Fetalchirurgie

Sie suchen einen erfahrenen Facharzt für den medizinischen Bereich Fetalchirurgie? Bei PRIMO MEDICO finden Sie ausschließlich Spezialisten, Kliniken und Zentren in Ihrem Fachgebiet in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

SPEZIALIST FINDEN

Spezialisten für Fetalchirurgie

1  Spezialist gefunden

Informationen zum Bereich Fetalchirurgie

Was ist die Fetalchirurgie?

Der Begriff Fetus beschreibt in der Medizin ein ungeborenes Kind zwischen der 11. Schwangerschaftswoche und der Geburt. Die Fetalchirurgie ist dabei ein hoch spezialisiertes Fachgebiet, das sich mit der Therapie von Erkrankungen des Fetus noch während der Zeit im Mutterleib beschäftigt. Diese Eingriffe finden somit meist intrauterin, also innerhalb der Gebärmutter statt. 

In den letzten Jahren und Jahrzehnten wurden dabei unterschiedliche Techniken entwickelt, um schwerwiegende Erkrankungen des Fetus möglichst frühzeitig behandeln zu können. Das Ziel dieser Methoden ist dabei stets die bestmögliche Behandlung der Erkrankung bei gleichzeitigem Erhalt der Schwangerschaft, sodass sich das Ungeborene danach weiterhin im Mutterleib entwickeln kann. 

Wann ist ein fetaler Eingriff notwendig?

Die Entscheidung für einen fetalen Eingriff wird immer erst nach sorgfältiger Abwägung aller Vorteile und Risiken sowohl für die Mutter als auch für das ungeborene Kind getroffen. Da jeder Eingriff in der Fetalchirurgie mit einem gewissen Risiko für Komplikationen verbunden ist, werden diese Eingriffe in der Regel nur bei solchen Erkrankungen eingesetzt, die unbehandelt zum Tod des Fetus oder zu einer starken Behinderung führen würden. 

Folgende Krankheitsbilder können beispielsweise einen fetalchirurgischen Eingriff notwendig machen: 

  • Fetofetales Transfusionssyndrom 

Dieses Krankheitsbild kann bei einer Zwillingsschwangerschaft auftreten. Durch bestimmte Gefäßverbindungen wird dabei kontinuierlich Blut vom einen Zwilling auf den anderen übertragen, sodass es beim Ersteren zur Blutarmut und beim anderen Zwilling zu einer Überladung mit Blutkörperchen kommt. Im Rahmen eines fetalchirurgischen Eingriffs können mithilfe eines speziellen Lasers die Gefäßverbindungen verschlossen werden. 

Bei einer Spina bifida ist der Verschluss von Wirbelsäule und Rückenmark während der ersten Schwangerschaftswochen gestört, sodass diese Strukturen nach außen offen liegen können. Die Erkrankung kann in verschiedenen Schweregraden auftreten. Ein fetalchirurgischer Eingriff mit Abdeckung der offen liegenden Strukturen kann hier zum Einsatz kommen. 

Das Zwerchfell ist eine Muskel-Sehnen-Platte, die die Lungen vom Bauchraum trennt. Bei einer Zwerchfellhernie liegt ein Defekt dieser Platte vor, durch den Bauchorgane in den Brustkorb übertreten können. Hierdurch wird insbesondere die Entwicklung der Lungen gestört. Heutzutage kann eine Zwerchfellhernie häufig durch eine Ultraschalluntersuchung diagnostiziert werden, sodass ggf. eine fetale Therapie eingeleitet werden kann.

Welche Formen der Fetalchirurgie gibt es?

In der Fetalchirurgie können je nach Krankheitsbild und Alter des Fetus verschiedene Methoden zur Anwendung kommen. Grundsätzlich können dabei offen-chirurgische Eingriffe von minimal-invasiven unterschieden werden. 

Bei einem offen-chirurgischen Eingriff wird die Gebärmutter eröffnet, sodass man einen direkten Zugang zum Fetus hat. Auf diese Weise werden beispielsweise Eingriffe zur Behandlung eines offenen Rückens vorgenommen. 

Minimal-invasive Eingriffe zeichnen sich vor allem durch einen kleineren Zugangsweg aus. Auf eine komplette Eröffnung der Gebärmutter wird dabei also verzichtet. Stattdessen wird ein sehr kleines Instrument, das sogenannte Fetoskop eingeführt. Es besitzt eine kleine Kamera, über die das Innere der Gebärmutter eingesehen werden kann. Die eigentliche Operation wird dann mithilfe sehr kleiner Instrumente durchgeführt. Zur Behandlung eines fetofetalen Transfusionssyndroms beispielsweise wird ein Laserlichtleiter eingeführt, der zum Verschluss der entsprechenden Gefäßverbindungen führt.  

Ablauf und Vorbereitung einer fetalen Operation

Bei einem fetalchirurgischen Eingriff stehen verschiedene Methoden der Betäubung zur Auswahl. Das Spektrum reicht von einer lokalen Betäubung der oberflächlichen und tiefen Bauchdeckenschichten bis hin zur Allgemeinnarkose, wobei lokale und regionale Betäubungsmethoden in der Regel mit einem geringeren Komplikationsrisiko verbunden sind.  

Um den optimalen Bereich zur Eröffnung der Bauchdecke identifizieren zu können, wird meist ein Ultraschall verwendet. Der Bereich sollte möglichst frei von mütterlichen oder plazentaren Gefäßen sein und dennoch einen guten Zugangsweg zum entsprechenden Körperbereich des Fetus bieten. Dann wird in diesem Bereich die Bauchdecke eröffnet und anschließend entweder auch die Gebärmutter geöffnet oder das Fetoskop eingebracht. 

Nach Durchführung der notwendigen operativen Schritte werden sowohl die Gebärmutter als auch die Bauchdecke wieder verschlossen. Das nachfolgende Prozedere hängt stark vom jeweiligen Eingriff ab. In der Regel verbringen die Patientinnen nach dem Eingriff noch einige Zeit auf einer Überwachungsstation. Hier sowie im weiteren Verlauf der Schwangerschaft finden regelmäßige Kontrolluntersuchungen statt, um den gesundheitlichen Zustand von Mutter und Kind möglichst gut beurteilen und überwachen zu können. 

Risiken und mögliche Komplikationen

Obwohl eine Verbesserung der Operationstechniken zu einer Verringerung der Komplikationsrate geführt haben, sind fetalchirurgische Eingriffe stets mit einem gewissen Risiko für das Ungeborene und für die Mutter verbunden. Mit welchen Komplikationen im Einzelfall zu rechnen ist und wie hoch das Risiko ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab und wird immer individuell vor Durchführung eines Eingriffs besprochen. 

Zu den möglichen Komplikationen eines fetalchirurgischen Eingriffs gehören unter anderem: 

  • Frühgeburt
  • vorzeitiger Blasensprung
  • Verletzungen des Fetus
  • Blutungen und Infektionen
  • Verlust des Fetus
  • Riss der Gebärmutter (sog. Uterusruptur)
  • frühzeitige Ablösung der Plazenta 

Erfolgsaussichten und Prognose

Die Erfolgsaussichten eines fetalchirurgischen Eingriffes sind immer individuell unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren zu betrachten. Dabei müssen beispielsweise die Art der zu behandelnden Erkrankung, die Operationstechnik sowie der allgemeine gesundheitliche Zustand von Mutter und Kind berücksichtigt werden.  

Welche Ärzte & Kliniken sind Spezialisten für Fetalchirurgie?

Die Fetalchirurgie ist ein hoch komplexes Fachgebiet, sodass diese Eingriffe nur an spezialisierten Zentren durchgeführt werden sollten. Hier arbeiten unter anderem Fachärzte für Kinderchirurgie, Kinderheilkunde sowie Gynäkologie und Geburtshilfe eng zusammen, um den Patientinnen ein individuelles Behandlungskonzept zu bieten. 

Bei uns finden Sie ausschließlich hoch erfahrene Fachärzte und Kliniken. Sie alle sind spezialisiert auf die Durchführung von fetalchirurgischen Eingriffen sowie auf die entsprechende Diagnostik und Nachsorge. Überzeugen Sie sich gerne persönlich von der Fachkompetenz unserer Experten und vereinbaren Sie direkt ein erstes individuelles Beratungsgespräch. 

Quellen: