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Informationen zum Bereich Cannabisentzug
Was ist ein Cannabisentzug?
Ein Cannabisentzug ist eine Methode zur Behandlung einer Abhängigkeit von Cannabis. Cannabis ist eine Hanfpflanze, aus der vor allem zwei Produkte hergestellt werden können: die getrockneten Blätter und Blüten können als „Gras“ geraucht werden; aus dem Harz der Pflanze kann sogenanntes „Haschisch“ gewonnen werden. Beide Produkte können zu einem euphorisierenden Gefühl, Entspannung oder Halluzinationen führen.
Aus dem regelmäßigen Konsum von Cannabis kann sich eine Abhängigkeit entwickeln. Diese zeigt sich beispielsweise durch ein starkes Verlangen nach der Substanz oder eine verminderte Kontrollfähigkeit über den Konsum. In einem solchen Fall sollten sich Betroffene einem Cannabisentzug unterziehen. Die Therapie umfasst neben der Entgiftung des Körpers vor allem auch die Behandlung der psychischen Abhängigkeit.
Wie entsteht eine Abhängigkeit von Cannabis?
Die meisten Konsumenten von Cannabis entwickeln keine Abhängigkeit von der Substanz. Daher stellt sich die Frage, aus welchen Gründen bei bestimmten Personen eine Cannabisabhängigkeit entsteht. Hier scheinen viele verschiedene Faktoren eine Rolle zu spielen. So können vor allem Vorerkrankungen und psychosoziale Belastungsfaktoren die Entwicklung einer Abhängigkeit begünstigen.
Zu den möglichen Einflussfaktoren gehören unter anderem:
- drogenkonsumierendes soziales Umfeld
- instabiler psychischer Zustand
- fehlender sozialer Rückhalt, z.B. durch die Familie
- frühzeitiger Beginn des Konsums
- kritische Lebensereignisse, z.B. Trennung oder Tod eines Angehörigen
Welche psychischen und körperlichen Symptome treten beim Cannabisentzug auf?
Ein schädlicher Cannabiskonsum führt vor allem zu einer psychischen Abhängigkeit. Dennoch tritt auch ein gewisser Gewöhnungseffekt des Körpers auf, sodass immer höhere Dosen konsumiert werden müssen, um eine entsprechende Wirkung zu erzielen. Somit sind nach Absetzen der Substanz auch körperliche Symptome möglich, die jedoch meist milder ausgeprägt sind als bei anderen Süchten (z.B. Alkohol).
Zu den möglichen körperlichen Entzugssymptomen gehören Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Schlafstörungen, Unruhe und Schwitzen. Oft sind diese Symptome eher unspezifisch ausgeprägt und werden von den Betroffenen im Gegensatz zu den psychischen Entzugserscheinungen als weniger quälend empfunden.
Ein sehr häufiges psychisches Symptom beim Absetzen des Cannabis ist das starke Verlangen nach der Substanz, das sogenannte Craving. Weiterhin sind auch Ängste, Nervosität, Aggressionen oder depressive Verstimmungen möglich.
Wie lange dauert ein Cannabisentzug und wie verläuft er? Welche Phasen durchlaufen Betroffene während des Entzugs?
Eine Entzugsbehandlung besteht typischerweise aus drei Phasen, deren Länge von der konsumierten Substanz und individuellen Faktoren abhängt. In der ersten Phase soll vor allem die Motivation zur Durchführung eines Entzuges entwickelt werden. Wichtig ist es, dass die Betroffenen hier in ihrem Wunsch, den Konsum zu beenden, unterstützt werden.
Die zweite Phase beinhaltet den Entzug im eigentlichen Sinne, nämlich die körperliche Entgiftung. Ziel dabei ist es, eine vollständige Abstinenz von der Substanz zu erreichen. Im Falle von Cannabis ist die Entgiftung meist nach etwa zwei Wochen abgeschlossen.
Die Entwöhnungsbehandlung bildet die dritte und längste Phase einer Entzugsbehandlung. Hier steht die Behandlung der psychischen Abhängigkeit im Vordergrund und es werden die verschiedenen Faktoren beleuchtet, die zur Entwicklung und Aufrechterhaltung der Cannabissucht beigetragen haben, um eine langfristige Abstinenz zu erreichen. Zum Einsatz kommen dabei verschiedene psychotherapeutische Verfahren wie etwa die kognitive Verhaltenstherapie. Die Entwöhnung nimmt meist mehrere Wochen Zeit in Anspruch.
Warum belasten Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und Craving viele Betroffene besonders stark?
Bei einem Cannabisentzug sind die psychischen Symptome meist deutlich stärker ausgeprägt als die körperlichen, sodass diese auch als besonders belastend empfunden werden. Viele Betroffene haben vor dem Beginn der Entzugsbehandlung den Cannabiskonsum zur Bewältigung von Belastungssituationen und schließlich auch des Alltags genutzt. Fällt diese Bewältigungsstrategie weg, dann müssen erst neue Methoden und Verhaltensweisen entwickelt werden. Symptome wie Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen können diesen Prozess zusätzlich erschweren und die Betroffenen vor eine große Herausforderung stellen.
Was hilft beim Cannabisentzug und was verschlimmert die Beschwerden eher?
Die wichtigste Hilfe bei einem Cannabisentzug besteht in der sozialen Unterstützung der Betroffenen. Dabei spielen nicht nur Ärzte und Therapeuten eine wichtige Rolle, sondern auch Vertraute aus dem privaten Patientenumfeld wie etwa Freunde oder Familienangehörige. Dabei sollte man den Betroffenen mit Empathie, Wertschätzung und Motivation zur Seite stehen.
Ein ungünstiges soziales Umfeld, beispielsweise ein drogenkonsumierender Freundeskreis, kann die Entzugsbehandlung erschweren. Gegebenenfalls ist dann eine zumindest kurzzeitige Distanzierung von der gewohnten sozialen Umgebung sinnvoll.
Wann reichen Selbsthilfemaßnahmen nicht mehr aus?
Grundsätzlich ist es möglich, einen Cannabisentzug selbstständig durchzuführen. Gerade bei einem zuvor langfristigen Konsum kann es dabei aber zu starken, psychischen Entzugserscheinungen kommen. Außerdem werden die psychischen Aspekte der Sucht nicht beleuchtet, sodass eine langfristige Abstinenz oft nicht erreicht wird. Professionelle Beratung und Unterstützung wird daher allen Betroffenen bei einem Cannabisentzug empfohlen.
Welche Ärzte & Kliniken sind Spezialisten für den Cannabisentzug?
Für Cannabisabhängige gibt es viele niederschwellige Beratungs- und Unterstützungsangebote. Besteht der Wunsch, einen Entzug durchzuführen, sind Hausärzte und Suchtberatungsstellen häufig die ersten Anlaufstellen. Spezialisiert auf die Durchführung einer qualifizierten Entzugsbehandlung sind jedoch Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie. In einer Entzugsklinik sind zudem weitere Fachdisziplinen wie beispielsweise psychologische Psychotherapeuten oder Ergotherapeuten vertreten.
Wir haben sämtliche hier gelisteten Ärzte und Fachkliniken sorgfältig überprüft und hinsichtlich ihrer Erfahrung auf dem Gebiet der Cannabisabhängigkeit ausgewählt. Sie alle sind Experten ihres jeweiligen Fachgebietes und spezialisiert auf die Durchführung einer Entzugsbehandlung. Überzeugen Sie sich am besten persönlich von der Kompetenz unserer Ärzte und vereinbaren Sie schnell und unkompliziert ein erstes individuelles Beratungsgespräch.
Quellen:
- Amboss, Nachschlagewerk für Mediziner. next.amboss.com/de/article/_r05Ph [zuletzt aufgerufen am 17.06.2026]
- Datenportal Sucht und Drogen datenportal.bundesdrogenbeauftragter.de/cannabis [zuletzt aufgerufen am 17.06.2026]
- drugcom.de www.drugcom.de/haeufig-gestellte-fragen/fragen-zu-cannabis/was-sind-psycho-soziale-risikofaktoren-fuer-die-entstehung-einer-cannabisabhaengigkeit/ [zuletzt aufgerufen am 17.06.2026]
