Gelenkarterienembolisation (GAE)

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Was ist eine Gelenkarterienembolisation?

Unter einer Gelenkarterienembolisation versteht man ein minimalinvasives Verfahren zur Behandlung von Gelenkarthrose. Es dient zur Linderung der Schmerzen und Arthrosesymptome, ohne eine Operation zu erfordern. Dazu wird ein Katheter in eine gelenknahe Arterie eingebracht und kleine, perlenartige Partikel injiziert. Diese Partikel verschließen abnormale Gefäßäste, die für die Entzündungsreaktion verantwortlich sind. Der Verschluss dieser Arterien mindert die Entzündungen im Knie und somit auch die chronischen Gelenkschmerzen.

Bei welchen Beschwerden kommt die Gelenkarterienembolisation zum Einsatz?

Die Gelenkarterienembolisation kommt vor allem zur Behandlung von chronischen Gelenkschmerzen zum Einsatz. Das häufigste Gelenk, bei dem das Verfahren angewandt wird, ist das Knie. Die Gelenkarterienembolisation wird bei schmerzhaften Arthrosen dann in Erwägung gezogen, wenn andere konservative Therapien wie Schmerzmittel, Physiotherapie und Kortison-Injektionen nicht mehr ausreichend wirken.

Aber auch bei entzündlichen und hypervaskularisierten (mit vielen neu entstandenen Blutgefäßen) Krankheitsprozessen kann die Gelenkarterienembolisation sinnvoll sein. Die kleinen Gefäße in der Gelenkschleimhaut fördern eine anhaltende Entzündungsreaktion, sodass es zu einer chronischen Entzündung der Schleimhaut kommt, der sogenannten Synovitis.

Wie entsteht chronischer Gelenkschmerz?

Ein Gelenk verbindet zwei Knochenenden, die mit Knorpel überzogen sind und deren Gelenkflächen aufeinander gleiten. Das Gelenk wird von einer schützenden Gelenkkapsel umgeben, die aus einer äußeren und inneren Schicht besteht. Die innere Schicht ist die Gelenkschleimhaut (Synovialis). Sie produziert die Gelenkflüssigkeit, welche das Gelenk schmiert und somit die Gelenkflächen vor Reibung und Abnutzung schützt.

Wenn genau diese Schutzmechanismen gestört sind, entsteht ein chronischer Gelenkschmerz. Beispielsweise kommt es bei der Osteoarthritis zu einem Verschleiß des Knorpels und des Knochens. Dadurch reiben die Gelenkflächen schmerzhaft aufeinander und die Gelenkschleimhaut entzündet sich. 

Solche Entzündungsreaktionen im Gelenk führen zur Freisetzung von Botenstoffen, die die Schmerzempfindlichkeit durch eine Reizung der Nervenenden erhöhen. Auch die Durchblutung wird angeregt und es bilden sich neue, abnormale Blutgefäße. Diese verursachen eine Schwellung im Gelenk und üben zusätzlichen Druck auf die Knochen aus.

Für wen ist die Gelenkarterienembolisation geeignet?

Die Gelenkarterienembolisation ist besonders für Patienten, die unter chronischen Gelenkschmerzen leiden, geeignet. Das betrifft vor allem Patienten mit einer Kniearthrose oder entzündeten Gelenkschleimhaut. Vor allem Erkrankungen, die durch abnormal vermehrte Blutgefäße gekennzeichnet sind, wie die Arthrose oder die Synovitis, können gut mit einer Embolisation behandelt werden. 

Der Eingriff wird in Erwägung gezogen, wenn die initialen, konservativen Therapien für die Patienten nicht mehr ausreichend wirken. Außerdem bietet die Gelenkarterienembolisation einen guten Mittelweg zwischen konservativen Maßnahmen und einer invasiven Operation, beispielsweise einem totalen Gelenkersatz.

Ablauf der Gelenkarterienembolisation

Bei der Gelenkarterienembolisation handelt es sich in der Regel um einen ambulanten Eingriff, bei dem die Patienten am selben Tag nach Hause gehen können. Es wird auch keine aufwendige Narkose benötigt, da die Embolisation unter örtlichen Betäubung durchgeführt wird. 

Nach der Betäubung erfolgt die Punktion einer ausgewählten Arterie, beim Knie meist in der Leiste. Über diese wird dann ein Katheter in die Arterie eingeführt und zu den abnormalen Gefäßen vorgeschoben. Ein Kontrastmittel wird eingespritzt, um die Gefäße im Gelenk sichtbar zu machen und besser zu lokalisieren. 

Danach werden perlenartige Partikel über den Katheter eingeführt, die die krankhaften Gefäße verschließen und die Durchblutung unterbrechen, die für die Entzündung sorgt. Der Eingriff ist recht kurz und dauert meistens etwa eine Stunde.

