Benzodiazepinentzug

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Informationen zum Bereich Benzodiazepinentzug

Was versteht man unter Benzodiazepinentzug?

Benzodiazepine sind eine Gruppe von Medikamenten, die eine krampflösende, angststillende und beruhigende Wirkung haben. Sie werden unter anderem bei akuten Angst- oder Anspannungszuständen oder bei einem epileptischen Anfall eingesetzt. Sie besitzen jedoch auch ein hohes Abhängigkeitspotenzial, sodass immer sorgfältig abgewogen werden muss, wann und wie lange sie eingenommen werden dürfen. 

Eine Benzodiazepinabhängigkeit äußert sich beispielsweise durch ein hohes Verlangen nach dem Medikament oder der Notwendigkeit, immer höhere Dosen einzunehmen, um eine gleichbleibende Wirkung zu erzielen. In einem solchen Fall ist die Durchführung eines Benzodiazepinentzuges notwendig. Die Entzugsbehandlung hat das Ziel, die Betroffenen von dem Medikament zu entwöhnen, um so einen langfristigen Verzicht zu ermöglichen.

Welche Symptome können bei einem Benzodiazepinentzug auftreten?

Bei einer Abhängigkeit von Benzodiazepinen kommt es bei nicht-Einnahme der Medikamente zu Entzugssymptomen. Dabei handelt es sich typischerweise um gegenteilige Effekte im Vergleich zu der normalerweise Wirkung der Medikamente. So kommt es beispielsweise anstelle der angstlösenden Wirkung im Rahmen des Entzugs zu Angstzuständen. 

Weitere mögliche Symptome eines Benzodiazepinentzuges sind: 

Kann ein Benzodiazepinentzug tödlich sein?

Wird der Entzug von einem Benzodiazepin eigenständig ohne professionelle Begleitung durchgeführt und die Medikamente abrupt abgesetzt, dann kann dies schwerwiegende und zum Teil lebensbedrohliche Nebenwirkungen haben. In der Regel hat dieser sogenannte „kalte Entzug“ jedoch keine tödlichen Folgen. Dennoch wird das Verfahren auf keinen Fall empfohlen. Zudem erleiden die meisten Betroffenen aufgrund der sehr unangenehmen Symptomatik schnell einen Rückfall. 

Warum kann es beim Benzodiazepinentzug zu einem Krampfanfall kommen?

Benzodiazepine wirken im Gehirn auf bestimmte Rezeptoren, diese vermitteln eine beruhigende und krampflösende Wirkung. Werden die Medikamente über einen längeren Zeitraum regelmäßig eingenommen, tritt ein gewisser Gewöhnungseffekt ein. Die Rezeptoren werden insgesamt weniger empfindlich und die körpereigene Fähigkeit zur Regulierung von Erregungszuständen nimmt ab. Nehmen die Betroffenen dann keine Benzodiazepine mehr ein, fehlt also die beruhigende Wirkung durch das Medikament, an das sich der Körper gewöhnt hatte. In der Folge kann es zu einem Krampfanfall kommen. 

Wie läuft der Entzug in einer Klinik ab?

Ein Benzodiazepinentzug sollte immer unter professioneller Anleitung und mit ärztlicher Begleitung erfolgen. Dabei sollte das Medikament in der Regel nicht abrupt, sondern schrittweise abgesetzt werden, um den Körper langsam zu entwöhnen. Außerdem kann es hilfreich sein, kurzwirksame Präparate durch eher lang wirksame Präparate zu ersetzen, um einen weniger starken, aber länger anhaltenden Effekt zu erzielen. Dies erleichtert die Entwöhnung. 

In der Regel werden während einer Entzugsbehandlung drei verschieden Phasen durchlaufen. Zunächst erfolgt dabei die körperliche Entwöhnung von dem Medikament. Durch schrittweises Absetzen und engmaschige Begleitung der Patienten sollen die Nebenwirkungen möglichst minimiert werden. In einigen Fällen werden unterstützend auch Medikamente wie beispielsweise krampflösende Mittel eingesetzt. Der Prozess nimmt mehrere Wochen in Anspruch. 

Anschließend erfolgt die Behandlung der psychischen Komponenten einer Abhängigkeit. Gemeinsam mit einem therapeutischen Team werden dabei verschiedene Faktoren beleuchtet, die zu Beginn oder Aufrechterhaltung der Sucht geführt haben. 

Die Nachsorgephase schließt sich an den Aufenthalt in einer Klinik an. Sie zielt vor allem darauf ab, die Patienten langfristig darin zu unterstützen, keine Benzodiazepine mehr einzunehmen. Dabei spielen regelmäßige hausärztliche Vorstellungen und die Anbindung an eine Suchtberatungsstelle eine wichtige Rolle. Auch Selbsthilfegruppen stellen für viele Betroffene eine wichtige Stütze dar.

Wie lange dauert der Benzodiazepinentzug?

Die Dauer des Benzodiazepinentzuges hängt von verschiedenen Faktoren ab. Besonders entscheidend ist die Dauer der Einnahme sowie die zuletzt eingenommene Dosis. Durchschnittlich nimmt der körperliche Entzug von der Substanz einen Zeitraum von etwa sechs bis zehn Wochen in Anspruch. Bei starken Entzugserscheinungen oder einer langen Einnahmedauer kann dies jedoch auch länger dauern. 

Art und Umfang der psychischen Entwöhnung von Benzodiazepinen sind sehr individuell und hängen stark vom psychischen Allgemeinzustand der Betroffenen ab. Die Nachsorgephase kann insgesamt mehrere Jahre umfassen, wobei einige Unterstützungsprogramme theoretisch auch lebenslang von Betroffenen in Anspruch genommen werden können. Auch dies ist sehr individuell, sodass sich hier nur schwer eine allgemeingültige Aussage treffen lässt. 

Welche Medikamente kommen beim Benzodiazepinentzug zum Einsatz?

Insgesamt werden Medikamente bei einem Benzodiazepinentzug sehr zurückhaltend eingesetzt. Sie werden nicht pauschal verordnet. Der Einsatz erfolgt gezielt zur Behandlung von Nebenwirkungen des Entzuges. Zur Verhinderung eines Krampfanfalls beispielsweise können speziell krampflösende Mittel eingesetzt werden, die nicht aus der Gruppe der Benzodiazepine stammen. Bei einer begleitenden Depression können gegebenenfalls Antidepressiva zum Einsatz kommen; psychotische Symptome wie Halluzinationen können mit antipsychotisch wirkenden Mitteln behandelt werden. 

Ambulant oder stationär: Wo sollte ein Benzodiazepinentzug erfolgen?

In vielen Fällen wird für den Benzodiazepinentzug ein stationäres Behandlungskonzept gewählt. Der Vorteil liegt darin, dass die Patienten engmaschig betreut werden und bei eventuell auftretenden Nebenwirkungen schnell professionelle Hilfe bereitsteht. Zudem kann in einigen Fällen eine zeitweise räumliche Trennung vom häuslichen Umfeld sinnvoll sein.

Es gibt jedoch für den Benzodiazepinentzug auch einige ambulante oder teilstationäre Angebote. Die Methode eignet sich vor allem für Patienten mit relativ kurzer Suchtdauer und stabilem häuslichem Umfeld. Auch bei einem ambulanten oder teilstationären Entzug werden die Patienten vom Hausarzt oder einem Suchtmediziner begleitet und es sind regelmäßige Vorstellungen notwendig. Auch eine begleitende psychologische Unterstützung ist möglich. 

Grundsätzlich gilt, dass die Wahl eines ambulanten oder stationären Behandlungskonzeptes individuell getroffen werden muss. Bei lang andauernder Abhängigkeit, der Einnahme hoher Medikamentendosen oder begleitenden Suchterkrankungen, wird jedoch eine stationäre Entzugsbehandlung empfohlen.

Welche Ärzte und Kliniken sind Spezialisten für den Benzodiazepinentzug?

Wer sich zu einem Benzodiazepinentzug entscheidet, hat den wichtigsten Schritt bereits gemacht. Eine umfassende und professionelle Unterstützung bei der Entzugsbehandlung ist dann essenziell. Spezialisiert auf die Behandlung einer Benzodiazepinabhängigkeit sind Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie. Gerade bei einem ambulant durchgeführten Entzug sind auch Allgemeinmediziner oder Internisten mit einer Zusatz-Weiterbildung im Bereich Suchtmedizin wichtige Ansprechpartner. 

Wir haben sämtliche hier gelisteten Fachärzte und Kliniken sorgfältig überprüft und hinsichtlich ihrer Erfahrung auf dem Gebiet des Benzodiazepinentzuges ausgewählt. Sie alle sind Experten ihres jeweiligen Fachgebietes und bieten ihren Patienten ein komplexes Behandlungsangebot sowie engmaschige Betreuung während des gesamten Entzugsprozesses. Überzeugen Sie sich gerne persönlich von der Kompetenz unserer Spezialisten und vereinbaren Sie direkt ein erstes Beratungsgespräch. 

Quellen: