Spezialisten für Vaginalatresie
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Informationen zum Bereich Vaginalatresie
Was ist eine Vaginalatresie?
Bei einer Vaginalatresie handelt es sich um eine Fehlbildung der weiblichen Geschlechtsorgane. Dabei ist die äußere Mündung der Vagina verschlossen. Eine Vaginalatresie kann angeboren sein oder auch erst im Laufe des Lebens entstehen. Häufig zeigen sich die Symptome erst mit Eintritt der Pubertät durch das Ausbleiben der Menstruationsblutung.
Die Häufigkeit der Vaginalatresie unter allen weiblichen Neugeborenen wird in der Literatur mit etwa 1:10 000 bis 1:15 000 angegeben. Es handelt sich somit um eine eher seltene Erkrankung.
Ursachen der Vaginalatresie
Die Vaginalatresie ist häufig angeboren und auf eine fehlerhafte Entwicklung der äußeren Geschlechtsorgane zurückzuführen. Die meisten Fälle treten dabei isoliert und nicht familiär gehäuft auf. Es gibt jedoch auch einige seltene genetische Syndrome, bei denen eine Vaginalatresie in Kombination mit anderen Fehlbildungen auftritt.
Ein Verschluss der vaginalen Öffnung kann jedoch auch im Laufe des Lebens erworben werden. Häufig ist dieser dann auf zurückliegende Verletzungen oder Infektionen zurückzuführen.
Welche Symptome treten bei Vaginalatresie auf?
In vielen Fällen bleibt eine Vaginalatresie bis zum Einsetzen der Pubertät symptomlos. Erstes Krankheitszeichen ist dann oft das Ausbleiben der Menstruationsblutung, da diese aufgrund des Verschlusses nicht nach außen treten kann. Dies führt dazu, dass sich das Blut in der Vagina sammelt und sich ggf. auch in die Gebärmutter und Eileiter zurückstaut. Dies kann sich in Form von monatlichen Schmerzen äußern, die in der Intensität zunehmen. Begleitend können auch Fieber und Blasenentleerungsstörungen auftreten. Das angestaute Blut kann sich zudem als ein von außen tastbarer Tumor präsentieren.
Der Verschluss der vaginalen Öffnung kann zudem Schmerzen beim Geschlechtsverkehr verursachen oder eine Penetration der Vagina unmöglich machen.
Diagnostik der Vaginalatresie
Eine Vaginalatresie äußert sich meist durch eine ausbleibende Menstruationsblutung. Daher folgt in einem ersten Schritt eine ausführliche Anamnese sowie anschließend eine gynäkologische Untersuchung. Die Tastuntersuchung der Vagina kann dabei bereits wichtige Hinweise liefern, da der Scheideneingang nicht passiert werden kann. Zudem wölbt sich das sogenannte Jungfernhäutchen (Hymen) häufig nach außen.
Auf die körperliche Untersuchung folgt in der Regel die Ultraschalluntersuchung. In dieser zeigt sich oft das angestaute Menstruationsblut und die Verdachtsdiagnose Vaginalatresie kann bestätigt werden. Zur genaueren Darstellung der weiblichen Geschlechtsorgane kann eine MRT-Untersuchung erfolgen. Hier können zudem weitere begleitende Fehlbildungen entdeckt, bzw. ausgeschlossen werden.
Behandlungsmöglichkeiten bei Vaginalatresie
Die Therapie einer Vaginalatresie zielt vor allem darauf ab, die äußere Öffnung der Vagina wiederherzustellen, sodass Menstruationsblut abfließen kann und eine schmerzfreie Sexualität ermöglicht wird.
Die konservative Behandlungsmöglichkeit der Wahl ist die Dilatation, das heißt die schrittweise Aufdehnung des vaginalen Eingangs. Hierzu führen die Patienten täglich einen speziellen Stab, den sogenannten Dilatator, in die Vagina ein. Der Durchmesser des Dilatators nimmt dabei schrittweise zu. Insgesamt wird die Behandlung über einen Zeitraum von einigen Monaten fortgeführt.
Ist eine konservative Therapie nicht möglich oder bringt keine ausreichende Besserung der Beschwerden, dann kommen operative Behandlungsmaßnahmen zum Einsatz. Dabei wird eine sogenannte Neo-Vagina geschaffen, die dann sowohl die Menstruation als auch die Sexualität gewährleisten soll. Dabei wird ein Kanal geschaffen, der entweder mit einem Hauttransplantat oder auch einem Stück Darm ausgekleidet wird. Im Anschluss an die Operation ist oft zusätzlich noch ein Dilatationsverfahren notwendig.
Prognose, Sexualität und Fruchtbarkeit
Die Prognose einer isoliert vorliegenden Vaginalatresie ist dank moderner Behandlungsmöglichkeiten in der Regel sehr gut. Die Patientinnen können nach der Therapie ein schmerzfreies Sexualleben führen. Eine Schwangerschaft ist ebenfalls problemlos möglich.
Liegen neben der Vaginalatresie noch weitere Fehlbildungen, beispielsweise im Bereich der Gebärmutter vor, dann kann die Fruchtbarkeit dadurch beeinträchtigt werden. Es empfiehlt sich dann eine individuelle Beratung durch den behandelnden Gynäkologen sowie ggf. die Vorstellung in einer Kinderwunschklinik.
Welche Ärzte & Kliniken sind Spezialisten für Vaginalatresie?
Die ersten Ansprechpartner bei einer Vaginalatresie sind meist Fachärzte für Gynäkologie und Geburtshilfe, ggf. mit einer Spezialisierung im Bereich Kinder- und Jugendgynäkologie. Sie koordinieren meist die Diagnostik sowie den Behandlungsprozess.
Bei uns finden Sie ausschließlich hocherfahrene Fachärzte und Kliniken, die sich auf die Behandlung einer Vaginalatresie spezialisiert haben. Sie verfügen über eine hohe Fachexpertise und bieten Ihnen eine Behandlung auf höchstem Niveau und nach neusten medizinischen Standards. Überzeugen Sie sich gerne persönlich von der Kompetenz unserer Experten und vereinbaren Sie schnell und unkompliziert ein erstes persönliches Beratungsgespräch.
Quellen:
- Amboss, Nachschlagewerk für Mediziner. next.amboss.com/de/article/vk0ApT [zuletzt aufgerufen am 08.02.2026]
- Hautmann, Gschwend: Urologie. 5. Auflage. Springer-Verlag 2014. 978-3-642-34319-3.
- Orphanet www.orpha.net/de/disease/detail/65681 [zuletzt aufgerufen am 08.02.2026]
- Hecker, W.C. (1985). Korrektur des Hydrometrokolpos, bedingt durch Hymenalatresie oder Vaginalatresie. In: Operative Korrekturen des intersexuellen und des fehlgebildeten weiblichen Genitales. Springer, Berlin, Heidelberg. doi.org/10.1007/978-3-662-09087-9_10
