Hormonabhängiger Brustkrebs

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Informationen zum Bereich Hormonabhängiger Brustkrebs

Was ist hormonabhängiger Brustkrebs?

Hormonabhängiger Brustkrebs, medizinisch auch als Hormonrezeptor-positiver Brustkrebs bezeichnet, beschreibt eine Form des Brustkrebses, dessen Wachstum durch weibliche Geschlechtshormone beeinflusst wird. Diese Krebszellen sind mit einem speziellen Hormonrezeptor ausgestattet, der an diese Hormone binden kann. 

Zu den bedeutendsten weiblichen Geschlechtshormonen zählen Östrogen und Progesteron. Das hat zur Folge, dass die Hormone über diesen Rezeptor das Wachstum der Tumorzellen anregen. Dabei spricht man bereits von einem hormonabhängigen Brustkrebs, wenn mindestens ein Prozent der Tumorzellen einen Östrogenrezeptor oder Progesteronrezeptor aufweisen. 

So kann man auch zwischen einem östrogenrezeptorpositiven (ER+) oder progesteronrezeptorpositiven (PgR+) Brustkrebs unterscheiden.

Der hormonabhängige Brustkrebs ist die häufigste Brustkrebsart. Bis zu zwei Drittel aller Brusttumoren sind hormonrezeptorpositiv und sprechen somit gut auf antihormonelle Therapien an. 

Welche Ursachen und Risikofaktoren spielen eine Rolle?

Die genauen Ursachen eines hormonabhängigen Brustkrebs sind nicht vollständig geklärt. Man geht von derselben Krankheitsgenese aus, wie bei den anderen Formen von Brustkrebs. Krebszellen sind entartete Zellen, die sich unkontrolliert vermehren und in das umgebende Gewebe hineinwachsen. Grund dafür sind meistens spontane Mutationen im Erbgut der Zellen. 

Hormonelle Einflüsse spielen eine wichtige Rolle. Somit gehören zu den hormonellen Risikofaktoren:

  • Eine frühe erste Periode und späte Menopause
  • Keine oder wenige Schwangerschaften, keine oder kurze Stillzeit
  • Übergewicht, da Fettzellen in Östrogene umgewandelt werden
  • Hormonersatztherapie in der Menopause
  • Einnahme der Pille über 5 Jahre

Sonstige Risikofaktoren, sind unter anderem:

  • Bekannte BRCA-1 oder BRCA-2 Mutationen
  • Brustkrebs in der Verwandtschaft
  • Vergangene Strahlentherapie
  • Hohes Lebensalter
  • Hoher Nikotin- und/oder Alkoholkonsum
  • Bewegungsmangel

Welche Symptome treten bei hormonrezeptor-positivem Brustkrebs auf?

Die Symptome bei einem hormonrezeptor-positiven Brustkrebs sind identisch zu den von anderen Brustkrebsarten. Die Rezeptorpositivität beschreibt viel eher eine Charakteristik auf zellulärer Ebene und beeinflusst die Wahl der Medikamente.

Das häufigste Leitsymptom ist die Entwicklung eines tastbaren, schmerzlosen Knotens in der Brust. Dabei wächst ein Großteil der Tumoren im oberen, äußeren Viertel der Brust. Grundsätzlich können alle neuaufgetretenen Veränderungen der Brust auf einen Brustkrebs hinweisen und bedürfen einer gründlichen Abklärung.

Dazu gehören folgende Veränderungen:

  • Einseitige Schwellung und Rötung
  • Entzündlich veränderte Brusthaut
  • Einseitige Größenveränderung der Brust
  • Einseitige Entzündung und Sekretion aus der Mamille
  • Einziehung der Brustwarze nach innen
  • Geschwollene und verhärtete Lymphknoten im Achselbereich

Wie wird hormonabhängiger Brustkrebs diagnostiziert?

Die Diagnose eines hormonabhängigen Brustkrebses beginnt stets mit einer klinischen Untersuchung, bei der die Brust auf äußerliche Veränderungen inspiziert und auf Knoten abgetastet wird. Dabei tastet der Arzt auch die Lymphknoten im Bereich der Achselhöhle ab.

Bei verdächtigen Befunden ist ein bildgebendes Verfahren indiziert. Das häufigste Verfahren, das bei der Diagnose von Brustkrebs zum Einsatz kommt, ist die Mammographie. Bei jüngeren Patientinnen unter 40 Jahren wird aufgrund des dichten Brustgewebes häufig erst eine Ultraschalluntersuchung bevorzugt. Bei Unklarheiten kann auch eine Magnetresonanztomographie zur weiteren Abklärung durchgeführt werden. 

Zur Sicherung der Diagnose wird jedoch eine Gewebeprobe (Biopsie) benötigt. Meist erfolgt dies über eine sogenannte Stanzbiopsie, bei der Brustgewebe mit einer dünnen Hohlnadel entnommen und anschließend im Labor untersucht wird. Hier wird auch bestimmt, ob die Tumorzellen Hormonrezeptoren besitzen.

