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Was ist eine chronische Verstopfung (Obstipation) bei Kindern?
Bei einem erschwerten oder verminderten Stuhlgang spricht man von einer Verstopfung, was im Medizinischen auch als Obstipation bezeichnet wird. Häufig liegt die Stuhlfrequenz dann bei weniger als drei Malen in der Woche und die Stuhlkonsistenz ist sehr fest bis hart. Eine chronische Verstopfung im Kindes- und Jugendalter liegt definitionsgemäß dann vor, wenn diese Beschwerden über einen Zeitraum von mindestens einem Monat bestehen.
Eine Obstipation gehört zu den häufigeren Problemen in der Kindheit. In etwa 40% der Fälle beginnt die Symptomatik im ersten Lebensjahr.
Ursachen der chronischen Verstopfung im Kindesalter
Bei einer chronischen Verstopfung unterscheidet man grundsätzlich organische Ursachen, bei denen eine zugrundeliegende Erkrankung vorliegt, von funktionellen Störungen.
Eine mögliche Krankheit, die zur Obstipation bei Kindern führen kann, ist beispielsweise M.Hirschsprung. Dabei fehlen in einigen Darmabschnitten bestimmte Nervenstrukturen, die normalerweise die Bewegung der Darmwand und somit die Passage des Stuhles fördern. Beim Fehlen dieser Strukturen kommt es zur Verstopfung und ggf. starken Aufweitung des Darms. Auch Entzündungen der Darmwand sind möglich.
Weiterhin können auch neurologische Krankheitsbilder wie ein offener Rücken (Spina bifida) eine chronische Verstopfung bei Kindern auslösen, da hier ebenfalls die Ansteuerung der Darmwand und deren Peristaltik gestört ist.
Weitere mögliche organische Ursachen sind:
- Zöliakie
- Mukoviszidose (Cystische Fibrose)
- Anorexia nervosa (Magersucht)
Eine funktionelle Verstopfung ist eher auf das Verhalten zurückzuführen. So versuchen Kinder unter bestimmten Umständen, den Stuhl aktiv zurückzuhalten. Dies ist häufig mit einem Teufelskreis verbunden; durch das Zurückhalten des Stuhls wird dieser noch härter, wodurch wiederum die Darmpassage bzw. die Ausscheidung erschwert wird und Schmerzen entstehen. Eine Aufrechterhaltung des Vermeidungsverhaltens ist dann die Folge.
Die funktionelle Obstipation ist bei Kindern insgesamt sehr häufig und macht etwa 90% aller Fälle aus. Sie tritt oft im Rahmen der Sauberkeitserziehung von Kindern auf. Zu den weiteren möglichen Ursachen für das Vermeidungsverhalten gehören neben Stress unter anderem auch zurückliegende schmerzhafte Ereignisse wie Entzündungen im Bereich des Analkanals oder Fissuren (kleine Einrisse am Darmausgang).
Typische Symptome und Warnzeichen
Eine chronische Verstopfung bei Kindern zeigt sich vor allem durch eine verminderte Stuhlfrequenz, meist von weniger als zwei Malen pro Woche. In der Folge ist der Stuhl oft sehr fest, sodass der Stuhlgang auch als schmerzhaft empfunden wird. Oft sammeln sich dann größere Stuhlmassen im End- und Dickdarm und sind als Raumforderung durch die Bauchdecke tastbar. Dies verursacht häufig Bauchschmerzen bei den Kindern.
Weiterhin kann es durch die Ansammlung des Stuhls auch zu Stuhlschmieren kommen. Dabei werden kleine Mengen Stuhl abgesetzt, ohne dass jedoch eine richtige Inkontinenz vorliegt.
Je nach Ursache kann eine chronische Verstopfung zusätzlich weitere Symptome hervorrufen. Diese können als Warmsymptome auf eine organische Ursache der Verstopfung hinweisen. Zu diesen gehören unter anderem:
- verspätetes Absetzen des ersten Stuhlgangs eines Neugeborenen (Mekonium)
- Beginn der Symptomatik im Neugeborenen- oder frühen Säuglingsalter
- sehr dünn geformte Stühle (Bleistiftstühle)
- blutige Stühle ohne das Vorliegen von Fissuren
- Wachstumsstörungen
- Fieber
- begleitende neurologische Symptome wie beispielsweise abgeschwächte Reflexe
Diagnostik bei chronischer Verstopfung bei Kindern
Die wichtigste diagnostische Grundlage bei einer chronischen Obstipation in der Kindheit ist die ausführliche Erhebung einer Anamnese. Hier werden unter anderem Fragen zu Beginn und Dauer der Verstopfung sowie zu eventuellen begleitenden Symptomen gestellt. Daraufhin folgt eine körperliche Untersuchung. Hier ist ein behutsames und kindgerechtes Vorgehen besonders wichtig. Eine funktionelle Verstopfung kann häufig bereits mit diesen einfachen Mitteln diagnostiziert werden.
