und ambulanten Behandlungskonzepten. 

Typischerweise umfasst die Therapie einer Drogenabhängigkeit vier verschiedene Phasen: 

  • Motivationsphase
  • Entgiftung
  • Entwöhnung
  • Nachsorge 

Die Motivationsphase dient dazu, die Patienten in ihrem Willen zu bestärken, die Drogeneinnahme zu beenden. Wichtigste Grundlage hierfür ist eine gewisse Krankheitseinsicht der Patienten. Häufig sind zudem wichtige Bezugspersonen wie Familie und Freunde in den Prozess mit eingebunden. 

Die Arzt-Patienten-Beziehung sollte in dieser Phase aufgebaut bzw. gestärkt werden, sodass gemeinsam ein Behandlungsplan erstellt werden kann. 

Die Entgiftung stellt den Entzug im engeren Sinne des Wortes dar. Am Ende dieser Phase soll eine Abstinenz, also ein kompletter Verzicht auf die Droge erreicht werden. Dabei wird die Droge unter professioneller Anleitung und mit therapeutischer Unterstützung schrittweise oder komplett abgesetzt. In dieser Phase treten vor allem körperliche Entzugssymptome auf, die häufig eine Medikamentengabe notwendig machen. 

Die psychischen Aspekte der Drogensucht sind für die Entstehung und Aufrechterhaltung einer Abhängigkeitserkrankung sehr wichtig. Sie werden in der Entwöhnungsphase behandelt, die mehrere Monate Zeit in Anspruch nehmen kann. Zumindest zu Beginn ist dabei häufig ein stationäres Setting sinnvoll. 

Die Patienten erhalten dabei Unterstützung von einem multiprofessionellen Team, das neben psychotherapeutischen Sitzungen auch Maßnahmen wie Gruppentherapie, Ergotherapie, Entspannungsverfahren oder Unterstützung durch Sozialarbeiter beinhalten kann.

Die Nachsorgephase dient nicht nur dazu, die Abstinenz aufrecht zu erhalten, sondern auch neue berufliche und soziale Perspektiven zu entwickeln. Hier spielen neben dem therapeutischen Team häufig auch Suchtberatungsstellen, Sozialarbeiter oder Selbsthilfegruppen eine wichtige Rolle. Zudem werden auch regelmäßige hausärztliche Vorstellungen empfohlen, beispielsweise auch um mögliche körperliche Auswirkungen der Drogensucht zu identifizieren und zu behandeln. 

Welche Symptome treten beim Drogenentzug auf? 

Gerade ein langjähriger Drogenkonsum kann im Rahmen der Entzugsbehandlung verschiedene körperliche und psychische Symptome hervorrufen. Diese werden von den Patienten häufig als sehr quälend empfunden und müssen daher engmaschig durch das Behandlungsteam kontrolliert und gegebenenfalls behandelt werden. 

Gerade die körperlichen Symptome können je nach konsumierter Substanz variieren. Zu den möglichen Krankheitszeichen gehören dabei unter anderem: 

  • körperliche Schwäche und Abnahme der Leistungsfähigkeit
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Muskelzittern
  • Fieber und Schüttelfrost
  • Störungen im Elektrolythaushalt
  • Krämpfe
  • Halluzinationen 

Das häufigste psychische Symptom eines Drogenentzuges ist das starke Verlangen nach der Droge, das im Verlauf der Behandlung häufig abnimmt. Weiterhin ist die Stimmung oft beeinträchtigt, sodass die Betroffenen niedergeschlagen, gereizt oder sehr unruhig sind. Weiterhin können auch Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Angst, Aggressivität oder eine Veränderung des Appetits auftreten. 

Wie lange dauert ein Drogenentzug? 

Der körperliche Entzug von der Droge kann je nach Substanz einige Tage bis Wochen andauern. Dies hängt unter anderem auch davon ab, ob die Substanz schrittweise oder abrupt abgesetzt werden kann. Bei einer Alkoholabhängigkeit kann der ärztlich begleitete körperliche Entzug nach etwa einer Woche abgeschlossen sein, bei einer Abhängigkeit von Benzodiazepinen (Beruhigungsmittel) hingegen muss oft ein schrittweises Absetzen der Substanz erfolgen, sodass der Prozess mehrere Wochen bis Monate in Anspruch nehmen kann. 

Da es sich bei einer Drogensucht um ein komplexes Krankheitsbild handelt, das neben den körperlichen Aspekten auch psychische und soziale Einflussfaktoren beinhaltet, kann auch der gesamte Behandlungsprozess sehr lange dauern. Die Patienten haben somit häufig Jahre, mitunter auch lebenslang mit den Folgen der Drogensucht zu tun. Hierbei können Selbsthilfegruppen eine wichtige langfristige Unterstützung für die Patienten darstellen. 

Ambulant oder stationär: Welche Form des Drogenentzugs ist sinnvoll? 

