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Darmmanagement bei Querschnittlähmung

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Informationen zum Bereich Darmmanagement bei Querschnittlähmung

Was versteht man unter Darmmanagement bei Querschnittlähmung?

Ein Querschnittssyndrom kann, je nach Lokalisation der Verletzung, die Stuhlkontinenz beeinträchtigen. Bei Rückenmarksschädigungen im Lendenwirbelbereich kommt es zu einer schlaffen Lähmung des Schließmuskels am After, dieser ist also dauerhaft erweitert. Ist die Verletzung des Rückenmarks weiter kopfwärts gelegen, ist der Muskeltonus des Schließmuskels hingegen erhöht bis spastisch.

Da keine willkürliche Kontrolle des Schließmuskels nicht mehr möglich ist und zudem das Empfinden von Stuhldrang beeinträchtig oder sogar aufgehoben ist, kommt es bei Patienten und Patientinnen mit Querschnittsyndrom zu unwillkürlicher Stuhlentleerung.

Unter dem Begriff Darmmanagement werden konservative und medikamentöse Maßnahmen zusammengefasst, die einer regelmäßigen und geplanten Darmentleerung dienen.

Warum ist Darmmanagement bei Querschnittlähmung wichtig?

Reflektorisches, unwillkürliches Absetzen von Stuhl stellt für Betroffene eine extrem belastende Situation dar. Aus Angst vor unkontrolliertem Stuhlgang werden öffentliche Orte und andere Menschen oft gemieden. Diese soziale Isolation verstärkt allerdings die psychische Belastung.

Zudem kann ein mangelndes Darmmanagement körperliche Folgen haben. Durch ein ungeregeltes Stuhlschema und chronisch unvollständige Darmentleerung kann es zu Verstopfungen kommen, die bei Patienten und Patientinnen mit einer Tetraplegie folgende Symptome auslösen können:

  • Schmerzen

  • Blähungen

  • Ungewollte Stuhlabgänge

  • Paradoxer Durchfall

  • Reflektorische Blasenfunktionsstörung

  • Appetitverlust

  • Atemnot

Im schlimmsten Fall entsteht ein Darmverschluss (Ileus), der zum Kreislaufschock oder einer bakteriellen Sepsis führen kann. Hierbei handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Notfall, der schnellstmöglich eine Operation erfordert.

Um physische und psychische Komplikationen einer unkontrollierten Darmentleerung zu vermeiden, ist das Darmmanagement ein essentieller Bestandteil in der Rehabilitation von Menschen mit Querschnittsyndrom.

Was ist das Ziel des Darmmanagements?

Durch ein konsequentes Darmmanagement soll der Darm regelmäßig nach einem festen Schema entleert werden, sodass ungeplante Stuhlabgänge vermieden werden. Es soll eine ausgeglichene Darmfunktion hergestellt werden, sodass es nicht zu Durchfällen oder Verstopfungen kommt.

Ein erfolgreiches Darmmanagement hilft Betroffenen, aktiver am sozialen Leben teilhaben zu können, wirkt sich positiv auf die psychische Verfassung aus und spart außerdem Zeit. Die Lebensqualität kann dadurch deutlich verbessert werden.

Welche Methoden und Ansätze gibt es für das Darmmanagement?

Im spinalen Schock, der akuten Phase des Querschnittsyndroms, besteht ein hohes Risiko für einen Darmverschluss. Diesem soll durch die Gabe von Parasympathikomimetika, Medikamenten, die unter anderem die Darmfunktion anregen, sowie durch regelmäßiges Ausräumen von Stuhl vorgebeugt werden.

Im Verlauf normalisiert sich die Darmtätigkeit zumindest teilweise. Nun gilt es, durch sogenanntes Darmtraining ein festes Schema zu etablieren. Ein bis zwei Mal täglich sollte der Darm zur immer selben Zeit entleert werden. Auch die Nahrungsaufnahmen sollten zu festen Zeiten erfolgen und die Menge der aufgenommenen Nahrung und Flüssigkeit jeden Tag ähnlich sein.

Erfolgt die Entleerung etwa eine halbe Stunde nach Nahrungsaufnahme, wird sie durch den gastrokolischen Reflex unterstützt. Dieser führt - auch bei Gesunden – bei einer Dehnung des Magens nach Nahrungsaufnahme zu vermehrtem Stuhldrang. Auch durch eine Colonmassage, bei der man den Verlauf des Dickdarms über die Bauchdecke ausstreicht, kann der Stuhlgang zur richtigen Zeit angeregt werden.

Wenn nötig, kann man den Entleerungsreflex durch leichte Dehnung des Schließmuskels mit einem behandschuhten Finger auslösen.

Durch ein konsequentes Einhalten des Zeitplans kann eine regelmäßige Darmtätigkeit antrainiert werden.

Änderungen, wie eine Umstellung der Ernährung oder ein zeitliches Verschieben des Stuhlgangs, müssen stets vorsichtig und schrittweise eingeführt werden um das Stuhlschema nicht durcheinander zu bringen und Verstopfungen und ungewollte Stuhlabgänge zu vermeiden.

Zudem sollten Personen mit Querschnittsyndrom darauf achten, mindestens zwei Liter Flüssigkeit am Tag, sowie eine ausreichende Menge an Ballaststoffen, z.B. aus Vollkornprodukten, Obst und Gemüse, zu sich zu nehmen, da diese die gesunde Darmtätigkeit anregen.

Patienten und Patientinnen, die zu Verstopfung neigen, können durch Essen von Quellstoffen wie Weizenkleie oder Leinsamen die Stuhlkonsistenz verbessern. Ist das nicht ausreichende, stehen verschiedene Laxantien (Abführmittel) zur Verfügung, die entweder als Zäpfchen, oder oral als Pulver, Tropfen oder Tablette eingenommen werden können.

Wichtig ist außerdem die Patientenedukation. Die Betroffenen sollen gut über die verschiedenen Ansätze des Darmmanagements informiert und sicher in der Anwendung von sowohl Medikamenten, als auch supportiven Maßnahmen, wie Schließmuskelstimulation und Colonmassage sein, sodass sie diese selbstständig anwenden können.

Welche Rolle spielt die psychische Komponente beim Darmmanagement bei Querschnittlähmung?

Dass die Psyche große Auswirkungen auf die Funktionen des Verdauungssystem hat, erleben auch Menschen, die nicht von einem Querschnittsyndrom betroffen sind. In belastenden Situationen, kann es zu Übelkeit, Sodbrennen, Verstopfungen, Blähungen oder Durchfällen kommen.

Daher ist es beim Darmmanagement bei einem Querschnittsyndrom besonders wichtig, die geplanten Darmentleerungen ohne Zeitdruck, ungestört und, wenn möglich, in einer bekannten Räumlichkeit durchzuführen.

Umgekehrt wirkt sich ein regelmäßig funktionierender Darm mit einer gesunden Bakterienflora positiv auf die Psyche und auf andere neuronale Funktionen aus.

Welche Ärzte & Kliniken sind Spezialisten für Darmmanagement bei Querschnittlähmung

Eine Querschnittlähmung ist ein sehr komplexes Krankheitsbild, das eine Behandlung durch Ärztinnen und Ärzte verschiedener Fachrichtungen erfordert. Daher gibt es interdisziplinäre Kliniken, die sich auf die Diagnostik, Akutbehandlung und Rehabilitation von Menschen mit einem Querschnittsyndrom spezialisiert haben. Hier arbeiten Fachbereiche wie Neurologie, Unfallchirurgie, Anästhesie, Innere Medizin und Rehabilitationsmedizin mit Psycholog/-innen, Therapeut/-innen und spezialisierten Pflegekräften zusammen.

Das Darmmanagement ist ein wichtiger Teil der fachübergreifenden rehabilitativen Behandlung.

Wer einen Arzt benötigt, möchte für sich die beste medizinische Versorgung. Darum fragt sich der Patient, wo finde ich die beste Klinik für mich? Da diese Frage objektiv nicht zu beantworten ist und ein seriöser Arzt nie behaupten würde, dass er der beste Arzt ist, kann man sich nur auf die Erfahrung eines Arztes verlassen.

Wir helfen Ihnen einen Experten für Ihre Erkrankung zu finden. Alle gelisteten Ärzte und Kliniken sind von uns auf Ihre herausragende Spezialisierung im Bereich Darmmanagement bei Querschnittlähmung überprüft worden und erwarten Ihre Anfrage oder Ihren Behandlungswunsch.

Quellen:

  • Darmrehabilitation - Grundlagen der Darmrehabilitation bei Querschnittlähmung und die häufigsten Komplikationen für Pflegende und interessierte Patienten; Dr. med. Jörg Henauer Jsabella Frei, HöFa I, Version 2.1 – März 2016
  • Geng, V., Das Darmmanagement bei neurogenen Darmfunktionsstörungen, in: Zäch, G. A., Koch, H. G. et al,: Paraplegie. Ganzheitliche Rehabilitation, Basel, 2006
  • www.der-querschnitt.de/archive/36453
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