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Informationen zum Bereich Opioidentzug
Was ist ein Opioidentzug?
Der Opioidentzug stellt eine wichtige Behandlungsmethode bei einer Opioidabhängigkeit dar. Der Begriff Entzug beschreibt zwar im engeren Sinne nur die körperliche Entwöhnung von der Substanz, unter einem Opioidentzug versteht man in der Regel aber eine qualifizierte Entzugsbehandlung, die nicht nur die körperliche Abhängigkeit, sondern auch die vielfältigen psychischen und sozialen Faktoren der Sucht beleuchtet und bearbeitet.
Opioide sind Substanzen, die an bestimmte Rezeptoren im zentralen Nervensystem binden und hierüber eine schmerzstillende Wirkung entfalten. Deshalb werden sie in der Medizin als starke Schmerzmittel eingesetzt. Da sie in höheren Dosen eine euphorisierende Wirkung haben, können Opioide auch als Rauschmittel missbraucht werden.
Wichtige Substanzen sind in diesem Zusammenhang unter anderem das Morphin, Heroin, Dihydrocodein oder Fentanyl. Eine Abhängigkeit kann sowohl durch missbräuchlichen Konsum, beispielsweise das „Spritzen“ von Heroin, aber auch durch die legale Einnahme von Opioiden als Schmerzmittel entstehen. Zur Behandlung der Sucht wird dann ein Opioidentzug empfohlen.
Welche Symptome treten bei einem Opioidentzug auf?
Der Konsum von Opioiden kann zu einer starken körperlichen und psychischen Abhängigkeit führen, sodass ein Entzug von der jeweiligen Substanz sowohl körperliche als auch psychische Symptome auslöst. Je nach Konsumverhalten und Substanz treten die Beschwerden einige Stunden bis wenige Tage nach dem letzten Konsum auf.
Mögliche Symptome eines Opioidentzugs sind:
- beschleunigter Puls oder Herzrasen
- Bluthochdruck
- erweiterte Pupillen
- Störungen des Magen-Darm-Traktes wie Krämpfe oder Durchfälle
- Muskelschmerzen und -krämpfe
- Unruhe, Zittern
- starkes Verlangen nach der Substanz
- Wiederauftreten von Schmerzen, aufgrund derer die Opioide eingenommen wurden
Wie lange dauert ein Opioidentzug?
Die Dauer eines Opioidentzuges hängt unter anderem von der Dauer des Konsums, der jeweiligen Substanz sowie individuellen Faktoren ab. Die Behandlung der rein körperlichen Abhängigkeit, also der Entzug im eigentlichen Sinne, dauert in der Regel einige Wochen bis wenige Monate.
Nach der körperlichen Entgiftung sollte eine Entwöhnungsbehandlung erfolgen. In dieser Phase werden die psychischen, sozialen und sonstigen Faktoren der Sucht beleuchtet und im Rahmen verschiedener Therapien behandelt. Diese Phase kann sechs bis 12 Monate Zeit in Anspruch nehmen.
Wie läuft ein Opioidentzug ab?
Die Behandlung einer Opioidabhängigkeit besteht aus einem Entzug im engeren Sinne, in dem die körperliche Abhängigkeit bearbeitet wird, sowie einer Entwöhnungsbehandlung.
Der Entzug erfolgt in der Regel stationär oder teilstationär als sogenannte qualifizierte Entzugsbehandlung. Diese besteht aus einer körperlichen Entgiftung sowie Maßnahmen zur Rückfallprophylaxe. Sie hat die Abstinenz, also den vollständigen Verzicht auf die Substanz zum Ziel.
Man unterscheidet grundsätzlich zwischen einem „kalten“ und einem „warmen“ Entzug.
