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Was ist inflammatorischer Brustkrebs?
Der inflammatorische Brustkrebs, medizinisch auch als inflammatorisches Mammakarzinom bezeichnet, ist eine seltene und aggressive Sonderform des Brustkrebses. Er macht unter 5% aller Brustkrebsfälle aus. Diese Form gilt bereits bei der Diagnose als fortgeschritten und invasiv.
Die meisten Brusttumoren entstehen in einem einzelnen Milchgang oder Drüsenläppchen, und bilden zunächst einen Knoten, der nur sehr langsam wächst und es können Jahre vergehen, bis der Krebs fortschreitet. Dahingegen breiten sich die Krebszellen bei dem inflammatorischen Brustkrebs innerhalb von wenigen Wochen in die Lymphgefäße der Brust aus. Dadurch staut sich die Lymphflüssigkeit und die Haut fängt an, sich zu Entzünden.
Der Begriff ‚inflammatorisch‘ bedeutet in der Medizin ‚entzündlich‘ und beschreibt damit typische lokale Entzündungszeichen, die auch beim inflammatorischen Brustkrebs zu finden sind. Dazu gehören eine Rötung, Schwellung, Überwärmung und Schmerzen.
Ursachen und Risikofaktoren
Die Ursachen des inflammatorischen Brustkrebs ist bislang nicht vollständig geklärt. Wie bei anderen Formen von Brustkrebs, entsteht dieser durch eine unkontrollierte Vermehrung von Brustzellen. Das sind entartete Zellen, die aufgrund von ungünstigen, genetischen Mutationen ihre normale Funktion verlieren und sich unkontrolliert teilen. Die Tumorzellen beim Inflammatorischen Brustkrebs sind dermaßen invasiv, dass sie sich innerhalb kürzester Zeit in die Lymphgefäße ausbreiten.
Inflammatorischer Brustkrebs tritt häufiger bei afroamerikanischen Frauen auf und betrifft typischerweise Frauen zwischen 40 und 50 Jahren. Die Risikofaktoren sind die gleichen wie bei anderen Formen des Brustkrebses. Dazu gehören Übergewicht, Brustkrebs oder Eierstockkrebs in der Familienanamnese.
Genetische Mutationen, insbesondere in den BRCA1- oder BRCA2 Genen, erhöhen das Risiko zusätzlich. Das sind Gene, die für die Reparatur von DNA-Schäden verantwortlich sind und somit der Entstehung von Tumorzellen entgegenwirken. Trägerinnen solcher Mutationen haben ein signifikant erhöhtes Risiko an Brust- und Eierstockkrebs zu erkranken.
Symptome und erste Anzeichen
Die Symptome des Inflammatorischen Brustkrebes unterscheiden sich deutlich von dem herkömmlichen Brustkrebs und sind klinisch eindeutig. Innerhalb weniger Wochen breiten sich schmerzhafte, entzündungsähnliche Veränderungen der Brusthaut auf.
Die ersten Anzeichen sind eine einseitige, neuaufgetretene Rötung und Überwärmung der Brust. Es kann auch zu einer Schwellung und Vergrößerung der Brust auf der betroffenen Seite kommen. Die Haut erscheint viel dicker und großporiger, was im medizinischen Sinne als Orangenhaut (französisch: Peau d’orange) bezeichnet wird. Außerdem kann sich auch die Form der Brustwarze verändern und sogar eingezogen wirken.
Im Gegensatz zu anderen Krebsformen, die meist aus einem einzelnen Knoten entstehen, lässt sich beim inflammatorischen Brustkrebs kein solider Tumor tasten. Es kann jedoch zu geschwollenen Lymphknoten in der Achselhöhle kommen.
Diagnostik: Mammographie, MRT & Biopsie
In vielen Fällen besteht bereits bei der körperlichen Untersuchung, anhand der typischen Hautveränderungen, ein klinischer Verdacht auf ein inflammatorisches Mammakarzinom. Dennoch sind zur Sicherung der Diagnose weitere Untersuchungen erforderlich.
Das häufigste bildgebende Verfahren, das bei der Diagnose von Brustkrebs zum Einsatz kommt, ist die Mammographie. Dabei handelt es sich um eine spezielle Röntgendiagnostik, die Veränderungen und Knoten im Brustgewebe erkennen lässt. Da beim Inflammatorischen Brustkrebs kein klarer Knoten vorliegt, wird zusätzlich eine Magnetresonanztomographie durchgeführt. Das ist eine noch genauere Schnittbildgebung, bei der die Tumorausbreitung genauer beurteilt werden kann.
Eine endgültige Diagnose kann ausschließlich durch eine Biopsie gestellt werden. In der Regel erfolgt eine sogenannte Stanzbiopsie, dabei wird eine kleine Gewebeprobe mit einer dünnen Hohlnadel entnommen und anschließend unter dem Mikroskop betrachtet.
Wenn die Diagnose des Inflammatorischen Brustkrebses gesichert wurde, folgt darauf die Ausbreitungsdiagnostik des Tumors (Staging). Hier können weitere Verfahren zum Einsatz kommen wie ein PET-CT oder eine Knochenszintigraphie, um nach fernen Aussiedlungen (Metastasen) des Krebses zu suchen.
Therapie: Chemo, OP und Bestrahlung
Da es sich beim Inflammatorischen Brustkrebs um eine sehr aggressive und invasive Form handelt, beginnt die Behandlung meistens direkt mit einer systemischen Chemotherapie. Ziel der neoadjuvanten Chemotherapie ist es zunächst den Tumor soweit es geht zu verkleinern und mögliche Metastasen im Körper zu bekämpfen.
Nach der abgeschlossenen Chemotherapie kann die chirurgische Entfernung der betroffenen Brust geplant werden. Dieser Eingriff nennt sich radikale Mastektomie. Dabei wird die gesamte betroffene Brust inklusive aller umliegenden Lymphknoten in der Achselhöhle entfernt. Im Anschluss folgt eine Strahlentherapie, um noch potenziell verbliebene Tumorzellen endgültig zu zerstören.
Verlauf, Stadien und Prognose
Der Inflammatorischen Brustkrebs verläuft insgesamt deutlich aggressiver als andere Formen. Auch das Tumorwachstum ist viel schneller und die Erkrankung entwickelt sich innerhalb weniger Wochen. Bereits bei der ersten klinischen Visite wird der Brustkrebs in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, da er sich sehr früh über die Lymphgefäße ausbreitet.
Eine weitere Besonderheit ist außerdem, dass inflammatorischer Brustkrebs in der Regel als T4 eingestuft wird. Die Tumorklassifikation geht von T1-T4, wobei letztere die aggressivste und bereits ausgebreitete Form ist.
Die Prognose hängt vor allem vom Ausmaß der Tumorausbreitung sowie dem Ansprechen auf die Therapien ab. Die Ergebnisse konnten durch die Kombination aus einer neoadjuvanten Chemotherapie, radikalen Mastektomie und Bestrahlung über die Jahre verbessert werden. Dennoch hat die Erkrankung eine ungünstige Prognose und die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei etwa 40-50%.
Welche Kliniken und Ärzte sind Spezialisten für inflammatorischen Brustkrebs?
Die Diagnose und Behandlung des Inflammatorischen Brustkrebs erfordert stets ein großes interdisziplinäres Team, das aus Fachärzten für Onkologie, Gynäkologie, Radiologie und Strahlentherapie besteht. Die Onkologen planen die Chemotherapie, die Gynäkologen die Mastektomie und die Strahlentherapeuten die anschließende Bestrahlung.
Da der inflammatorische Brustkrebs eine besonders aggressive Krebsform ist, wird er in der Regel in spezialisierten Brustzentren oder großen Universitätskliniken behandelt. Alle gelisteten Fachärzte und Kliniken wurden sorgfältig auf ihre Erfahrungen und Expertise im Bereich des inflammatorischen Brustkrebs überprüft. Kontaktieren Sie jetzt unsere Spezialisten für ein individuelles Beratungsgespräch.
Quellen:
- Thomssen C, Pierga JY, Pritchard KI, et al. First-line targeted and endocrine-based therapy in postmenopausal hormone receptor-positive metastatic breast cancer: ESMO Clinical Practice Guideline Update for 2021. Ann Oncol. 2022;33(1):76-87. Thieme/Springer.
- AMBOSS Knowledge Library. Inflammatorisches Mammakarzinom. AMBOSS; 2026 [cited 2026 Mar 17]. Available from: www.amboss.com/de/wissen/mammakarzinom.
- 3.Mayo Clinic Staff. Inflammatory breast cancer. Mayo Clinic; 2024. Available from: www.mayoclinic.org/diseases-conditions/inflammatory-breast-cancer/symptoms-causes/syc-20353303.