Wenn die Diagnose des Brustkrebses gesichert wurde, folgt darauf die Ausbreitungsdiagnostik des Tumors (Staging). Hier können weitere Verfahren zum Einsatz kommen wie ein PET-CT oder eine Knochenszintigraphie, um nach Fernmetastasen (Aussiedlungen) des Krebses zu suchen.

Welche Rolle spielt der Hormonrezeptor-Status (ER/PR)?

Der Hormonrezeptor-Status, in anderen Worten das Vorhandensein von Hormonrezeptoren, spielt eine zentrale Rolle bei der Therapiewahl. Bei der Nomenklatur wird der jeweilige Rezeptor als positiv oder negativ beschrieben. So kann ein Tumor beispielsweise östrogenrezeptorpositiv und progesteronrezeptornegativ sein. 

Grundsätzlich sind rezeptorpositive Brusttumore auf die Hormone angewiesen, da sie das Wachstum der Tumorzellen stimulieren. Diese Tumorzellen sprechen sehr gut auf eine antihormonelle Therapie an. Dabei handelt es sich um Medikamente, die die Produktion der Hormone im Körper senken oder die Hormonrezeptoren der Tumorzellen direkt blockieren. 

Wie wird hormonabhängiger Brustkrebs behandelt?

Ein zentraler Bestandteil der Behandlung eines hormonabhängigen Brustkrebses ist die endokrine Therapie, auch antihormonelle Therapie genannt. Wie der Name schon sagt, sind die Tumorzellen stark von der Stimulierung durch Östrogen und/oder Progesteron abhängig. Viele moderne Medikamente nutzen diesen Mechanismus aus, um das Tumorwachstum zu stoppen. 

Eine große Medikamentenklasse der antihormonellen Therapie sind die Aromatasehemmer. Sie blockieren das Enzym Aromatase, das Fettgewebe in Östrogen umwandelt und senken so den Östrogenspiegel im Körper. Eine weitere Klasse sind die selektiven Östrogenrezeptor-Modulatoren (z.B. Tamoxifen). Sie binden direkt an die Östrogenrezeptoren auf den Tumorzellen und blockieren die Wirkung der Hormone. Außerdem können auch Medikamente eingesetzt werden, die eine chemische Menopause verursachen, indem sie die Produktion von Östrogen in den Eierstöcken unterdrücken.

Zusätzlich zur endokrinen Therapie erfolgt eine operative Entfernung des Tumors. Je nach Tumorgröße und Stadium kann entweder die gesamte Brust entfernt werden (Mastektomie) oder nur der Tumor exzidiert werden. Das Letztere nennt sich auch Brusterhaltende Therapie (BET). Ebenso kann auch eine Bestrahlung der betroffenen Brust nach der Operation notwendig sein. 

Wie sind Prognose und Rückfallrisiko einzuschätzen?

Die Prognose bei hormonrezeptorpositivem Brustkrebs ist im Vergleich zu anderen Formen günstig. Grundsätzlich wachsen diese Tumoren langsamer und zeigen ein gutes Ansprechen auf die antihormonelle Therapie. 

Zum Rückfallrisiko kann keine pauschale Aussage getroffen werden. Das hängt stark von dem Tumorstadium und der Größe, Therapieansprechen, sowie Wahl der Therapie ab. Besonders eine konsequente Einnahme der antihormonellen Therapie ist entscheidend, da unregelmäßige Einnahme das Rückfallrisiko deutlich erhöhen. Grundsätzlich muss die antihormonelle Therapie ein Leben lang fortgeführt werden. 

Welche Spezialisten behandeln hormonabhängigen Brustkrebs?

Hormonabhängiger Brustkrebs wird in der Regel von Fachärzten für Gynäkologie mit Schwerpunkt in der Senologie behandelt. Die Senologie bezeichnet die Brustmedizin und beinhaltet die Diagnose, Therapie und Nachsorge von Brustkrebs.

Die Behandlung erfordert dennoch ein interdisziplinäres Team bestehend aus Fachärzten für Onkologie, Radiologie und Strahlentherapie. Am besten geeignet sind spezialisierte Brustzentren oder Universitätskliniken. 

Alle gelisteten Fachärzte und Kliniken wurden sorgfältig auf ihre Erfahrungen und Expertise im Bereich des hormonabhängigen Brustkrebses überprüft. Kontaktieren Sie jetzt unsere Spezialisten für ein individuelles Beratungsgespräch.

Quellen:

  • AMBOSS Knowledge Library. Hormonrezeptor-positiver Brustkrebs. AMBOSS; 2026 [cited 2026 Mar 17]. Available from: www.amboss.com/de/wissen/mammakarzinom.
  • Harbeck N, Penault-Llorca F, Cortes J, et al. Breast cancer. Nat Rev Dis Primers. 2019;5(1):66. Thieme.
  • Rugo HS, Rumble RB, Maclean M, et al. Endocrine Therapy for Hormone Receptor–Positive Metastatic Breast Cancer: American Society of Clinical Oncology Guideline. J Clin Oncol. 2016;34(25):3069-83. PubMed PMID: 27551148.
  • 4.Finn RS, Martin M, Rugo HS, et al. Palbociclib and Letrozole in Metastatic Breast Cancer. N Engl J Med. 2016;375(20):1925-36. PubMed PMID: 27588520.