Bei einem sogenannten „kalten Entzug“ wird die Substanz abrupt abgesetzt und eine Linderung der Symptome erfolgt nur durch unterstützende Maßnahmen wie Entspannungsverfahren oder begleitende Medikamente. Diese Form des Entzuges kann zu sehr starken Symptomen führen und erhebliches Leid bei den Betroffenen hervorrufen. Die Abbruchquote ist daher besonders hoch, sodass ein „kalter Entzug“ in der Regel nicht empfohlen wird.
Das Verfahren der Wahl zur Behandlung einer Opioidabhängigkeit ist der sogenannte „warme Entzug“, da er weniger unangenehm für die Betroffenen ist und daher bessere Erfolgsquoten aufweist. Hierbei wird die Substanz schrittweise abgesetzt. Illegal konsumierte Opioide wie Heroin werden durch andere Substanzen ersetzt und anschließend ebenfalls schrittweise in ihrer Dosis reduziert. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einer Substitutionsbehandlung.
Die Entwöhnungsbehandlung schließt sich an den körperlichen Entzug an und kann stationär, teilstationär oder auch ambulant erfolgen. Hierbei werden die vielfältigen Faktoren beleuchtet, die zur Entstehung und Aufrechterhaltung der Sucht beigetragen haben. Die Patienten erhalten ein multidisziplinäres Therapiekonzept, das unter anderem psychotherapeutische, soziotherapeutische und ergotherapeutische Maßnahmen beinhaltet.
Um auch langfristig eine Abstinenz von Opioiden zu erreichen, sind im Rahmen der Rückfallprophylaxe auch Selbsthilfegruppen und Suchtberatungsstellen wichtige Anlaufstellen, die teilweise über mehrere Jahre von den Betroffenen aufgesucht werden.
Welche Medikamente können den Opioidentzug unterstützen?
Die teilweise sehr starken körperlichen und psychischen Symptome eines Opioidentzuges können durch verschiedene Maßnahmen gelindert werden. Neben Entspannungsverfahren und Bewegungstherapie können dabei auch bestimmte Medikamente eingesetzt werden.
Im Rahmen einer Substitutionsbehandlung werden die bisher konsumierten Substanzen durch andere Opioide ersetzt, die eine länger anhaltende und weniger starke Wirkung haben. Hier kommt beispielsweise Methadon zum Einsatz, das über ein bis zwei Tage wirkt und im Gegensatz zu Morphin oder Heroin keine euphorisierende Wirkung hat.
Je nach bestehender Symptomatik werden zudem verschiedene weitere Substanzen zur Unterstützung eines Opioidentzuges eingesetzt. So können beispielsweise schmerzstillende, beruhigende, antidepressive oder krampflösende Medikamente verordnet werden.
Welche Ärzte & Kliniken sind Spezialisten für Opioidentzug?
Spezialisiert auf die Durchführung eines Opioidentzuges sind Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie. Zudem sind in die Betreuung von Opioidabhängigen in der Regel noch weitere ärztliche und nicht-ärztliche Fachdisziplinen eingebunden. Hierzu gehören beispielsweise Internisten, psychologische Psychotherapeuten, Soziotherapeuten, Ergotherapeuten oder Physiotherapeuten.
Wer sich zu einem Opioidentzug entscheidet, hat bereits den wichtigsten Schritt in Richtung Abstinenz getan. Eine professionelle und fachkundige Betreuung ist nun entscheidend für den Therapieerfolg. Daher finden Sie bei uns ausschließlich hocherfahrene Fachärzte und Kliniken, die sich auf die Betreuung von Opioidabhängigen spezialisiert haben. Sie alle sind Experten ihres jeweiligen Fachgebietes und erwarten bereits Ihren Behandlungswunsch.
Quellen:
- Amboss, Nachschlagewerk für Mediziner. next.amboss.com/de/article/Ar0RPh [zuletzt aufgerufen am 13.10.2026]
- Klaus Lieb (Hrsg.): Intensivkurs Psychiatrie und Psychotherapie. 10. Ausgabe. Urban & Fischer 2023. ISBN: 978-3-437-23492-7.

