Spezialisten für Peritonektomie mit HIPEC
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Informationen zum Bereich Peritonektomie mit HIPEC
Was ist eine Peritonektomie mit HIPEC?
Die Peritonektomie mit anschließender HIPEC ist ein spezielles Behandlungsverfahren, das bei Krebserkrankungen des Bauchfells eingesetzt werden kann. Die Prozedur besteht dabei aus zwei Anteilen: der Peritonektomie und der HIPEC.
Das Bauchfell, im Medizinischen als Peritoneum bezeichnet, umschließt die Organe des Bauchraums wie etwa den Dünn- und Dickdarm, die Leber oder die Gallenblase. Ist es von Krebszellen befallen, dann dient die Peritonektomie dazu, diesen Anteil des Bauchfells zu entfernen. Sind weitere Bauchorgane mitbefallen, dann werden auch diese teilweise oder vollständig entfernt. Dieser Operationsschritt dient dazu, möglichst viele Krebszellen zu entfernen. Man spricht dabei auch von einem zytoreduktiven Verfahren.
HIPEC steht für Hypertherme Intraperitoneale Chemotherapie. Hierbei wird eine speziell vorbereitete Lösung mit einem Chemotherapeutikum auf etwa 41-43°C erwärmt und über spezielle Schläuche in den Bauchraum gegeben. Das Verfahren findet im Anschluss an die Peritonektomie statt, um die verbliebenen Tumorzellen gezielt abzutöten.
Bei welchen Erkrankungen wird HIPEC eingesetzt?
Die HIPEC kann als Behandlungsverfahren bei Krebserkrankungen des Bauchfells, einer sogenannten Peritonealkarzinose, eingesetzt werden. Meist tritt ein solcher Befall des Bauchfells in der Folge einer Krebserkrankung eines anderen Organs auf (sekundäre Peritonealkarzinose), in seltenen Fällen kann aber auch das Bauchfell als erstes Organ betroffen sein (primäre Peritonealkarzinose). Eine sekundäre Peritonealkarzinose kann beispielsweise die Folge einer Krebserkrankung von Organen des Magen-Darm-Traktes oder der Geschlechtsorgane sein.
So eignet sich die Peritonektomie mit anschließender HIPEC unter anderem zur Behandlung folgender Erkrankungen:
- Primärer Bauchfelltumor
- Magenkrebs
- Mastdarm- oder Dickdarmkrebs
- Eierstockkrebs
- Blinddarmkrebs
- Pseudomyxoma peritonei (Tumor des Bauchfells, der große Mengen zähen Schleims produziert)
Wie läuft die Operation mit HIPEC ab?
Eine Peritonektomie mit anschließender HIPEC wird immer in Vollnarkose durchgeführt, da es sich um einen größeren Eingriff handelt. Dabei wird die Bauchdecke zunächst mit einem Schnitt eröffnet und das Innere der Bauchhöhle inklusive Peritoneum genauestens inspiziert. Hierbei wird das Ausmaß der Erkrankung noch einmal ganz genau beurteilt und das anschließende Vorgehen festgelegt.
In einem ersten Schritt erfolgt die möglichst gründliche Entfernung von sichtbar befallenen Abschnitten des Bauchfells sowie gegebenenfalls weiterer befallener Bauchorgane. Das Vorgehen ist dabei je nach Befund sehr individuell. Anschließend wird die Bauchdecke wieder verschlossen und mehrere Schläuche (sogenannte Drainagen) eingebracht. Über diese kann die vorbereitete erwärmte Lösung mit dem passenden Chemotherapeutikum in die Bauchhöhle ein- bzw. wieder ausgeleitet werden. Der Bauchraum wird auf diese Weise über einen Zeitraum von 30 bis 120 Minuten gespült. Die HIPEC soll dazu dienen, die verbliebenen Tumorzellen gezielt zu erreichen und abzutöten.
Voraussetzungen und Patientenauswahl
Welche Therapie bei einer Krebserkrankung voraussichtlich am besten geeignet ist, wird mit Hilfe verschiedener Untersuchungsverfahren vor Durchführung einer Operation festgelegt. Zunächst muss dabei die Ausbreitung der Krebserkrankung möglichst genau erfasst werden. Dazu kommen unter anderem bildgebende Verfahren wie CT- oder MRT-Untersuchungen, Magen- oder Darmspiegelungen zum Einsatz.
Grundsätzlich wird bei einer Krebserkrankung zwischen einem kurativen und einem palliativen Therapiekonzept unterschieden. Kurative Maßnahmen zielen auf die Heilung der Patienten ab, während ein palliatives Konzept nicht mehr auf die Heilung, sondern vor allem die Linderung von Schmerzen und anderen Beschwerden abzielt. Grundsätzlich kann eine HIPEC sowohl in kurativer als auch in palliativer Absicht zum Einsatz kommen. Bei der Auswahl der Patienten spielen jedoch viele verschiedene Faktoren eine Rolle. Dabei ist entscheidend, ob der Patient voraussichtlich von der Therapie profitieren wird.
Zu den Aspekten, die bei der Auswahl des Therapieverfahrens beachtet werden müssen, gehört neben der lokalen Ausbreitung des Tumors auch das Vorhandensein von Tumorabsiedelungen (Metastasen) außerhalb des Bauchraums. In einem solchen Fall wird in der Regel keine HIPEC durchgeführt. Zudem muss immer auch der Allgemeinzustand des Patienten berücksichtigt werden, da die Peritonektomie mit anschließender HIPEC einen recht großen operativen Eingriff notwendig macht. All dies sollte ausführlich mit dem Patienten besprochen werden, sodass gemeinsam mit dem behandelnden Ärzteteam ein passendes Behandlungsverfahren ausgewählt werden kann.
Risiken und mögliche Komplikationen
Die Vorteile der HIPEC im Vergleich zu einer herkömmlichen Chemotherapie bestehen darin, dass das Medikament direkt in den Bereich der Tumorzellen gelangt und somit gezielt seine Wirkung entfalten kann. So wird das Risiko für Nebenwirkungen deutlich reduziert. Dennoch ist auch eine Peritonektomie mit anschließender HIPEC mit einem gewissen Risiko für Komplikationen verbunden. So müssen unter anderem die Risiken einer Vollnarkose sowie einer operativen Eröffnung der Bauchhöhle berücksichtigt werden. Dazu gehören beispielsweise Blutungen, Infektionen oder Wundheilungsstörungen.
Zu den möglichen Nebenwirkungen der HIPEC gehören unter anderem Müdigkeit bzw. Erschöpfung, Übelkeit oder Verdauungsstörungen. Systemische Nebenwirkungen wie Haarausfall treten durch die lokale Anwendung der Medikamente zwar im Vergleich zu einer herkömmlichen Chemotherapie seltener auf, sie sind jedoch trotzdem möglich.
Heilungschancen und Prognose
Die Prognose nach Durchführung einer HIPEC hängt von vielen verschiedenen Faktoren wie beispielsweise Art und Ausmaß der Tumorerkrankung oder dem Allgemeinzustand des Patienten ab. Da das Verfahren zudem bei verschiedenen Krebserkrankungen eingesetzt werden kann, lässt sich hier kaum eine allgemeingültige Aussage treffen. Am besten ist es, diesbezüglich ein individuelles Gespräch mit dem behandelnden Ärzteteam unter Berücksichtigung der verschiedenen individuellen Einflussfaktoren zu führen.
Welche Ärzte & Kliniken sind Spezialisten für Peritonektomie mit HIPEC?
Eine Peritonektomie mit anschließender HIPEC sollte möglichst in einem spezialisierten Zentrum durchgeführt werden. Hier arbeiten Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammen, um den Patienten ein individuelles Behandlungskonzept anbieten zu können. Spezialisiert auf die Durchführung des Verfahrens sind dabei vor allem Fachärzte für Viszeralchirurgie sowie Fachärzte für Innere Medizin und Onkologie.
Wir von PRIMO MEDICO möchten Sie dabei unterstützen, die jeweils besten Behandler für ihre Erkrankung zu finden. Daher haben wir alle hier gelisteten Fachärzte und Kliniken sorgfältig überprüft und hinsichtlich ihrer Erfahrung auf dem Gebiet der Peritonektomie und HIPEC ausgewählt. Sie alle sind äußerst erfahren in der Behandlung von Tumorerkrankungen des Bauchfells und begleiten ihre Patienten während des gesamten Behandlungsprozesses. Vereinbaren Sie dazu gerne direkt ein erstes persönliches Beratungsgespräch.
Quellen:
- Amboss, Nachschlagewerk für Mediziner.https://next.amboss.com/de/article/WM0Png?q=peritonealkarzinose#Z8713cf40ad344fe2a20e6d2b4d71b899 [zuletzt aufgerufen am 26.01.2026]
- Franck Billmann, Tobias Keck (Hrsg.): Facharztwissen Viszeralchirurgie. 2. Auflage. Springer-Verlag 2021. ISBN: 978-3-662-61519-5.
- DGO Deutsche Gesellschaft für Onkologie e.V. www.dgo.de/therapieverfahren/hyperthermie/perfusionshyperthermie/ [zuletzt aufgerufen am 26.01.2026]
