Darmkrebs-OP

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Informationen zum Bereich Darmkrebs-OP

Was ist eine Darmkrebs-Operation?

Von Darmkrebs spricht man, wenn sich ein bösartiger Tumor in einem Darmabschnitt entwickelt hat. Besonders häufig kommt dies im letzten Abschnitt des Dickdarms, dem sogenannten Rektum vor. Der Dünndarm ist insgesamt seltener von Krebs befallen. 

In der Behandlung von Darmkrebs sind operative Maßnahmen sehr häufig indiziert. Sie haben das Ziel, den bösartigen Tumor möglichst vollständig zu entfernen und die Darmpassage zu erhalten. Somit wird bei einer Darmkrebs-Operation meist ein Teil des Darms entfernt und die restlichen Darmabschnitte miteinander verbunden. Oft ist dabei die vorübergehende oder dauerhafte Anlage eines künstlichen Darmausganges notwendig. 

Wann ist eine Operation bei Darmkrebs notwendig?

Wurde eine Darmkrebserkrankung diagnostiziert, dann folgen verschiedene Untersuchungen, um das Ausmaß der Erkrankung zu bestimmen. Ziel dabei ist es, ein Krankheitsstadium zu ermitteln, um dann die bestmöglichen Therapieoptionen erörtern zu können. Dabei spielen nicht nur Faktoren wie Größe und Ausdehnung des Tumors, sondern auch das Vorhandensein von Tumorabsiedelungen in anderen Organen (sog. Metastasen) eine wichtige Rolle. In einer sogenannten Tumorkonferenz kommen dann Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammen, um ein individuelles Behandlungskonzept zu entwerfen.

Insgesamt unterscheidet man vier Tumorstadien. In den Stadien I-III sind Darmkrebs-Operationen in der Regel empfohlen, während im Stadium IV ein individuelles Vorgehen angeraten ist. Bei sehr früh entdeckten Tumoren kann unter Umständen eine lokale Entfernung des Tumors ausreichend sein, in allen anderen Fällen sind meist größere Operationen notwendig.

Ergänzend zu einer operativen Versorgung spielen auch systemische Therapien wie beispielsweise Chemotherapie eine wichtige Rolle. Diese kann je nach Krankheitsstadium als alleine Behandlung, vor oder auch nach einer Darmkrebsoperation erfolgen. 

Vorbereitung auf die Darmkrebs-OP

Nachdem alle diagnostischen Verfahren abgeschlossen sind und sich Patient und Ärzteteam auf ein operatives Vorgehen geeinigt haben, beginnen die Vorbereitungen auf die Operation. 

Da eine Vollnarkose notwendig ist, müssen die Patienten vorher mit einem Narkosearzt sprechen, der ebenfalls eine Anamnese erhebt und das notwendige Narkoseverfahren erklärt. Außerdem können vorbereitende Untersuchungen wie etwa Blutabnahmen, ein EKG oder eine Lungenfunktionsprüfung notwendig sein. Nehmen die Patienten regelmäßig Medikamente ein, muss außerdem geklärt werden, ob und wie diese an den Tagen vor der OP eingenommen werden können. 

Im Aufklärungsgespräch mit dem Operateur wird das chirurgische Vorgehen erklärt und die Patienten erhalten die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Bei einer Operation im Bereich des Darms ist es in der Regel erforderlich, eine Darmreinigung durchzuführen. Dazu wird oft ein abführendes Mittel oder ein kleiner Einlauf am Abend vor der Operation verabreicht. Außerdem erhalten die Patienten ein Antibiotikum, um das Risiko für Infektionen zu minimieren. 

Welche Operationsverfahren kommen zum Einsatz?

Das Grundprinzip bei einer Darmkrebs-OP ist oft dasselbe: der bösartige Tumor soll möglichst im Ganzen entfernt werden. Dabei gilt das sogenannte „No-Touch-Prinzip“. Es besagt, dass das Tumorgewebe möglichst nicht berührt und verletzt werden soll, um das Risiko für eine Verteilung von Krebszellen in der Bauchhöhle zu minimieren. 

In sehr frühen Krankheitsstadien kann eine sogenannte lokale Tumorentfernung ausreichend sein, bei der das gesunde umliegende Gewebe belassen werden kann. 

In vielen Fällen ist der Darmkrebs jedoch so weit fortgeschritten, dass ein radikaleres operatives Vorgehen notwendig ist. Dabei werden neben dem erkrankten Gewebe auch angrenzende gesunde Darmabschnitte mitentfernt. Zudem werden auch die entsprechenden Lymphknoten und Gefäße entnommen, um die Ausbreitung von Tumorzellen über den Blut- oder Lymphweg zu verhindern. Anschließend werden die restlichen Darmabschnitte wieder miteinander verbunden. Im Medizinischen wird dies als Anastomose bezeichnet. 

Damit die Anastomose gut heilen kann, wird häufig vorübergehend ein künstlicher Darmausgang angelegt. Über diesen wird der Stuhl über die Bauchdecke in einen speziellen Beutel geleitet. Nach Abheilung der Anastomose kann der künstliche Darmausgang meist wieder zurückverlagert werden. 
In seltenen Fällen ist die permanente Anlage eines künstlichen Darmausganges notwendig, beispielsweise wenn Teile des Enddarms inklusive Sphinktermuskulatur entfernt werden müssen. Denn fehlt die Sphinktermuskulatur, dann kann der Stuhl nicht mehr gehalten werden und eine dauerhafte Stuhlinkontinenz wäre die Folge.

Nach Durchführung der notwendigen operativen Schritte wird die Bauchdecke wieder verschlossen. Das entnommene Gewebe wird an ein Labor zur feingeweblichen Untersuchung versandt. Auf diese Weise kann nicht nur das Tumorgewebe besser untersucht werden, sondern auch beurteilt werden, ob der Tumor im Ganzen entfernt worden ist. 

Ablauf der Operation und stationärer Aufenthalt

Eine Darmkrebs-OP findet in Vollnarkose statt, sodass die Patienten während der gesamten Prozedur tief schlafen. In einem ersten Schritt wird die Bauchdecke eröffnet und der Darm freigelegt. Dann werden alle Darmabschnitte noch einmal genau inspiziert und der Bereich des Tumors identifiziert. Nach Sichtung des Operationsgebietes wird noch einmal genau festgelegt, wie viel Gewebe entfernt werden muss. 

Während der Operation werden dann das entsprechende Gewebe oder der entsprechende Darmabschnitt inklusive angrenzender Strukturen entfernt. Anschließend wird die Kontinuität des Darms wiederhergestellt, indem die entsprechenden Darmenden miteinander verbunden werden (Anastomose). In einem letzten Schritt wird dann oft ein vorübergehender, selten auch ein permanenter künstlicher Darmausgang geschaffen. Zudem werden meist mehrere Drainagen eingefügt, damit Blut und Wundsekret über die Bauchdecke abfließen können. Nach Verschluss der gesamten Bauchdecke, kann die Narkose dann wieder beendet werden. 

Eine Darmkrebs-OP erfordert in der Regel einen längeren stationären Aufenthalt. In diesem soll eine Heilung der Wunden und Entfernung aller Drainagen erreicht werden. Außerdem erfolgt ein langsamer Kostaufbau zunächst mit flüssigen Speisen, bis die Patienten schließlich wieder alles essen können. Zudem muss regelmäßig kontrolliert werden, ob der künstliche Darmausgang richtig funktioniert und die Patienten mit diesem auch in der Häuslichkeit gut zurechtkommen.   

Risiken und mögliche Komplikationen

Da es sich bei einer Darmkrebs-OP um einen größeren chirurgischen Eingriff handelt, ist dieser auch mit einem gewissen Risiko für Komplikationen verbunden. Ziel der stationären Nachbehandlung ist es, diese möglichst frühzeitig zu erkennen und schnellstmöglich eine entsprechende Behandlung einzuleiten. 

Zu den möglichen Komplikationen nach einer Darmkrebs-OP gehören unter anderem: 

  • Nahtschwäche im Bereich der Anastomose, ggf. mit Ausbreitung von Darminhalt in die Bauchhöhle
  • Nachblutung
  • Darmverschluss
  • Wundinfektionen
  • Bauchdeckenbruch (Hernie)
  • unvollständige Entfernung des Tumors und Ausbreitung dieser Krebszellen 

Nachbehandlung und Rehabilitation

Eine Darmkrebserkrankung erfordert auch nach Durchführung einer Operation sehr engmaschige Kontrollen. Hier geht es zunächst vor allem darum, mögliche Komplikationen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Nach guter Ausheilung zielen die Kontrollen dann auch darauf ab, ein Wiederauftreten der Krebserkrankung möglichst früh zu entdecken. Zu den möglichen Nachsorgeuntersuchungen gehören unter anderem eine Anamneseerhebung, Blutabnahmen, Darmspiegelungen oder bildgebende Verfahren wie Sonografie. 

Zur besseren Erholung nach einer Darmkrebs-OP ist es möglich, eine Rehabilitationsmaßnahme zu beantragen. Diese findet in der Regel als sogenannte Anschlussheilbehandlung nach der Krankenhausentlassung statt. Sie dauert etwa drei Wochen, kann aber ggf. verlängert werden. Hier erlernen die Patienten beispielsweise den Umgang mit einem künstlichen Darmausgang oder erhalten eine Ernährungsberatung. Außerdem erhalten die Patienten Unterstützung bei der Bewältigung von psychischen Belastungen durch die Krebserkrankung, sodass die Wiedereingliederung in den Alltag erleichtert wird. 

Prognose und Heilungschancen nach einer Darmkrebs-OP

Die 5-Jahres-Überlebensrate einer Krebserkrankung im Dick- oder Mastdarm liegt in Deutschland über alle Krankheitsstadien hinweg bei etwa 60%. Das heißt, dass etwa 60% aller Darmkrebspatienten nach einem Zeitraum von 5 Jahren noch am Leben sind. Die Prognose hängt dabei vor allem vom Stadium der Erkrankung ab, je höher das Krankheitsstadium, desto weiter ausgebreitet ist die Krebserkrankung und desto schlechter ist die Prognose. Zudem wird die Prognose auch maßgeblich von der Qualität der operativen Versorgung bestimmt. 

Welche Ärzte & Kliniken sind Spezialisten für eine Darmkrebs-OP?

Die kompetentesten Ansprechpartner bei einer Krebserkrankung sind Fachärzte für Onkologie. Sie koordinieren in der Regel den gesamten Behandlungsprozess. Spezialisiert auf die Durchführung einer Darmkrebs-OP sind jedoch Fachärzte für Viszeralchirurgie. 

An einem zertifizierten Darmkrebszentrum werden diese unterschiedlichen Kompetenzen gebündelt, um den Patienten ein breites Behandlungsspektrum bieten zu können. 

Wir von PRIMO MEDICO möchten Patienten bei der Suche nach einem kompetenten Behandler unterstützen, um eine medizinische Versorgung auf höchstem Niveau und nach neusten wissenschaftlichen Kenntnissen zu ermöglichen. Daher haben wir sämtliche hier gelisteten Fachärzte und Kliniken sorgfältig überprüft und hinsichtlich ihrer Kompetenz auf dem Gebiet der Darmkrebsbehandlung ausgewählt. Sie alle verfügen über weitreichende Erfahrung und erwarten bereits Ihren Behandlungswunsch. 

Quellen:

  • Amboss, Nachschlagewerk für Mediziner. next.amboss.com/de/article/TS06_2 [zuletzt aufgerufen am 17.02.2026]
  • S3-Leitlinie Kolorektales Karzinom, Version 3, Stand 01.09.2025. AWMF-Registernummer: 021-007OL.
  • Franck Billmann, Tobias Keck (Hrsg.): Facharztwissen Viszeralchirurgie. 2. Auflage. Springer-Verlag 2021. ISBN: 978-3-662-61520-1.