Vorteile der minimalinvasiven Therapie

Die minimalinvasive Gelenkarterienembolisation bietet viele Vorteile gegenüber klassischen operativen Verfahren. Wie der Begriff ‚minimalinvasiv‘ bereits ausdrückt, ist der Eingriff deutlich schonender. Aufgrund der kürzeren Erholungszeit und schnelleren Heilung, ist der gesamte stationäre Aufenthalt insgesamt kürzer. Auch die intraoperativen Komplikationen sind durch einen minimalen Blutverlust deutlich geringer und das Infektionsrisiko sinkt. 

Da der Eingriff über eine kleine Punktion erfolgt, bleibt das Gelenk weitgehend erhalten und die Beweglichkeit bleibt uneingeschränkt, was für viele die größte Sorge bei Gelenkeingriffen darstellt. Außerdem schafft die Gelenkarterienembolisation eine gute Alternative für Patienten, die aufgrund anderer medizinischer Vorerkrankungen keine große Operation vertragen.

Risiken und mögliche Nebenwirkungen

Insgesamt gilt die Gelenkarterienembolisation als ein risikoarmer Eingriff, da alles über eine Punktionsstelle und einen Katheter verläuft. Trotzdem kann es zu Nebenwirkungen kommen, insbesondere im Bereich der Einstichstelle. Dazu gehören lokale Schmerzen sowie Blutergüsse über dem Bereich der Punktion. Diese bilden sich jedoch innerhalb der ersten paar Tage zurück.

Außerdem kann es nach dem Eingriff zu einer vorübergehenden Schwellung im betroffenen Gelenk kommen. Aber auch diese klingen nach einigen Tagen ab. Zu den seltenen, aber wichtigen Risiken gehören Gefäßverletzungen und Embolisationen von benachbarten Arterien an falschen Stellen. Solche Komplikationen sind aber äußert selten, vor allem wenn das Verfahren durch einen erfahrenen Spezialisten durchgeführt wird.

Ergebnisse, Prognose und Nachsorge

Die Gelenkarterienembolisation zeigt insgesamt positive Ergebnisse und führt bei bis zu 80% der Patienten zu einer signifikanten Schmerzreduktion. Nach Abklingen der Schwellungen zeigt sich die Besserung schon innerhalb der ersten Wochen nach dem Eingriff. 

Die Prognose ist sehr gut bei moderater Arthrose und die Wirkung kann bis zu mehreren Jahren anhalten. Auch bei Rezidiven besteht weiterhin die Möglichkeit, das Verfahren zu wiederholen. Die Embolisation stellt jedoch keine komplette Heilung dar, sondern verlangsamt den chronischen Verschleiß des Gelenkes.

Der Eingriff erfordert keine besondere Nachsorge. Die erste Woche wird viel Schonung empfohlen und meist wird auch ein Kontrolltermin beim behandelnden Arzt eingeplant. Danach kann mit der Physiotherapie und schrittweiser Belastungssteigerung begonnen werden. 

Welche Ärzte & Kliniken sind Spezialisten für Gelenkarterienembolisation?

Die Gelenkarterienembolisation wird in der Regel von Fachärzten für Interventionelle  Radiologie durchgeführt. Das sind Radiologen mit einer Zusatzqualifikation in der Interventionsradiologie. Sie sind auf Katheter basierte Eingriffe spezialisiert, darunter auch die Embolisation. 

Interventionelle Radiologen arbeiten sehr eng mit Fachärzten aus anderen Fachabteilungen zusammen. Bei Gelenkbeschwerden erfolgt die initiale Vorstellung meist durch einen Facharzt für Orthopädie, welcher anschließend die Patienten weiter überweist. Die Behandlung erfolgt in der Regel in spezialisierten radiologischen Abteilungen von großen Krankenhäusern oder Radiologie Zentren.

Wir möchten Ihnen dabei helfen einen geeigneten Spezialisten für die Gelenkarterienembolisation zu finden. Alle unsere gelisteten Ärzte und Kliniken wurden sorgfältig auf ihre Erfahrung und Expertise im Bereich der Interventionellen Radiologie ausgewählt. Lassen Sie sich jetzt individuell beraten und kontaktieren Sie unsere Spezialisten. 

Quellen:

  • Sterbis E, Casadaban L. Genicular artery embolization. Techniques in Vascular and Interventional Radiology. 2023 Mar;
  • Interventional procedure overview of genicular artery embolisation for pain from knee osteoarthritis. NICE; 2021.
  • AMBOSS — Artikel zu Kniearthrose (Gonarthrose): Pathogenese, Diagnostik und konservative Therapien. AMBOSS Medical Knowledge Platform [Internet]. 2025 Nov 7 [zitiert 2026 Mär 16]. Verfügbar unter: www.amboss.com/de/wissen/gonarthrose
  • Freyhardt P, Katoh M. Transarterielle periartikuläre Embolisation (TAPE): klinischer Einsatz und aktuelle Entwicklungen. Gefäßmedizin Scan. 2025;12(03):169‑79. DOI:10.1055/a‑2567‑0072.