Grundsätzlich muss für jeden Patienten abhängig von der Art der Drogensucht, den häuslichen und beruflichen Aspekten sowie des sozialen Umfeldes immer ein individuelles Behandlungskonzept entwickelt werden. Für den körperlichen Entzug wird in der Regel ein stationäres Behandlungssetting empfohlen, um mögliche Entzugssymptome zu erkennen und gegebenenfalls zu behandeln. Zudem kann auch die zeitweise Distanzierung vom üblichen sozialen Umfeld hilfreich sein. 

In einigen Fällen kann der Drogenentzug jedoch auch ambulant erfolgen. Voraussetzung hierfür sind jedoch regelmäßige ärztliche bzw. therapeutische Vorstellungen sowie ein stabiles soziales Umfeld. Eine mögliche Alternative bietet ein teilstationäres Konzept, bei dem die Nächte zwar zu Hause verbracht werden, die Patienten jedoch tagsüber an den Therapien in einer sogenannten Tagesklinik teilnehmen. Dieses Konzept eignet sich beispielsweise auch gut für die Entwöhnungsphase der Behandlung. 

Welche Medikamente können beim Drogenentzug helfen?

Die medikamentöse Behandlung im Rahmen eines Drogenentzuges erfolgt in erster Linie symptomatisch. Die Medikamente sollen die körperlichen Entzugssymptome abmildern sowie möglichen Komplikationen entgegenwirken. Die Substanzen unterscheiden sich je nach Art der Drogenabhängigkeit. 

Im Falle einer Alkoholsucht beispielsweise wird immer Vitamin B1 (Thiamin) verabreicht, da die Patienten häufig einen Mangel aufweisen und dieser langfristig zur Hirnschädigung führen kann. 

Weiterhin können folgende Medikamente bei einem Drogenentzug eingesetzt werden: 

  • Antipsychotika
  • Beruhigungsmittel
  • Medikamente zur Verhinderung oder Behandlung von Krampfanfällen
  • Infusionen zum Ausgleich von Störungen im Flüssigkeits- oder Elektrolythaushalt
  • Schmerzmittel  

Wie hoch sind die Kosten für einen Drogenentzug?

Die Kosten für die stationäre oder teilstationäre Entgiftung werden in der Regel von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen. In der Entwöhnungsphase werden die Behandlungskosten meist von der gesetzlichen Rentenversicherung, in einigen Fällen auch von der Krankenversicherung übernommen.

In einer privaten Entzugsklinik müssen die Kosten von den Patienten selbst aufgebracht werden. Diese liegen häufig im Bereich zwischen 550 und 650 Euro pro Tag. In einigen Fällen kann ein Teil dieser Kosten von der privaten oder gesetzlichen Krankenkasse rückerstattet werden. Es wird empfohlen, sich diesbezüglich individuell von der Entzugsklinik sowie der jeweiligen Krankenkasse beraten zu lassen. 

Leben nach dem Drogenentzug: Rückfallprophylaxe und weitere Therapie

Um auch langfristig auf den Drogenkonsum verzichten zu können, kommt der Rückfallprophylaxe eine entscheidende Bedeutung zu. Die Patienten müssen ihr Leben dafür häufig komplett umstrukturieren und neue Perspektiven entwickeln. Um diesen Prozess zu unterstützen, stehen verschiedene Stellen zur Verfügung. 

Suchtberatungsstellen sind für viele Betroffene sowie auch deren Angehörige wichtige Ansprechpartner. Sie unterstützen die Patienten auch in der Rückfallprophylaxe, beispielsweise in Form von Gruppentrainings oder individueller psycho-sozialer Beratung. Zudem vermitteln sie den Betroffenen auch weitere Hilfsangebote wie beispielsweise Selbsthilfegruppen. 

Welche Ärzte, Kliniken und Spezialisten helfen beim Drogenentzug?

Um eine Drogensucht zu überwinden, ist ein kompetentes Team zur Unterstützung der Betroffenen essenziell. Spezialisierte Zentren bieten den Vorteil, dass hier verschiedene Kompetenzen gebündelt werden und der Patient ein interdisziplinäres Behandlungskonzept erhält. 

Spezialisiert auf die Durchführung einer Entzugsbehandlung sind beispielsweise Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie. Zu den wichtigsten nicht-ärztlichen Spezialisten gehören neben psychologischen Psychotherapeuten auch Ergotherapeuten oder Sozialarbeiter. 

Bei uns finden Sie ausschließlich spezialisierte Ärzte und Kliniken, die ihre Patienten professionell und empathisch bei einem Drogenentzug unterstützen. Sie alle wurden von uns sorgfältig überprüft und hinsichtlich ihrer Fachkompetenz ausgewählt. Profitieren Sie von der Erfahrung unserer Spezialisten und vereinbaren Sie schnell und unkompliziert ein erstes persönliches Beratungsgespräch. 

Quellen: