Blasenaugmentation

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Spezialisten für Blasenaugmentation

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PD Dr. med. Carlos A. Reck-Burneo

Kinderchirurgie und Kinderurologie

Brandenburg an der Havel

Informationen zum Bereich Blasenaugmentation

Was ist eine Blasenaugmentation?

Die Harnblase speichert den Urin und gibt ihn kontrolliert über die Harnröhre nach außen ab. Verschiedene Erkrankungen können diesen Prozess stören und es notwendig machen, dass das Volumen der Harnblase vergrößert wird. Im Medizinischen spricht man dann von einer Blasenaugmentation. Hierzu wird in der Regel ein Stück Dünndarm verwendet, das mit der Blasenwand verbunden wird. Ziel des Eingriffes ist es, zu verhindern, dass sich der Urin aus der Blase in die Harnleiter und Nieren zurückstaut, da dies die Nierenfunktion schädigen kann. 

Wann ist eine Blasenaugmentation notwendig?

Die Speicherung und kontrollierte Abgabe von Urin ist die wichtigste Aufgabe der Harnblase. Dieser Vorgang erfordert ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Strukturen wie beispielsweise der Blasen- und Schließmuskulatur, aber auch Teile von Gehirn und Rückenmark sind an diesem Prozess beteiligt. Somit können auch verschiedene Erkrankungen zu einer Störung dieses Vorgangs führen und eine Blasenaugmentation notwendig machen. 

Die Blasenaugmentation wird in der Regel erst dann eingesetzt, wenn medikamentöse und nicht-operative Maßnahmen sich als nicht ausreichend wirksam erwiesen haben, da die künstlich erweiterte Blase den Urin meist nur unzureichend nach außen abgeben kann. Somit ist in der Regel eine regelmäßige Katheterisierung erforderlich. Hierbei wird bei entsprechender Füllung der Blase ein Harnkatheter in die Harnröhre eingeführt, über den der Urin dann abfließen kann. 

Welche Erkrankungen können eine Blasenaugmentation erforderlich machen?

Die Blasenaugmentation kann sowohl bei angeborenen als auch bei später im Leben erworbenen Erkrankungen zum Einsatz kommen. 

Zu den möglichen angeborenen Erkrankungen zählt dabei beispielsweise die sogenannte Blasenekstrophie. Dabei liegt eine fehlerhafte Entwicklung der vorderen Blasen- und Bauchwand vor, sodass die Blase nach vorne hin offen ist und nach außen freiliegt. In der Folge liegt nicht nur eine Inkontinenz vor, sondern es kommt auch zu wiederkehrenden Infektionen in diesem Bereich. Therapie der Wahl ist die operative Rekonstruktion von Harnblase, Harnröhre und Bauchwand. Bei einer unzureichenden Besserung hierdurch kann eine Blasenaugmentation notwendig sein. 

Eine sogenannte Epispadie kann in Kombination mit der Blasenekstrophie auftreten und ebenfalls eine Blasenaugmentation erforderlich machen. Dabei liegt eine Spaltbildung der Harnröhre auf der Oberseite des Penis vor, die sich bis in den Bereich der Harnblase ziehen kann. Auch hier wäre eine operative Rekonstruktion der Harnröhre und des Genitals die Therapie der ersten Wahl.

Erkrankungen von Nervenstrukturen können die Funktionsweise der Blase ebenfalls beeinträchtigen. Mögliche Krankheitsbilder sind ein angeborener offener Rücken (Spina bifida) oder neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder ein Schlaganfall. Reichen konservative Maßnahmen wie die Gabe von Medikamenten oder die regelmäßige Ableitung des Harns über einen Katheter als alleinige Maßnahmen nicht aus, kann die Blasenaugmentation eine bessere Speicherung des Urins ermöglichen und somit einen Rückstau von Urin in die Nieren verhindern. 

Zu den selteneren Indikationen für eine Blasenaugmentation gehören bösartige Tumore des unteren Harntraktes, beispielsweise im Bereich der Blase oder der Prostata. 

Diagnostik und Voraussetzungen vor einer Blasenaugmentation

Grundsätzlich gilt, dass vor jeder Blasenaugmentation zunächst eine ausführliche Diagnostik erfolgen muss, um das vorliegende Krankheitsbild zu identifizieren und die verschiedenen Behandlungsoptionen einschätzen zu können. Eine Anamnese und körperliche Untersuchung bilden dabei die Basis. Bei angeborenen Erkrankungen können Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft außerdem wichtige Hinweise liefern. 

Neben einer Ultraschalluntersuchung der Nieren und ableitenden Harnwege kommen in der Urologie häufig auch dynamische bildgebende Untersuchungen zum Einsatz. Diese sogenannten urodynamischen Untersuchungen dienen unter anderem dazu, die Menge und Geschwindigkeit des Harnflusses darzustellen oder den Druck in der Harnblase zu messen. Bei einer Blasenspiegelung (Zystoskopie) wird ein spezielles Gerät mit einer Kamera über die Harnröhre in die Blase eingeführt, um das Innere der Blase genau betrachten zu können.

Nach Abschluss der Diagnostik werden die verschiedenen Behandlungsoptionen erörtert. Grundsätzlich gilt, dass konservative Maßnahmen den operativen Therapien vorzuziehen sind. In einigen Fällen ist jedoch die künstliche Erweiterung der Harnblase in Form einer Blasenaugmentation erforderlich. 

Ablauf der Blasenaugmentation

Eine Blasenaugmentation macht in der Regel eine Vollnarkose notwendig, sodass die Patienten während der gesamten Operation tief schlafen. Oft wird eine sogenannte offene Operation durchgeführt, das heißt, das Operationsgebiet wird so weit eröffnet, dass der Operateur es gut einsehen kann und alle Schritte des Eingriffs unter direkter Sicht durchführen kann. 

Alternativ kann auch ein minimal-invasiver Eingriff erfolgen, bei dem auf eine komplette Eröffnung des Operationsgebietes verzichtet wird. In der Regel wird eine Kamera eingeführt, sodass der entsprechende Bereich auf einem Bildschirm sichtbar wird. Die folgenden Operationsschritte erfolgen mithilfe weiterer, durch kleine Öffnungen eingebrachte Instrumente. 

Die gesamte Prozedur nimmt mehrere Stunden Zeit in Anspruch. Die Harnblasenwand wird dabei zunächst eröffnet und in der Regel mit einem Stück Dünndarm erweitert. Seltener wird anstelle des Dünndarms auch ein Teil des Harnleiters oder ein anderer Darmabschnitt verwendet. Nach Abschluss der Blasenrekonstruktion wird die Bauchdecke wieder verschlossen und ein Harnblasenkatheter eingelegt. 

Die Patienten verbringen je nach vorliegender Erkrankung und Größe des operativen Eingriffs noch einige Zeit im Krankenhaus. Der einliegende Katheter wird meist nach etwa zwei bis drei Wochen wieder entfernt.    

Risiken, Nebenwirkungen und Langzeitfolgen

Da es sich bei einer Blasenaugmentation um einen größeren operativen Eingriff handelt, besteht ein gewisses Risiko für Komplikationen wie beispielsweise Blutungen, Infektionen oder die Verletzung umliegender Strukturen. Zu den möglichen spezifischen Nebenwirkungen einer Blasenaugmentation gehören weiterhin ein Verschluss des Darms, das Auftreten von Blasensteinen oder eine Entzündung der neu entstandenen Blase. Zudem besteht ein leicht erhöhtes Risiko, im späteren Verlauf eine Blasenkrebserkrankung zu entwickeln. 

In der Regel ist es auch nach einer Blasenaugmentation erforderlich, den Urin durch eine regelmäßige Selbstkatheterisierung nach außen abzulassen. Zudem sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen notwendig, die unter anderem eine Urin- und Blutuntersuchung, Ultraschall oder eine Blasenspiegelung beinhalten können.

Welche Ärzte & Kliniken sind Spezialisten für die Blasenaugmentation?

Spezialisiert auf die Durchführung einer Blasenaugmentation sind Fachärzte für Urologie, ggf. mit einer Zusatzweiterbildung in Kinderurologie sowie Fachärzte für Kinderchirurgie. Sie sind die kompetentesten Ansprechpartner zu allen Fragen von der Diagnostik bis hin zur regelmäßigen Nachsorge. 

Wer sich für eine Blasenaugmentation entscheidet, möchte sich auf die Fachkompetenz der behandelnden Ärzte verlassen können. Daher haben wir alle hier gelisteten Fachärzte und Kliniken sorgfältig hinsichtlich ihrer Erfahrung auf diesem Gebiet überprüft und ausgewählt. Sie alle sind Experten ihres jeweiligen Fachgebietes und erwarten bereits Ihre Behandlungsanfrage. 

Quellen: