Die Knieprothese – Hält sie, was sie verspricht?


Immer häufiger finden Knieprothesen Einsatz bei Jung und Alt. Doch die hohen Erwartungen können nicht immer erfüllt werden. Ein Beitrag von Dr. Bernhard Christen,


Das Kniegelenk ist das größte, aber auch das am meisten beanspruchte Gelenk in unserem Körper.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass der Gelenkverschleiß, im Fachjargon auch Arthrose genannt, das Kniegelenk häufig betrifft.

Besonders starke oder dauerhafte Fehlbelastung, Übergewicht und Traumata (häufig durch Sportunfälle) führen zur Zerstörung des Gelenkknorpels und der Menisken. Der Knorpelverschleiss führt zu Schmerzen und Funktionsverlust des Knies.

In frühen Stadien lässt sich die Kniearthrose mit konservativen Maßnahmen gut therapieren. Auch kleinere operative Eingriffe können das Gelenk erhalten (z.B. Knorpeltransplantation bei umschriebenen Schäden, Arthroskopie mit Entfernung von Interponaten, Umstellungsosteotomie).

Sind alle gelenkerhaltenden Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft und auch Schmerzmittel wirkungslos, bleibt als letzte Möglichkeit der Einbau eines künstlichen Kniegelenks.

Rund 150.000 künstliche Kniegelenke werden jedes Jahr in Deutschland eingesetzt.

Die Besonderheit des Kniegelenks liegt an seinem anatomischem Aufbau und seinen hohen mechanischen Belastungen. Die Kongruenz zwischen den Oberschenkelrollen und dem eher flachen Schienbeinkopf wird durch den Innen- und Aussenmeniskus erreicht, die Stabilität wird hauptsächlich durch die Seiten- und beiden Kreuzbänder sichergestellt. Das Zusammenspiel ermöglicht das komplexe Roll-Gleiten.

Dieses kunstvolle Konstrukt aus Stabilität und Beweglichkeit des natürlichen Kniegelenks ist bisher auch durch die modernsten Knieprothesen nicht zu erreichen. Aus diesem Grund sollten alle gelenkerhaltenden Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sein, bevor die Knieprothese, als endgültiger Knieersatz Verwendung findet.

Besonders trügerisch können sich zu hohe Erwartungen seitens der Betroffenen und ebenso falsche Versprechungen auf Seiten der behandelnden Ärzte auswirken. Insbesondere starke Schmerzen vor der Operation, Angst und Depression, kleine Abweichungen von der idealen Prothesenposition sowie  Komplikationen bei der Operation können nach der Operation mit eben den Schmerzen verbunden sein, von denen die Betroffenen befreit werden wollten.

Zentral ist hier sowohl eine eingehende Untersuchung und eine detaillierte Beratung der Betroffenen durch einen Knie-Spezialisten. Falsche Vorstellungen und Wünsche der Patienten sollte dieser im Voraus durch die genaue Darstellung der Möglichkeiten und Grenzen heutiger Knieprothesen beheben.

War der Einbau der künstlichen Kniegelenke früher von starken Schmerzen und langer Bettlägerigkeit begleitet, führen die modernen Möglichkeiten der Schmerztherapie heute zu einem kontrollierbaren Zustand direkt nach der Operation. Dank guter Kontrolle von Blutungen, niedriger Komplikationsraten und durch moderne Operationstechniken kann in den meisten Fällen kurz nach der Operation direkt mit der Belastung und Bewegung des neuen Kniegelenks im Rehabilitationsaufenthalt begonnen werden.

Besonders wichtig ist dies für die älteren Patienten, da Bettlägerigkeit und unnötige Schmerzen zu Bewegungseinschränkung und dadurch zu Komplikationen wie Thrombosen und Unzufriedenheit führen.

Das langfristige positive Ergebnis einer Knieprothesen-Operation hängt nicht nur vom Können des Operateurs und der Qualität der künstlichen Prothese ab, sondern auch vom Zustand des Knies vor der Operation und den richtigen Erwartungen.

Ein erfahrener Kniespezialist sollte Sie deshalb ausführlich darüber informieren, ob und wann ein Kniegelenksersatz in Ihrem Fall notwendig ist und was Sie nach der Operation erwarten können. Dies garantiert Ihnen das bestmögliche Therapieergebnis.

 

Mehr Informationen und Kontaktmöglichkeiten zu Dr. Bernhard Christen finden Sie hier. Mehr Informationen und Kontaktmöglichkeiten zu Dr. Bernhard Christen finden Sie hier.

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