Spezialisten für Kryoablation
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Informationen zum Bereich Kryoablation
Was ist eine Kryoablation?
Der Begriff Kryoablation setzt sich zusammen aus dem griechischen Wort kryos für „kalt“ und dem lateinischen Begriff ablatio, was so viel wie „wegnehmen“ bedeutet. Es handelt sich dabei um eine Methode zur gezielten Zerstörung von Gewebe durch den Einsatz extremer Kälte. Das Verfahren wird vor allem zur Behandlung von Tumoren oder von Herzrhythmusstörungen eingesetzt.
Die Kryoablation gilt als minimal-invasives Verfahren, da es weitestgehend lokal seine Wirkung erzielt und umliegendes Gewebe schont.
Wann wird eine Kryoablation eingesetzt?
Mit Hilfe der Kryoablation können gezielt Zellen und Gewebe abgetötet werden. Damit ergibt sich als wichtiges Einsatzgebiet die Behandlung von gutartigen und bösartigen Tumoren.
Die Kryotherapie kann unter anderem zur Behandlung folgender Tumoren eingesetzt werden:
- Leberkrebs (hepatozelluläres Karzinom)
- Nierenzellkrebs
- Tumoren aus hormonproduzierenden Zellen (neuroendokrine Tumore)
- gutartige Tumore der Brustdrüse
- Endometrioseherde
- Hauttumore
- Tumore des Knochens
Ein weiteres wichtiges Anwendungsgebiet der Kryoablation sind Herzrhythmusstörungen wie beispielsweise Vorhofflimmern. Dabei arbeiten die Herzvorhöfe unregelmäßig und mit einer hohen Frequenz. Dies liegt häufig daran, dass es neben dem normalen Taktgeber des Herzens (Sinusknoten) noch weitere Zellen gibt, die dem Vorhof elektrische Signale senden. Ziel der Kryoablation ist es, diese Bereiche elektrisch zu isolieren, damit sie keine Signale mehr an den Vorhof weiterleiten können. Der Sinusknoten bleibt dann der einzige Taktgeber und gibt den Herzrhythmus vor.
Für welche Patienten ist CRYO geeignet?
Die Kryoablation gilt als minimal-invasives und schonendes Verfahren, sodass es prinzipiell auch für ältere oder stark vorerkrankte Patienten geeignet ist. Ob die Kryotherapie bei einer Erkrankung als Therapie in Frage kommt, muss immer nach Abschluss der gesamten Diagnostik geklärt werden.
Dazu kommt im Falle einer Tumorerkrankung eine sogenannte Tumorkonferenz zusammen, in der Ärzte verschiedener Fachbereiche zusammensitzen und jeden einzelnen Fall individuell besprechen. Anschließend wird eine Therapieempfehlung ausgesprochen, die dann mit dem Patienten besprochen wird, sodass eine gemeinsame Entscheidung über die Behandlung getroffen werden kann.
Ablauf der Kryoablation
Kryoablation zur Behandlung von Tumoren
Soll Tumorgewebe gezielt mittels Kälte abgetötet werden, dann kommen spezielle Sonden zum Einsatz. Diese werden exakt im Bereich des Tumors platziert. Die Position wird in der Regel mit Hilfe eines Computertomogramms (CT-Bild) kontrolliert. Anschließend wird meist ein Gas appliziert, das zu extrem niedrigen Temperaturen im Zielbereich führt. Bei Verwendung von Argon-Gas beispielsweise können Temperaturen von bis zu -185°C erreicht werden. Danach wird das Gewebe wieder aufgetaut. Dies kann zum Beispiel durch Helium-Gas erreicht werden. Der Vorgang wird insgesamt dreimal wiederholt. Das abgestorbene Gewebe wird schließlich vom Körper resorbiert.
Kryoablation zur Behandlung von Vorhofflimmern
Um Herzrhythmusstörungen durch Kälte behandeln zu können, wird ein Katheter verwendet. Dieser wird entweder im Bereich der Leiste oder des Handgelenkes in eine Vene eingeführt und bis zum Herzen vorgeschoben. In der Regel befinden sich die zu verödenden Zellen im Bereich der Einmündung der Lungenvenen in den linken Vorhof. Hier wird der Katheter platziert. Anschließend wird ein kleiner Ballon an der Spitze des Katheters mit dem Kühlmittel gefüllt. Durch Kontakt mit dem Gewebe, werden die entsprechenden Zellen verödet und somit elektrisch isoliert. Das Kühlmittel wird anschließend wieder entfernt und der Katheter kann zurückgezogen werden. Die Punktionsstelle wird schließlich mit einem Druckverband versehen.
