Steigbügel-Prothese bei Otosklerose/Schwerhörigkeit


Schwerhörigkeit

Bei einer Otosklerose ist die Schallübertragung vom Mittel- auf das Innenohr gestört. Ursache ist die Verknöcherung des Steigbügels. Dieser kann in einer einfachen Operation durch eine Prothese ersetzt werden. PD Dr. med. Thomas Stark, Spezialist für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde im Helios Klinikum München West, beantwortet die wichtigsten Fragen zum Einsetzen einer Stapesplastik.

Interview: Susanne Amrhein, PRIMO MEDICO

 

Wie äußert sich eine Otosklerose?

Dr. Stark: „Typisch für die Otosklerose ist eine zunehmende Hörminderung. Die Betroffenen bemerken ihre Schwerhörigkeit zunächst nicht in einer direkten, 1:1- Gesprächssituation, sondern häufig bei Gesprächen in einer Gruppe oder Gesellschaft. Auch Umgebungsgeräusche werden zunehmend als störend empfunden.“

 

Gibt es Patientengruppen, die besonders häufig betroffen sind?

Dr. Stark: „Die Otosklerose ist keine reine Alterserscheinung, sondern tritt häufig zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf. Frauen sind etwas häufiger betroffen als Männer. Man hat auch festgestellt, dass sich eine Otosklerose u.a. bei einer Schwangerschaft verschlechtert. Sehr viel häufiger ist im übrigen die weiße Bevölkerung betroffen.“

 

Wie kann eine Otosklerose diagnostiziert werden?

Dr. Stark: „Mit Beginn der Hörminderung sollten Betroffene einen HNO-Arzt aufsuchen. Je früher eine Otosklerose behandelt wird, desto besser. Neben einer ausführlichen Anamnese und einer Untersuchung des Ohres werden differenzierte Hörtests durchgeführt. So lässt sich feststellen, ob eine Verknöcherung des Steigbügels vorliegt.“

 

Wie kann eine Otosklerose behandelt werden?

Dr. Stark: „Die einzige Möglichkeit, eine Otosklerose erfolgreich zu behandeln, ist eine Operation. Dabei wird der verknöcherte Steigbügel entfernt. Im Anschluss wird als Ersatz eine Prothese, die sogenannte ‚Stapesprothese’ eingesetzt.“

 

Wie belastend ist das Einsetzen einer Stapesplastik für die Patienten?

Dr. Stark: „Diese Operation ist erstaunlich wenig belastend. Sie kann in örtlicher Betäubung oder auch in Vollnarkose ausgeführt werden und dauert nur 30 bis 45 Minuten. Die Schmerzen nach der OP sind gering und es entstehen auch keine störenden Narben, da wir durch das Ohr selbst operieren.“

 

Welche Komplikationen können auftreten?

Dr. Stark: „Komplikationen sind selten. Wenn, dann kann es zu Geschmacksbeeinträchtigungen kommen, da der Geschmacksnerv durch das Mittelohr verläuft. Auch Schwindel ist möglich. Beide Folgen sind reversibel und verschwinden in der Regel nach wenigen Tagen. Eine gravierende Komplikation wäre natürlich das Auftreten einer Hörminderung bis hin zu einer vollständigen Ertaubung. Das Risiko ist aber sehr gering.“

 

Wie schnell ist eine Verbesserung des Hörvermögens zu erwarten?

Dr. Stark: „Die Erfolgsquote nach einer Stapesplastik ist sehr hoch: Sie liegt etwa bei 99 Prozent. Das Hörvermögen ist nicht sofort in vollem Umfang vorhanden, da das Ohr einige Zeit zum Ausheilen braucht. Die Patienten tragen zuerst auch noch einen Verband im Ohr. In den ersten drei Monaten sollte man jegliche Druckveränderung vermeiden, also keine Flugreisen antreten, Bergbahn oder Ski fahren und auch ein Badeurlaub ist nicht unbedingt ratsam. Nach drei Monaten ist das Ohr normalerweise ausgeheilt und die Patienten können auch wieder gut hören.“

 

Ist ein Wiederauftreten der Otosklerose möglich?

 Dr. Stark: „Eine Otosklerose kann einseitig oder zweiseitig auftreten. Wer in einem Ohr eine Otosklerose entwickelt hat, muss sie nicht zwangsläufig auch im anderen Ohr bekommen. Es ist aber möglich.“

 

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