Besteht der Verdacht auf das Vorliegen einer organischen Ursache, dann sind weitere diagnostische Verfahren angezeigt. Neben einer rektalen Tastuntersuchung kann dies beispielsweise Labor- und Ultraschalluntersuchungen oder Röntgenaufnahmen des Bauchraums beinhalten.
Behandlungsmöglichkeiten bei chronischer Verstopfung
Die Behandlung einer Obstipation sollte sich möglichst an der zugrundeliegenden Ursache orientieren. So sollte bei einer vorliegenden Grunderkrankung primär auch diese behandelt werden. Dies kann sowohl konservative Maßnahmen als auch operative Verfahren beinhalten.
Die häufige funktionelle Verstopfung im Kindesalter kann rein konservativ behandelt werden. Zu Beginn sollte dabei eine ausführliche Aufklärung von Eltern und Kind über das Krankheitsbild erfolgen. Dann sollten Verhaltensmaßnahmen erläutert werden, die die Darmentleerung fördern können.
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört die Ernährungsumstellung. Dabei sollte die Trinkmenge erhöht und auf zuckerhaltige Getränke möglichst verzichtet werden. Eine ausgewogene und vor allem ballaststoffreiche Kost fördert die Darmpassage und letztlich auch die Ausscheidung des Stuhls. Gegebenenfalls kann auch ein Verzicht auf Kuhmilchprodukte sinnvoll sein. Die angepasste Ernährung sollte mit viel Bewegung kombiniert werden.
Weiterhin kann ein Toilettentraining dabei helfen, das Vermeidungsverhalten der Kinder zu reduzieren. Dabei sind regelmäßige Toilettengänge und eine möglichst positive Gestaltung dieser wichtige Punkte, um schließlich ein entspanntes Verhältnis der Kinder zum Toilettengang zu erreichen.
Reichen diese Maßnahmen nicht aus, um die Verstopfung zufriedenstellend zu behandeln, dann können auch Medikamente eingesetzt werden, die die Konsistenz des Stuhls beeinflussen und das Abführen somit fördern können.
Verlauf, Prognose und mögliche Folgen
Eine funktionell bedingte chronische Verstopfung bei Kindern kann in der Regel sehr gut behandelt werden und folgenlos ausheilen. Die Prognose ist dabei umso besser, je früher die Behandlung eingeleitet wurde. Eine verzögerte Therapie hat meist schlechtere Erfolge und ist häufig mit einem Wiederkehren der Symptome verbunden. Mögliche Folgeerscheinungen können dann eine Vergrößerung des Enddarms oder die Entstehung von Divertikeln (Ausstülpungen der Darmwand) im Erwachsenenalter sein.
Liegt der chronischen Verstopfung eine organische Erkrankung zugrunde, dann hängt die Prognose vor allem von dieser ab.
Welche Ärzte & Kliniken sind Spezialisten für chronische Verstopfung bei Kindern?
Spezialisiert auf die Behandlung einer chronischen Obstipation im Kindesalter sind Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin. Sie sind vor allem sehr erfahren in der Behandlung von funktionellen Störungen. Bei einer zugrundeliegenden Erkrankung sind eventuell Ärzte anderer Fachbereiche, beispielsweise aus der Kinderchirurgie oder Neurologie, weitere wichtige Ansprechpartner.
Der Behandlungserfolg einer Krankheit hängt maßgeblich vom Zeitpunkt der Therapie sowie der Fachexpertise der Behandler ab. Daher haben wir sämtliche hier gelisteten Fachärzte und Kliniken sorgfältig überprüft und hinsichtlich ihrer Erfahrung in der Behandlung einer chronischen Verstopfung bei Kindern ausgewählt. Vereinbaren Sie dazu gerne schnell und unkompliziert ein erstes persönliches Beratungsgespräch.
Quellen:
- Amboss, Nachschlagewerk für Mediziner. next.amboss.com/de/article/Ur0bgh [zuletzt aufgerufen am 10.02.2026]
- Christian P. Speer, Manfred Gahr, Jörg Dötsch (Hrsg.): Pädiatrie. 5. Auflage. Springer-Verlag 2019. ISBN: 978-3-662-57295-5.
- Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. www.dgkj.de/eltern/dgkj-elterninformationen/elterninfo-verstopfung [zuletzt aufgerufen am 10.02.2026]
