Patientenhilfe

VORBEREITUNG FÜR DEN AMBULANTEN UND STATIONÄREN AUFENTHALT

Typischerweise ist ein Krankenhausaufenthalt eine Art Ausnahmezustand: Eine ungewohnte Umgebung, fremde Menschen, anderes Essen und fehlende Privatsphäre. Hinzu kommen die Gedanken und Sorgen um die Erkrankung, die eventuell bevorstehende Operation und deren Folgen.

In dieser Situation ist die Anwesenheit und liebevolle Unterstützung von Familie und Freunden außerPatientenhilfeordentlich wichtig. Man muss und soll nicht jede Verantwortung alleine tragen.

Im Folgenden soll Ihnen ein kurzer Einblick in den stationären Aufenthalt und die nötigen, zu treffenden Vorbereitungen gegeben werden. Manches sind Selbstverständlichkeiten, jedoch kann es in diesen stressigen Zeiten, immer wieder vorkommen, dass gerade die nützlichen Kleinigkeiten vergessen werden.

 

VOR DEM AUFENTHALT:

Termin:

Am Anfang steht der Termin. Wichtig ist, sich den Termin schriftlich geben zu lassen. Verwechslungen sind selten, aber wenn sie passieren, äußerst unangenehm. Ihr Termin ist Ihr Termin, dennoch kann es in Ausnahmefällen dazu kommen, dass vorher vereinbarte Planungen wie z.B. ein Operationstermin am Vormittag, aufgrund von dringlichen Notfällen auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden müssen. Dies kann eventuell auch die Verlegung einer Operation auf den Folgetag beinhalten.
Üblicherweise benötigen Sie für einen Termin im Krankenhaus eine Überweisung ihres betreuenden Arztes (z.B. Hausarzt). Selbstzahler, welche die Kosten ihres Aufenthaltes selbst tragen, müssen je nach Vertrag mit dem Krankenhaus gewisse Vorauszahlungen leisten.

Anreise:

Der Zeitpunkt der Anreise ist je nach Behandlung und Dauer der Anreise unterschiedlich. Bei ambulanten Operationen oder Untersuchungen genügt die Anreise am Tag der Operation bzw. Untersuchung. Bei stationären Aufenthalten ist der Zimmerbezug standardmäßig am Tag vor der Operation. Je nach Vorbereitung und Krankenhaus ist es manchmal möglich nach Aufnahmegespräch, Blutabnahme, etc. die Nacht im Hotel und mit der Familie zu verbringen. Am nächsten Morgen wird ein frühzeitiges Erscheinen zur Operationsvorbereitung erwartet. Im Idealfall können und sollten schon bei der Terminplanung alle Wünsche und Optionen besprochen werden.

Wichtig für die An- und Abreiseplanung ist die Aufenthaltsdauer. Diese ist je nach Art und Größe der Operation bzw. Therapie unterschiedlich lang. Ein fixer Anreisetermin kann festgelegt werden, wohingegen der genannte Abreisetermin eine Möglichkeit, aber keine Sicherheit ist. Bei gutem Heilungsverlauf kann sich der Aufenthalt eventuell verkürzen. Bei Komplikationen (Wundheilungsstörungen, Nachblutungen, etc.) kann sich die Abreise auch um mehrere Tage nach hinten verschieben. Dies sollte in die Planung unbedingt miteinbezogen werden. Erfolgt die Anreise per Flugzeug sollte entweder ein genügend großer zeitlicher Puffer eingeplant werden oder erst bei sicherem Abreisedatum gebucht werden. Die Bahn bietet bei Buchung auch variable Reisezeiträume ohne Zugbindung an.

