Spezialisten für Tilidinentzug
1 Spezialist gefunden
Informationen zum Bereich Tilidinentzug
Wie wirkt Tilidin und warum kann es abhängig machen?
Bei Tilidin handelt es sich um ein Schmerzmittel, das man zur Gruppe der Opioide zählt. Opioide wirken im zentralen Nervensystem auf die Schmerzwahrnehmung, sodass sie bei mittelstarken bis starken Schmerzzuständen eingesetzt werden können. Obwohl Tilidin zu den niedrig-potenten, also weniger stark wirksamen Opioiden zählt, kann trotzdem eine sehr gute Schmerzhemmung erzielt werden. Dieser Effekt ist bei der Einnahme in Tropfenform besonders stark ausgeprägt, weil die Wirkung schneller und stärker eintritt als bei der Einnahme von Tabletten. Sie unterliegen daher auch dem Betäubungsmittelgesetz.
Wird das Schmerzmittel über einen längeren Zeitraum und/ oder in höheren Dosen eingenommen, kann es zur Abhängigkeit von der Substanz kommen. Dies äußert sich beispielsweise durch starkes Verlangen nach dem Medikament oder der Notwendigkeit, immer höhere Dosen einzunehmen, um die gewünschte Wirkung zu erzielen. Ursächlich hierfür ist, dass die Opioidrezeptoren im Gehirn bei längerer Einnahme eine gewisse Resistenz gegenüber dem Mittel entwickeln.
Weil gerade Tilidintropfen auch einen euphorisierenden Effekt haben, wird das Medikament auch missbräuchlich, zum Beispiel als Partydroge genutzt. Aber auch die ärztlich begleitete Einnahme von Tilidin zur Behandlung von Schmerzen kann über einen längeren Zeitraum zur Entwicklung eines Abhängigkeitssyndroms führen.
Was versteht man unter Tilidinentzug?
Eine Entzugsbehandlung wird bei einem Abhängigkeitssyndrom eingesetzt und zielt darauf ab, eine vollständige und langfristige Abstinenz von der Substanz zu bewirken. Dabei soll sowohl die körperliche als auch die psychische Abhängigkeit beendet werden. In einem ersten Schritt muss der Körper von dem Medikament entgiftet werden. Dies stellt den Entzug im eigentlichen Sinne dar. Um jedoch auch langfristig eine Abstinenz von dem Medikament zu ermöglichen, müssen auch die psychischen Komponenten der Abhängigkeit beleuchtet werden. Hierbei spricht man von der sogenannten Entwöhnung.
Welche Entzugssymptome können beim Absetzen von Tilidin auftreten?
Bei einer Abhängigkeitserkrankung treten bei nicht-Einnahme der Substanz Beschwerden auf, die sogenannten Entzugssymptome. Dabei handelt es sich meist um die gegenteiligen Effekte der eigentlichen Medikamentenwirkung. Wird Tilidin also beispielsweise zur Schmerzlinderung eingesetzt, dann treten beim Absetzen der Substanz verstärkte Schmerzen auf.
Weitere mögliche Entzugssymptome bei einer Tilidinabhängigkeit sind:
- starkes Verlangen nach der Einnahme der Substanz
- Veränderung der Stimmung, bspw. depressive Verstimmungen
- Unruhe, Nervosität
- Schmerzen, bspw. im Bereich von Muskeln oder Gelenken
- beschleunigter Puls
- erhöhter Blutdruck
- Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen
Wie lange dauert ein Tilidinentzug?
Die Dauer eines Tilidinentzuges ist sehr variabel und kann zwischen einigen Wochen und mehreren Monaten liegen. Der Zeitraum hängt beispielsweise davon ab, wie lange und wieviel Tilidin eingenommen wurde. Zudem spielen auch individuelle Faktoren wie körperliche oder psychische Vorerkrankungen eine wichtige Rolle.
Bei einer langen Einnahmedauer oder einer zuletzt sehr hohen eingenommenen Dosis kann es notwendig sein, das Medikament schrittweise zu reduzieren, bevor das Tilidin gänzlich abgesetzt werden kann. In diesem Fall verlängert sich auch die Gesamtdauer der Entgiftung.
Wie sollte Tilidin sicher reduziert und abgesetzt werden?
Inwiefern das Medikament reduziert werden sollte bzw. komplett abgesetzt werden kann, hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, sodass sich hierzu keine einheitliche Aussage treffen lässt.
Ein sogenannter kalter Entzug, bei dem die Substanzeinnahme abrupt beendet wird, ist nur in wenigen Fällen sinnvoll und meist mit sehr unangenehmen Begleiterscheinungen verbunden. In den allermeisten Fällen wird daher eine schrittweise Entzugsbehandlung empfohlen.
Besteht der Verdacht auf das Vorliegen einer Tilidinabhängigkeit, sollten sich die Betroffenen professionelle Unterstützung suchen, um eine entsprechende Entzugsbehandlung einzuleiten. Wichtige Anlaufstellen sind dabei Hausärzte, Suchtmediziner, Suchtberatungsstellen oder Selbsthilfegruppen. Auch die Unterstützung durch das private soziale Umfeld kann dabei sehr wichtig sein.
Welche Folgen kann ein unbehandelter Tilidinentzug haben?
Wird eine Tilidinabhängigkeit nicht behandelt, dann schreitet das Krankheitsbild in der Regel fort. Die Opioidrezeptoren, durch die die Wirkung des Medikamentes vermittelt wird, entwickeln dann eine zunehmende Resistenz gegenüber der Substanz und die Einnahme immer höherer Dosen wird notwendig. Somit verstärken sich auch die Nebenwirkungen des Medikamentes wie Müdigkeit, Schwindel oder Bauchschmerzen. Zudem besteht die Gefahr einer Überdosierung, die beispielsweise zur Hemmung der Atmung führen kann.
Neben diesen körperlichen Folgeerscheinungen kann eine langfristig bestehende Tilidinabhängigkeit auch weitreichende psychische Symptome wie Depressionen, Angstzustände oder die Entwicklung weiterer Abhängigkeitserkrankungen zur Folge haben.
Wird ein Tilidinentzug ohne professionelle Begleitung durchgeführt und das Medikament abrupt abgesetzt (kalter Entzug), dann kommt es in der Regel zu sehr stark ausgeprägten Entzugssymptomen. Diese können nicht nur sehr unangenehm sein, sondern führen auch häufig dazu, dass das Medikament nach kurzer Zeit wieder eingenommen wird. Um eine langfristige Entwöhnung vom Tilidin zu erzielen, wird daher die Durchführung einer qualifizierten Entzugsbehandlung mit ärztlicher und therapeutischer Unterstützung empfohlen.
Welche Ärzte & Kliniken sind Spezialisten für den Tilidinentzug?
Wer unter einer Tilidinabhängigkeit leidet und sich für die Durchführung eines Entzuges entscheidet, hat den wichtigsten Schritt auf dem Weg zur Abstinenz bereits geleistet. Eine professionelle und umfassende Unterstützung ist dann besonders wichtig. Spezialisiert auf die Durchführung eines Tilidinentzuges sind Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Ärzte anderer Fachrichtungen mit einer Zusatzweiterbildung im Bereich Suchtmedizin. Zu den wichtigsten nicht-ärztlichen Ansprechpartnern zählen unter anderem psychologische Psychotherapeuten, Ergotherapeuten sowie Sozialarbeiter.
Bei uns finden Sie ausschließlich äußerst erfahrene Fachärzte und Kliniken, die ihren Patienten ein umfassendes Behandlungskonzept bieten und sie bis zum Erreichen einer Abstinenz professionell begleiten. Sie sind kompetente Ansprechpartner zu allen Fragen rund um eine Tilidinsucht und erwarten bereits Ihre Behandlungsanfrage. Vereinbaren Sie dafür gerne einen Termin für ein erstes persönliches Beratungsgespräch.
Quellen:
- Amboss, Nachschlagewerk für Mediziner. next.amboss.com/de/article/Ar0RPh [zuletzt aufgerufen am 23.05.2026]
- dasSuchtportal.de dassuchtportal.de/medikamentensucht/tilidin-abhaengigkeit/ [zuletzt aufgerufen am 23.05.2026]
- Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. www.dhs.de/fileadmin/user_upload/pdf/Broschueren/Suchtmedizinische_Reihe_5_Medikamente.pdf [zuletzt aufgerufen am 23.05.2026]