Vorteile der Kryoablation gegenüber klassischen Verfahren
Die Kryoablation gilt als schonendes Verfahren mit einem günstigen Nebenwirkungsprofil. Das Verfahren kann je nach Einsatzgebiet unter Vollnarkose oder lokaler Betäubung durchgeführt werden. Die Kryoablation zur Behandlung von Vorhofflimmern beispielsweise kann in der Regel ohne Vollnarkose durchgeführt werden. Es verursacht bei den Patienten in der Regel keine oder nur geringe Schmerzen.
Ein weiterer Vorteil der Kryoablation liegt darin, dass durch die Applikation von starker Kälte ein Haften der Sonden bzw. des Katheters am Gewebe erreicht wird. Somit können diese nicht mehr verrutschen und es wird während der gesamten Prozedur die korrekte Stelle beibehalten.
Im Bereich des Herzens besteht außerdem die Möglichkeit, zunächst nur geringe Kälte zu verabreichen, um zu testen, ob es sich um die korrekte Stelle für die Ablation handelt. Zeigt das abgeleitete EKG die gewünschten Veränderungen, kann die eigentliche Kälteapplikation erfolgen.
Risiken und mögliche Nebenwirkungen
Obwohl die Kryoablation als minimal-invasiv gilt, besteht dennoch ein gewisses Risiko für Komplikationen. Ziel der Nachsorge ist es, diese möglichst frühzeitig zu erkennen und eine entsprechende Behandlung einzuleiten.
Mögliche Komplikationen einer Kryoablation sind:
- Komplikationen an der Punktionsstelle wie Blutungen, Blutergüsse oder Schmerzen
- Gewebe- und Nervenschäden im Bereich der vereisten Stelle
Spezielle Komplikationen bei Kryoablation im Bereich des Herzens:
- Herzbeutelerguss (Perikarderguss)
- Herzrhythmusstörungen wie AV-Blockierungen
- Lungenentzündung
- Schlaganfall
- Wiederauftreten des Vorhofflimmerns (Rezidiv)
Nachsorge und Erfolgskontrolle
Je nach Einsatzgebiet der Kryoablation sowie Allgemeinzustand des Patienten ist nach der Behandlung nur ein kurzer stationärer Krankenhausaufenthalt notwendig. Im Falle einer lokalen Betäubung kann der Eingriff ggf. auch ambulant durchgeführt werden, sodass die Patienten noch am selben Tag wieder nach Hause entlassen werden können.
In jedem Fall sind jedoch nach der Behandlung regelmäßige Kontrolluntersuchungen erforderlich. Dabei soll zum einen das Auftreten von Komplikationen möglichst frühzeitig aufgedeckt werden, zum anderen soll auch der Behandlungserfolg kontrolliert werden. Die jeweiligen Nachsorgeuntersuchungen hängen dabei vom Krankheitsbild ab. Bei Tumorerkrankungen sind bildgebende Verfahren und Laborkontrollen oft sehr wichtig: im Bereich des Herzens spielen EKG- und Ultraschalluntersuchungen des Herzens eine wichtige Rolle.
Welche Ärzte & Kliniken sind Spezialisten für Kryoablation (CRYO)?
Spezialisiert auf die Durchführung einer Kryoablation sind Fachärzte für interventionelle Radiologie. Je nach Anwendungsgebiet kann eine Zusammenarbeit mit anderen Fachgebieten, beispielsweise der Kardiologie oder Onkologie stattfinden.
Bei uns finden Sie ausschließlich erfahrene Fachärzte und Kliniken, die sich auf die Durchführung einer Kryoablation spezialisiert haben. Sie alle verfügen über eine hohe Fachexpertise und begleiten ihre Patienten während des gesamten Behandlungsprozesses. Überzeugen Sie sich gerne persönlich von der Kompetenz unserer Spezialisten und vereinbaren Sie schnell und unkompliziert ein erstes persönliches Beratungsgespräch.
Quellen:
- Amboss, Nachschlagewerk für Mediziner. next.amboss.com/de/search [zuletzt aufgerufen am 22.02.2026]
- Bundesverband Medizintechnologie e.V. www.bvmed.de/themen/herz-kreislauf-erkrankungen/minimal-invasive-katheterablation-kaelteablation-bei-vorhofflimmern [zuletzt aufgerufen am 22.02.2026]
- U.Stierle, J. Weil: Klinikleitfaden Kardiologie. 7. Auflage. Elsevier-Verlag 2020. ISBN: 978-3-437-22285-6.