 

WÄHREND DES AUFENTHALTS:

Ankunft und erste Schritte im Krankenhaus:

Der Check-In im Krankenhaus am Ankunftstag findet üblicherweise bei der Patientenanmeldung statt. Die dazu benötigten Unterlagen sind wie folgt: Ausweisdokument, Krankenkarte falls gesetzlich versichert (für Auslandspatienten entspricht dies der Europäischen Krankenversicherungskarte) bzw. Kostenübernahmeerklärung der Krankenkasse, Überweisungsschein von Ihrem betreuenden Arzt. Hier könne Sie auch, falls noch nicht im Voraus geschehen, die Details ihres Aufenthalts klären, beispielsweise die Zimmerart oder andere Wahlleistungen wählen. Ist all dies geklärt, erhalten Sie den Behandlungsvertrag/Wahlleistungsvertrag zur Unterschrift.
Von der Aufnahme werden Sie dann direkt zu der für Sie verantwortlichen Station geschickt. Lassen Sie sich bei verwinkelten Krankenhäusern den Weg möglichst auf einem Plan einzeichnen. Manchmal gibt es auch Personal, welches Ihnen den Weg zeigt, oder Sie auf die Station begleitet. Auf der Station angekommen erfolgt ein Aufnahmegespräch sowohl mit dem Pflegepersonal, als auch mit einem Arzt. Dieser wird nach Ihrem Befinden, aktuellen Medikamenten und Symptomen fragen. Oft erfolgt auch eine Blutabnahme um die Blutgerinnung und aktuelle Entzündungswerte zu überprüfen.
Meist genügt es leider nicht, Blutwerte mitzubringen, welche im Heimatland bzw. -ort abgenommen wurden. In der Regel sind dann meist nicht alle wichtigen Blutwerte vorhanden oder der Zeitraum zwischen Blutabnahme und Operation ist zu groß und die Ergebnisse somit nicht relevant für die Operation. Falls Sie dennoch eine zusätzliche Blutabnahme verhindern wollen, besprechen Sie die Möglichkeit der Blutabnahme im Heimatkrankenhaus vorab mit dem behandelnden Arzt im Detail.

Wichtig ist, dass bestimmte Medikamente einen bestimmten Zeitraum vor der Operation abgesetzt werden müssen. Welche Medikamente dies betrifft und wie lange vor der OP sie abgesetzt werden sollen, wird der zuständige Arzt rechtzeitig mit Ihnen besprechen. Bitte keinesfalls Medikamente ohne Rücksprache mit einem Arzt selbständig absetzen, da dies zu unberechenbaren und gefährlichen Blutungen, Blutgerinnseln, Blutdruckveränderungen etc. führen kann.
Nach den Aufnahmegesprächen wird Ihnen Ihr Zimmer zugewiesen. Ob Ein-Bett, Zwei-Bett oder Mehr-Bettzimmer sollte wenn möglich frühzeitig geklärt werden, damit die Zimmerverteilung geplant und die gewünschte Zimmerart entsprechend verfügbar ist.

Was braucht man im Krankenhaus?

Grundsätzlich gilt, eine Grundausstattung für den Krankenhausaufenthalt, bzw. das Nötigste ist im Krankenhaus nicht zwingend vorhanden. Toilettenartikel wie Zahnbürsten, Handtücher oder Föhn sollten daher selbst mitgebracht werden.
Haben Sie bestimmte Gewohnheiten oder Vorlieben, dann bringen Sie diese Dinge, wie Bademantel, Schlafbrille oder Hausschuhe ebenfalls mit. In vielen Krankenhäusern gibt es einen Shop, der meist täglich geöffnet hat und in welchem die nötigsten Utensilien, wie Rasierschaum, Haarbürste, Ohrstöpsel etc. käuflich zu erwerben sind. Des Weiteren gibt es in größeren Krankenhäusern auch sogenanntes Servicepersonal, welches auf Anfragen kleine Besorgungen, wie zum Beispiel den Zeitschriftenkauf, für Sie tätigt.

Bei der Mitnahme von elektronischen Geräten (Mobiltelefon, Tablet, elektrischer Rasierapparat, Laptop) ist zu beachten, dass eventuell Adapter für die deutschen oder schweizerischen Strombuchsen notwendig sind. Alternativ ist üblicherweise für jedes Bett ein persönliches Festnetztelefon vorgesehen, welches mit in entsprechend lokaler Währung aufzuladender Telefonkarte funktioniert. Ebenso wird für Sie in vielen Krankenhäusern (evtl. gegen Gebühr) einen Fernseher bereitgestellt.

Manche Krankenhäuser bieten zudem einen wöchentlichen Bücherdienst an, welcher Bücher unterschiedlicher Genres in verschiedenen Sprachen kostenlos an Patienten verleiht.

Des Weiteren gibt es in größeren Krankenhäusern auch die Möglichkeit eine medizinische Fuß- oder Handpflege in Anspruch zu nehmen. Dies sollte mit dem Pflegepersonal bei Bedarf abgesprochen werden.

Für die Sicherheit ihrer Wertgegenstände gibt es in Mehrbettzimmern abschließbare Schränke, sowie in Zwei- oder Ein-Bett-Zimmern meist einen persönlichen Safe.

Verbote:

Das Mitbringen von eigenem Essen ist nicht verboten. Grundsätzlich müssen aber gerade nach Operationen bestimmte Essensvorgaben beachtet werden (sogenannte Schonkost, Diätkost oder ähnliches). Hierbei muss unbedingt mit Pflegepersonal oder Ärzten abgeklärt werden, welche Speisen und Getränke zu sich genommen werden dürfen.

Das Rauchen ist im Krankenhaus, wie in öffentlichen Räumen grundsätzlich verboten. Zum Teil ist ein gesonderter Raucherbereich auf dem Klinikgelände vorhanden. Jedoch wird vor dem Rauchen im Zusammenhang mit Operationen bzw. bestimmten Behandlungen gewarnt. Gerade die Wundheilungsprozesse werden durch Tabakrauch deutlich verschlechtert. Um den Entzugssymptomen zu entgehen, gibt es auf Wunsch die Möglichkeit als Ersatz Nikotinpflaster verschrieben zu bekommen.

Vom Rauchen am Tag der Operation ist abzusehen. Es muss, wie die Bestimmung der Nahrungs- und Flüssigkeitskarenz in einem bestimmten Zeitraum vor der Operation eingehalten werden. Sonst gilt man als Nicht-Nüchtern, was im Extremfall zum Verschieben der Operation führen kann.

Generell gilt, alles was Ihnen gut tut und von den Ärzten erlaubt wurde, sollten Sie tun. Dazu gehören auch Spaziergänge im Patientengarten, insofern Sie fit genug dafür sind, ein Ausflug in die Cafeteria des Krankenhauses etc. Bitte Bedenken Sie jedoch, dass Sie sich zu den Zeiten der Visite (meist zweimal täglich) in ihrem Zimmer befinden um den zeitlichen Ablauf im Krankenhaus nicht zu stören. Die Visite bietet auch Ihnen und ihren Angehörigen die Möglichkeit Fragen zu ihrer Behandlung, Medikamenten, zeitlichem Verlauf oder bestimmten Beschwerden zu stellen.
Da ein Krankenhaus auch immer ein Ort der Ausbildung für neue Ärztinnen/Ärzte und Pflegepersonal darstellt, kann es sein, dass sich bei Visiten eine größere Menge von Menschen um ihr Bett schart. Seien Sie davon nicht verängstigt und haben Sie bitte Verständnis dafür.

Checkliste für Auslandspatienten:

Beantragen Sie das Visum rechtzeitig für sich und ihre Familienmitglieder. Bestimmte Krankenhäuser bieten einen Service, welcher Sie bei der Visumsbeschaffung unterstützt. Fragen Sie also ruhig danach.

Der Währungsumtausch findet am kostengünstigsten im Heimatland bei ihrer eigenen Bank statt. Alternativ sind an allen Flughäfen und Bahnhöfen von Großstädten Wechselbanken zu finden.

Bei einem Aufenthalt im Ausland ist ein Dolmetscher hilfreich. Grundsätzlich kann aber davon ausgegangen werden, dass sowohl in den Krankenhäusern, als auch in den Geschäften Deutsch und Englisch gesprochen wird.

Für wichtige Gespräche zwischen Arzt und Patient sollte aber ein Dolmetscher zu Hilfe gezogen werden. Es besteht die Möglichkeit einen eigenen Dolmetscher mitzubringen oder sich vor Ort einen Dolmetscher empfehlen zu lassen. Grundsätzlich ist es von Vorteil, wenn der Dolmetscher über medizinische Kenntnisse verfügt, oder schon häufiger mit Krankenhäusern oder Ärzten zusammengearbeitet hat. Des Weiteren sind der Krankheitsverlauf und die Teilnahme bei Vorgesprächen für die Kommunikation und das Verständnis der Dolmetscher sinnvoll.

Mitreise von Familienmitgliedern:

Gerade bei größeren Operationen bzw. Behandlungen und der damit verbundenen Reise in eine fremde Stadt oder ein fremdes Land ist die Unterstützung und Anwesenheit der Familie ein beruhigender und stresslindernder Faktor.

Die Anwesenheit der Familie im Genesungszeitraum ist wichtig für den Heilungsprozess. Manche Krankenhäuser bieten Privatpatienten oder Selbstzahlern an, den Ehepartner im Zwei-Bett-Zimmer mit unterzubringen. Besonders bei Behandlungen von Kindern ist es in bestimmten Krankenhäusern möglich, dass ein Elternteil im Patientenzimmer übernachtet. Andere Krankenhäuser bieten für solche Fälle gesonderte Zimmer an. Jeweiliges sollte so früh wie möglich mit dem betreffenden Krankenhaus abgeklärt werden. Ansonsten muss man sich gesondert um ein geeignetes Hotel kümmern. Eine Auswahl an Unterkünften und wissenswerten Attraktionen finden sie auch bei den jeweiligen Standorten (Link).

Abhängig vom Krankenhaus sind bestimmte Besuchszeiten für Angehörige vorgegeben. Bitte halten Sie diese ein. Gerade die Zeiten der Nachtruhe sind extrem wichtig für die Genesung.

Oftmals wird der Aufenthalt von der Familie auch zum Kennenlernen der neuen Stadt genutzt. Hier lohnt es sich diverse Kulturprogramme (Theater, Oper, Konzerte, Kino, Museum) in Anspruch zu nehmen, so wie die Stadt per Fuß, Fahrrad, Bus oder Tram kennenzulernen. Traditionelle Gerichte zu testen und kleinere Ausflüge ins Umland und zu Sehenswürdigkeiten zu arrangieren sind weitere Unternehmungsmöglichkeiten.
Viele Informationen können Sie vorab im Internet finden. Ebenso bietet das jeweilige Amt für Tourismus Stadtpläne sowie Broschüren über die Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen in der Stadt an. Diese können vor Ort abgeholt und oft auch zugeschickt oder im Internet heruntergeladen werden.

 

NACH DEM AUFENTHALT:

Abreise und Nachsorge:

Verläuft der Heilungsverlauf wie erwünscht, erfahren Sie nach der Operation bzw. Therapie eine grobe Einschätzung ihrer Aufenthaltsdauer und der bis dahin noch nötigen Untersuchungen. Meist wird am Vortag entschieden ob der Patient am Folgetag abreisen darf. Dies gibt Ihnen die Möglichkeit den weiteren Aufenthalt oder die Rückreise zu planen. Manchmal ist es auch möglich Wünsche zu äußern. Beispielsweise können Sie, wenn alles gut verlaufen ist, einen Tag früher entlassen werden, wenn Sie am nächsten Tag zur Blutkontrolle ambulant erscheinen.

Stellen Sie sicher, dass Sie eine Kopie aller Behandlungsdaten zur Verfügung gestellt bekommen. Viele Ärzte und Zentren übergeben Ihren Patienten bei Abreise eine Kopie in Papierform und auch in elektronischer Form (z.B. CD). Üblicherweise wird auch Ihrem Hausarzt, sofern sie diese Daten angegeben haben, eine Kopie des Entlassungsbriefes zugesandt. Sollte dies, aufgrund eines Wohnsitzes im Ausland nicht der Fall sein, übergeben Sie bitte eine Kopie des Entlassungsbriefen an Ihren Hausarzt, damit dieser über ihre Behandlung und eventuell geänderte Medikation informiert wird.

Die Handhabung der Nachsorgetermine sollte gesondert mit Ihrem Arzt besprochen werden. Fäden können meist nach 10 Tagen beim Hausarzt gezogen werden. Anderweitige Kontrollen können entweder vor Ort oder eventuell auch in Ihrem Heimatland gemacht und dem behandelnden Klinikum dann per eMail zur Verlaufskontrolle zugeschickt werden.

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